bedeckt München 13°

Tourismus in Deutschland:Ab in den Urlaub

Corona: Urlauber auf Usedom während der Corona-Krise

Vom 25. Mai an wieder für Gäste aus ganz Deutschland ein schöner Anblick: Strand auf der Insel Usedom in Mecklenburg-Vorpommern.

(Foto: Stefan Sauer/dpa)

Nun also doch: Reisen in Deutschland sollen vor den Sommerferien möglich sein. Die Lockerungen in den beliebtesten Bundesländern im Überblick.

Kurzzeitig hat es so ausgesehen, als würde Deutschland auf ein großes Durcheinander zusteuern beim Neustart des Tourismus. Weil in manchen Bundesländern Hotels und Restaurants öffnen würden, während in anderen noch nicht einmal Verwandtenbesuche erlaubt sind. Spätestens seit der Entscheidung in Bayern, ebenfalls bereits im Mai den Tourismus schrittweise wiederzubeleben, sieht die Lage anders aus: Was erst ein Vorpreschen norddeutscher Bundesländer war, ist nun doch so etwas wie eine gemeinsame Linie. Das Ziel: Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands wieder zu ermöglichen - auf jeden Fall in den Schulsommerferien, die in Mecklenburg-Vorpommern bereits Mitte Juni beginnen, teilweise aber auch schon in den bayerischen und baden-württembergischen Pfingstferien in der ersten Junihälfte. Darauf haben sich auch die Wirtschaftsminister der Länder gemeinsam mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier verständigt. Sie streben in einem zeitlichen Korridor zwischen 9. und 22. Mai eine kontrollierte Öffnung des Gastgewerbes im gesamten Bundesgebiet an. Touristische Übernachtungen sollen Ende Mai wieder möglich sein. Dennoch unterscheiden sich die Fahrpläne der einzelnen Bundesländer im Detail voneinander. Ein Überblick über die beliebtesten Regionen.

Mecklenburg-Vorpommern

Die Schweriner Landesregierung hat einen mehrstufigen Plan entwickelt, um den Tourismus neu zu starten in Deutschlands beliebtester Urlaubsregion. Die erste Stufe ist bereits in Kraft: Zweitwohnungen können von ihren Besitzern wieder genutzt werden. Dauercamper aus Mecklenburg-Vorpommern dürfen wieder auf ihren Campingplatz, Dauercamper aus anderen Bundesländern dann, wenn dieser als Zweitwohnsitz angemeldet ist. Auch für die weiteren Schritte gibt es seit Montagabend konkrete Termine. In einer zweiten Stufe sollen von Samstag an Restaurants öffnen dürfen, unter strikten Hygieneauflagen. Auch bestimmte touristische Anbieter dürfen wieder ihrem Geschäft nachgehen, etwa Fahrrad- und Bootsverleihe sowie Strandkorbvermietungen. Vom 18. Mai an sollen auch die Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätze wieder all jenen Menschen offenstehen, die ihren Erst- oder Zweitwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern haben. Zum 25. Mai soll schließlich das Einreiseverbot für Touristen aus anderen Bundesländern aufgehoben werden. Den Hoteliers ist vorerst nur die Vermietung von maximal 60 Prozent ihrer Betten erlaubt. Gleichwohl wäre damit nach dem verpassten Ostergeschäft ein Pfingsturlaub Ende Mai an der Ostsee oder an der Mecklenburgischen Seenplatte wieder für alle Bundesbürger möglich. Sofern sie ein Quartier finden. Noch keinen Termin gibt es für die abschließende Stufe: die Erlaubnis für Gäste aus dem Ausland, wieder nach Mecklenburg-Vorpommern zu reisen - und für Tagestouristen.

Schleswig-Holstein

Aus rein touristischen Gründen nach Schleswig-Holstein zu reisen, bleibt nach wie vor untersagt - aber nicht mehr lange. Die Regierung des nördlichsten Bundeslandes möchte schon zum 18. Mai erste Lockerungen im Tourismus und in der Gastronomie einführen. Betreiber von Hotels, Vermieter von Ferienwohnungen und Wohnmobilstellplätzen sowie Restaurantinhaber dürfen von da an unter Auflagen wieder Gäste empfangen, auch aus anderen Bundesländern. Auchdas Betretungsverbot für Inseln und Halligen fällt. Kapazitätsgrenzen sollen nicht gelten. Die Gastronomie muss aber für die Einhaltung der Abstandsregeln sorgen und um 22 Uhr schließen. Seit Anfang dieser Woche dürfen bereits Zweitwohnungen wieder von ihren Besitzern genutzt werden. Ebenfalls wieder geöffnet sind seit Montag die Sportboothäfen sowie Fahrrad- und Kanuverleihe. Auch Dauercamper dürfen Campingplätze wieder nutzen. Lediglich auf einigen Inseln gibt es die Einschränkung, dass Dauercamper dort einen Zweitwohnsitz haben müssen. Ebenfalls wieder öffnen können Ausstellungen und Museen in Schleswig-Holstein - auch für Besucher aus anderen Bundesländern -, für einige Freizeitzwecke sind bereits jetzt Reisen nach Schleswig-Holstein erlaubt, dazu zählen die Besuche von zoologischen und botanischen Gärten. Bei Museen wird die Zahl der Besucher begrenzt auf eine Person pro 15 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Niedersachsen

Die niedersächsische Landesregierung realisiert im Anschluss an die Bund-Länder-Konferenz vom Mittwoch ihre vorab angekündigten Pläne. Die Beförderungseinschränkungen auf die ostfriesischen Inseln werden aufgehoben, Zweitwohnungen und Dauercamping sind wieder zugänglich. Von 11. Mai an sollen Restaurants, Gaststätten und Cafés mit der Hälfte ihrer Plätze den Betrieb wieder aufnehmen dürfen. Auch sollen von da an Ferienhäuser und -wohnungen wieder vermietet werden können, jedoch nur mit halber Auslastung und bei einer Mietdauer von mindestens einer Woche. 14 Tage später, am 25. Mai, sollen Hotels, Pensionen und Jugendherbergen wieder öffnen - auch sie bei einer maximalen Auslastung von 50 Prozent. Voraussetzung für alle Öffnungen ist, dass die zur Eindämmung der Corona-Pandemie nötigen Hygieneregeln eingehalten werden. Die Entscheidung über die Wiedereröffnung der Badestrände an der Nordseeküste bleibt Ministerpräsident Stephan Weil zufolge den Kommunen überlassen.

Bayern

Bis vor Kurzem sah es noch so aus, als sei man in Bayern von einer Lockerung im Tourismus aufgrund höherer Corona-Fallzahlen noch weiter entfernt als in Norddeutschland. Doch dann kam der Kabinettsbeschluss vom Dienstag. Auch in Bayern gibt es nun konkrete Daten für die Öffnung von Gaststätten und Hotels - und die liegen nicht mehr in allzu weiter Ferne: Die Außenbereiche von Wirtschaften dürfen bereits am 18. Mai wieder öffnen - das gilt auch für Biergärten -, eine Woche später, am 25. Mai, dann auch die Innenbereiche. Und pünktlich zu Pfingsten dürfen auch Hotels wieder Touristen beherbergen: Am Samstag, 30. Mai, soll die Zwangspause ein Ende haben.

Baden-Württemberg

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte sich nicht beteiligt an dem Wetteifern einiger seiner Amtskollegen, wer wann welche Beschränkungen im Tourismus lockert. Er wollte die jüngste Bund-Länder-Konferenz abwarten. Nun hat aber auch seine Regierung einen mehrstufigen Plan vorgelegt, der einen Weg zurück in die Normalität weist. Demnach dürfen Hotels ab sofort wieder für Geschäftsreisende öffnen, auch zoologische und botanische Gärten sowie Museen, Galerien und Ausstellungshäuser können wieder Besucher empfangen. Am 18. Mai werden Campingplätze und Wohnmobilstellplätze für Dauercamper mit autarker Versorgung zugänglich, in der Gastronomie dürfen Gäste in den Außenbereichen bedient werden. Fahrrad- und Bootsverleih werden wieder zugelassen. In einem weiteren Schritt ab Pfingsten sollen Beherbergungsbetriebe, Camping- und Wohnmobilstellplätze wieder für Touristen öffnen können, ebenso Besucherzentren und Freizeitparks.

© SZ vom 07.05.2020/kaeb
Hütte Schweiz

Urlaub in der Corona-Krise
:Reisen mit Abstand

Sommerferien am Strand - hinter Plexiglas? Das wird gerade in Italien diskutiert. Dabei gibt es schönere Urlaubsarten, die als Erste wieder möglich sein könnten.

Von Ingrid Brunner, Stefan Fischer, Hans Gasser, Monika Maier-Albang, Jochen Temsch

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite