Fußball:DFB-Sportgericht sperrt Anfang

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Fußball: Brachte einige Unruhe nach Bremen: Trainer Markus Anfang, vom DFB nun wegen seiner Impfpass-Lüge gesperrt.

Brachte einige Unruhe nach Bremen: Trainer Markus Anfang, vom DFB nun wegen seiner Impfpass-Lüge gesperrt.

(Foto: Carmen Jaspersen/dpa)

Im Zuge des Skandals um seinen vermeintlich gefälschten Impfausweis erhält der frühere Bremen-Trainer ein Jahr Berufsverbot. Oliver Kahn bestätigt den Abschied von Niklas Süle beim FC Bayern. Stephan Mayer gibt Vizepräsidentenamt im DOSB zurück.

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Fußball, Markus Anfang: Im Zuge des Skandals um seinen vermeintlich gefälschten Impfausweis ist Markus Anfang, 47, vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für ein Jahr gesperrt worden. Zudem muss der ehemalige Trainer des Zweitligisten Werder Bremen 20000 Euro Strafe zahlen. Das Berufsverbot von Anfang gilt rückwirkend ab dem 20. November. Sein ehemaliger Co-Trainer Florian Junge wurde mit einer Sperre von zehn Monaten sowie einer Geldstrafe von 3000 Euro belegt. Das gab der DFB am Mittwoch bekannt.

"Markus Anfang und Florian Junge haben durch ihr Handeln in erheblichem Maße gegen die Vorbildfunktion als Trainer verstoßen", sagte Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts: "Im Hinblick auf ihre abgelegten Geständnisse ist es aber gerechtfertigt, einen Teil der Sperre zur Bewährung auszusetzen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, zur Saison 2022/2023 ein neues Engagement einzugehen." Bei Anfang wird die Sperre ab dem 10. Juni zur Bewährung bis zum 30. Juni 2023 ausgesetzt, bei Jung ab dem 1. Juni.

Anfang hatte zuletzt zugegeben, mit einem gefälschten Impfzertifikat getäuscht zu haben. "Er hat eingeräumt, einen falschen Impfausweis vorgelegt zu haben", sagte der Bremer Oberstaatsanwalt Frank Passade Anfang Januar. Im Zuge der Affäre war Anfang im November in Bremen zurückgetreten. Sein Nachfolger wurde Ole Werner.

Anfang und Junge haben sich laut DFB-Mitteilung im Spätsommer 2021 "jeweils einen gefälschten Impfausweis besorgt, der sie unzutreffend als 'zweifach gegen das Coronavirus geimpft' auswies". Diesen hätten sie dann bei Werder vorgelegt, "sodass sie ab dem frühen Herbst nicht mehr an den im DFB-/DFL-Hygienekonzept vorgeschriebenen Testungen von Werder Bremen teilnahmen. Zudem legten beide den gefälschten Impfausweis auch dem Bremer Gesundheitsamt vor, um sich infolge des Kontakts mit dem damals an Corona erkrankten Bremer Spieler Marco Friedl der gesetzlich vorgeschriebenen Quarantäne zu entziehen."

Bundesliga, FC Bayern: Nationalspieler Niklas Süle verlässt den FC Bayern München zum Saisonende. Die Verhandlungen mit Süle hätten sich "sehr lange Zeit hingezogen, und wir haben ihm ein Angebot gemacht, dieses Angebot hat er nicht angenommen", sagte Vorstandschef Oliver Kahn am Mittwoch. Abwehrspieler Süle war im Sommer 2017 von der TSG 1899 Hoffenheim für rund 20 Millionen Euro zu den Münchnern gewechselt. Der 26-Jährige ist nun im Sommer ablösefrei.

Der FC Bayern beschäftigt sich längst mit Alternativen für die Innenverteidigung. Kahn verwies auch auf Lucas Hernandez oder Benjamin Pavard aus dem aktuellen Kader, die zentral verteidigen können. Es gebe "sehr viele Möglichkeiten, aber ganz klar muss sich der FC Bayern immer mit Spielern beschäftigen, wenn uns einer verlässt", sagte er. Zuletzt wurde unter anderen über Antonio Rüdiger und Andreas Christensen vom FC Chelsea spekuliert. Beide Profis sind im Sommer ebenfalls ablösefrei.

Sportpolitik, DOSB: Der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer (CSU) hat sein Amt als Vizepräsident im Deutschen Olympischen Sportbund zurückgegeben. Das teilte der DOSB am Mittwoch mit. Der 48-Jährige war auf der Mitgliederversammlung am 4. Dezember ins Präsidium gewählt worden, hätte aber nach dem Ende seiner Aufgabe als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium eine zwölfmonatige Karenzzeit abwarten müssen, ehe er das Ehrenamt im DOSB ausführen darf. Mayer war zuletzt zum sportpolitischen Sprecher der Unions-Parteien ernannt worden.

Das DOSB-Präsidium "wird sich mit den Konsequenzen" des Rückzuges "auf seiner nächsten regulären Sitzung im März befassen", hieß es in der Stellungnahme des Sport-Dachverbandes. "Mit Stephan Mayer, dem ich auch an dieser Stelle nochmal für seine Bereitschaft, sich ehrenamtlich im DOSB zu engagieren, danken möchte, bin ich mir einig, dass wir auch in der neuen Konstellation eine gute und konstruktive Zusammenarbeit zum Wohl des Sports in Deutschland pflegen werden", sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert. Dem Gremium um den langjährigen Tischtennis-Funktionär gehören derzeit nur noch drei Vizepräsidentinnen und ein Vizepräsident an: Verena Bentele, Kerstin Holze, Miriam Welte und Oliver Stegemann. Wie Weikert waren sie im Dezember in Weimar neu ins Präsidium gewählt worden.

Tennis: US-Open-Gewinner Daniil Medwedew hat ein drohendes Viertelfinal-Aus bei den Australian Open der Tennisprofis abgewendet. Nach einem 0:2-Satz-Rückstand und einem abgewehrten Matchball gewann die Nummer zwei der Welt in Melbourne gegen den Kanadier Felix Auger-Aliassime 6:7 (4), 3:6, 7:6 (2), 7:5, 6:4. Damit zog Medwedew ins Halbfinale ein und trifft dort am Freitag auf den griechischen Weltranglisten-Vierten Stefanos Tsitsipas. In der anderen Vorschlussrunden-Begegnung spielt der 20-malige Grand-Slam-Turniersieger Rafael Nadal aus Spanien gegen den italienischen Wimbledon-Finalisten Matteo Berrettini um den Einzug ins Endspiel.

Bei den Frauen hat die frühere French-Open-Siegerin Iga Swiatek (Polen) mit 6:4, 6:7 (2), 3:6 den Lauf der 36-jährigen Estin Kaia Kanepi beendet. Sie trifft nun im Halbfinale am Donnerstag auf Danielle Collins, die dem stärkstem Grand-Slam-Auftritt der Französin Alizé Cornet ein Ende setzte. Die US-Amerikanerin siegte 7:5, 6:1 und steht zum zweiten Mal bei einem Major-Turnier unter den besten vier Spielerinnen. Collins ist die zweite US-Amerikanerin in der Vorschlussrunde der Australian Open. Im anderen Halbfinale fordert ihre Landsfrau Madison Keys die Topfavoritin und Nummer eins Ashleigh Barty (Australien) heraus.

Olympia: Die große Anreisewelle der deutschen Athleten zu den Olympischen Winterspielen in Peking beginnt am Wochenende. Die beiden Fahnenträger-Kandidaten Claudia Pechstein (Eisschnelllauf) und Francesco Friedrich (Bob) fliegen am Samstag von Frankfurt aus mit insgesamt 144 Athleten, Trainern und Betreuern nach China. Dies bestätigte der Deutsche Olympische Sportbund am Mittwoch. Zwei Tage später wird der nächste DOSB-Tross mit 97 Personen aufbrechen. Die letzte größere Delegation macht sich am Dienstag mit 92 Teilnehmern auf den Weg zu den Peking-Spielen, die am 4. Februar eröffnet werden. Insgesamt wurden 149 Olympia-Starter nominiert.

Corona-Maßnahmen: Die südlichen Bundesländer gehen in der Zuschauerfrage für die Profiligen weiter voran. Nach Bayern beschloss als zweites Bundesland Baden-Württemberg weitreichende Öffnungen für die Stadien und Hallen. Demnach sind gemäß der Beschlüsse vom Mittwoch bei Großveranstaltungen mit der 2G-Plus-Regel künftig bis zu 6000 Zuschauer erlaubt. Bei Events mit 2G-Regelung ist die Zahl bei 3000 gedeckelt.

Generell dürfen die Arenen maximal zur Hälfte ausgelastet werden, dabei sind höchstens 10 Prozent Stehplätze zugelassen. Bislang waren in 2022 in Baden-Württemberg lediglich Sportveranstaltungen mit bis zu 500 Besuchern erlaubt. Am Dienstag beschloss bereits Bayern einen Sonderweg und kündigte die Zulassung von bis zu 10000 Fans an. Die Bund-Länder-Beratungen hatten am Montag keine einheitlichen neuen Regelungen ergeben.

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