Dieser Liveblog ist archiviert und wird nicht mehr aktualisiert. Die aktuelle Berichterstattung finden Sie auf unserer Themenseite zum Krieg in der Ukraine.
Wichtige Updates
Tote und Verletzte in der Ukraine – Beschuss von russischen Schiffen im Schwarzen Meer
Tausende demonstrieren gegen die Entlassung des Verteidigungsministers
Ukrainischer Verteidigungsminister muss wohl gehen
Parlament bestätigt neuen Ministerpräsidenten Korezkyj
Ukraine attackiert Großstadt und Öldepots an der Wolga
Selenskij schlägt Geheimdienstmann als neuen Verteidigungsminister vor
Mitten im Krieg mit Russland wird im Rahmen eines Regierungsumbaus auch der Verteidigungsminister ausgewechselt. Präsident Wolodimir Selenskij legt sich nun auf einen Profi für Drohneneinsätze fest: Geheimdienstler Jewhenij Chmara soll Nachfolger von Mychajlo Fedorow werden. Die Kandidatur werde bald im Parlament eingereicht, teilte der Staatschef auf Telegram mit. Bis zur Absolvierung aller rechtlichen Verfahren werde Chmara das Ministerium geschäftsführend leiten. Gemäß Verfassung hat der Präsident das Vorschlagsrecht für den Posten des Verteidigungsministers.
Chmara leitete den Geheimdienst SBU seit Januar geschäftsführend. Er gilt als Experte für Drohneneinsätze im russischen Hinterland und hat den Rang eines Generalmajors inne. Dem ukrainischen Gesetz nach muss der Minister jedoch ein Zivilist sein. Vorgänger Fedorow hatte das Ministerium erst im Januar übernommen. Die Entlassung des als Reformers geltenden Fedorow wurde von Protesten in Kiew und anderen Städten begleitet. Seit dem russischen Einmarsch vom Februar 2022 wird der Verteidigungsminister bereits zum vierten Mal ausgewechselt.
Chmara leitete den Geheimdienst SBU seit Januar geschäftsführend. Er gilt als Experte für Drohneneinsätze im russischen Hinterland und hat den Rang eines Generalmajors inne. Dem ukrainischen Gesetz nach muss der Minister jedoch ein Zivilist sein. Vorgänger Fedorow hatte das Ministerium erst im Januar übernommen. Die Entlassung des als Reformers geltenden Fedorow wurde von Protesten in Kiew und anderen Städten begleitet. Seit dem russischen Einmarsch vom Februar 2022 wird der Verteidigungsminister bereits zum vierten Mal ausgewechselt.
Tote und Verletzte in der Ukraine – Beschuss von russischen Schiffen im Schwarzen Meer
In der Ukraine sind bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij erneut mehrere Menschen getötet und verletzt worden. „In Odessa wurden zwei Menschen getötet, als Folge des nächtlichen russischen Raketenangriffs auf ein Wohngebäude“, teilte Selenskij auf der Plattform X mit. Es gebe auch fünf Verletzte. Bei einem Luftangriff in der ebenfalls im Süden gelegenen Region Saporischschja seien zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden. Bei einem Drohnenangriff auf die Hafeninfrastruktur der südukrainischen Stadt Mykolajiw sind den Behörden zufolge zwei Menschen getötet worden.
Insgesamt habe Russland Selenskij zufolge in der Nacht mehr als 130 Drohnen eingesetzt. Betroffen gewesen seien mehrere Regionen. Gegen die Region Sumy im Nordosten habe Russland 15 Gleitbomben eingesetzt. Es gebe einen Verletzten. Wohnhäuser und andere zivile Infrastruktur seien beschädigt worden.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf die Schwarzmeerhäfen Odessa und Tschornomorsk. Dabei sei auf die von den ukrainischen Streitkräften für die Verladung und Lagerung von Rüstungsgütern genutzte Hafeninfrastruktur und auf eine Drohnenproduktionsstätte gezielt worden. In Tschornomorsk sei auch ein Feuerlöschboot getroffen worden. Diese Angaben sind ebenfalls von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.
Derweil meldete der Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, den Beschuss von weiteren zwölf russischen Schiffen im Schwarzen Meer. Getroffen wurden demnach neun Frachter, ein Tankschiff, ein Gastransportschiff und ein Schlepper. Insgesamt steige damit die Zahl der seit dem 6. Juli angegriffenen Schiffe auf 159 - im Schwarzen Meer und dem mit ihm verbundenen Asowschen Meer. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben nicht überprüfbar.
Insgesamt habe Russland Selenskij zufolge in der Nacht mehr als 130 Drohnen eingesetzt. Betroffen gewesen seien mehrere Regionen. Gegen die Region Sumy im Nordosten habe Russland 15 Gleitbomben eingesetzt. Es gebe einen Verletzten. Wohnhäuser und andere zivile Infrastruktur seien beschädigt worden.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf die Schwarzmeerhäfen Odessa und Tschornomorsk. Dabei sei auf die von den ukrainischen Streitkräften für die Verladung und Lagerung von Rüstungsgütern genutzte Hafeninfrastruktur und auf eine Drohnenproduktionsstätte gezielt worden. In Tschornomorsk sei auch ein Feuerlöschboot getroffen worden. Diese Angaben sind ebenfalls von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.
Derweil meldete der Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, den Beschuss von weiteren zwölf russischen Schiffen im Schwarzen Meer. Getroffen wurden demnach neun Frachter, ein Tankschiff, ein Gastransportschiff und ein Schlepper. Insgesamt steige damit die Zahl der seit dem 6. Juli angegriffenen Schiffe auf 159 - im Schwarzen Meer und dem mit ihm verbundenen Asowschen Meer. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben nicht überprüfbar.
Ukraine weist russische Vorwürfe zu Angriff bei AKW Saporischschja zurück
Das ukrainische Außenministerium weist russische Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Angriff zurück, bei dem der Chefingenieur des von Russland besetzten Atomkraftwerks Saporischschja getötet wurde. „Es wird keine unabhängige Bestätigung der russischen Version oder ein Beweis für die Beteiligung der Ukraine vorgelegt“, teilt das Ministerium auf Telegram mit. Informationen der russischen Besatzungsbehörden könnten nicht als zuverlässig angesehen werden. Russland versuche, mit den Anschuldigungen die internationale Gemeinschaft mit der Drohung eines nuklearen Zwischenfalls einzuschüchtern.
Ein russischer Soldat vor dem Kernkraftwerk Saporischschja (Archivbild). AP/dpa
Ukraine: Russland greift Häfen und zivile Schiffe an
Russland hat in den ersten beiden Juliwochen nach Angaben der ukrainischen Hafenbehörde 23 Mal Häfen und 17 Mal zivile Schiffe angegriffen. Händlern und Analysten zufolge haben die Angriffe zu einem teilweisen Stopp der Getreidelieferungen und einer fast vollständigen Aussetzung der Getreidekäufe in den Hafenterminals geführt.
Lorenz Zeck
Tausende demonstrieren gegen die Entlassung des Verteidigungsministers
Die Entlassung des beliebten ukrainischen Verteidigungsministers Mykhailo Fedorov löst eine Welle öffentlicher Kritik und landesweite Proteste aus. Tausende Menschen versammelten sich am Vormittag im Zentrum von Kiew. Auch in Odessa, Lviv und in der nordöstlichen Stadt Charkiw, die als Frontstadt gilt, demonstrierten laut der New York Times Menschen gegen die Entscheidung von Präsident Wolodimir Selenskij. Der Zeitung zufolge handelt es sich um den zweiten großen Protest seit Kriegsbeginn.
Die vor allem jungen Menschen halten Plakate mit Sprüchen wie „Hör auf, den Sieg zu sabotieren!“ oder „Hände weg von Fedorov“, wie die BBC berichtet. Die New York Times berichtet von dem Schriftzug „Why break what’s working?“ - „Warum etwas ändern, das funktioniert?“
Die vor allem jungen Menschen halten Plakate mit Sprüchen wie „Hör auf, den Sieg zu sabotieren!“ oder „Hände weg von Fedorov“, wie die BBC berichtet. Die New York Times berichtet von dem Schriftzug „Why break what’s working?“ - „Warum etwas ändern, das funktioniert?“
Demonstrationen gegen die Entlassung von Verteidigungsminister Fedorov. AFP
Ukrainischer Verteidigungsminister muss wohl gehen
Von dem Regierungsumbau in der Ukraine ist auch das Verteidigungsministerium betroffen. Der bisherige Minister Mychajlo Fedorow wird von Präsident Wolodimir Selenskij nach nur etwa sechs Monaten im Amt nicht mehr für den Posten nominiert. Der 35-Jährige gilt als Reformer und als Kämpfer gegen die im Staatsapparat verbreitete Korruption. Bei Telegram bedauerte Fedorow, nicht noch mehr Mitarbeiter entlassen zu haben, die Reformen gebremst hätten.
Vor der Veröffentlichung seines Beitrags hatte Fedorow ein Gespräch mit Präsident Wolodimir Selenskij geführt. Der Präsident hat laut Verfassung das Vorschlagsrecht für den Chef des Verteidigungsressorts. Medienberichten zufolge will Selenskij den bisherigen Innenminister Ihor Klymenko für den Posten nominieren.
Vor Journalisten erklärte Fedorow, dass er ein Angebot von Selenskij ablehne, dessen Berater zu werden. Er liege im Streit mit Armeechef Oleksandr Syrskyj. Er warf diesem vor, Initiativen des Verteidigungsministeriums zu blockieren. Ein weiterer Grund für den Wechsel an der Spitze des Verteidigungsressorts ist Berichten zufolge, dass der erst 35 Jahre alte Fedorow die Probleme mit der Zwangsmobilisierung von Wehrpflichtigen nicht habe lösen können. Vor knapp einer Woche hatten im westukrainischen Lwiw rund 200 Menschen ein Rekrutierungskommando angegriffen und dabei ein Dienstfahrzeug demoliert.
Fedorow hatte 2019 die Medienkampagne Selenskijs in dessen Wahlkampf geleitet und danach das neu geschaffene Digitalministerium übernommen. Er galt lange Zeit als Protegé Selenskijs, saß als Verteidigungsminister aber auf einem alles andere als sicheren Posten. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 wurde der Ressortleiter bereits dreimal ausgetauscht. Wer als Nächstes folgen soll, ist nicht bekannt.
Mehr über die Hintergründe erfahren Sie im Text von Georg Ismer und Sebastian Gierke:
Vor der Veröffentlichung seines Beitrags hatte Fedorow ein Gespräch mit Präsident Wolodimir Selenskij geführt. Der Präsident hat laut Verfassung das Vorschlagsrecht für den Chef des Verteidigungsressorts. Medienberichten zufolge will Selenskij den bisherigen Innenminister Ihor Klymenko für den Posten nominieren.
Vor Journalisten erklärte Fedorow, dass er ein Angebot von Selenskij ablehne, dessen Berater zu werden. Er liege im Streit mit Armeechef Oleksandr Syrskyj. Er warf diesem vor, Initiativen des Verteidigungsministeriums zu blockieren. Ein weiterer Grund für den Wechsel an der Spitze des Verteidigungsressorts ist Berichten zufolge, dass der erst 35 Jahre alte Fedorow die Probleme mit der Zwangsmobilisierung von Wehrpflichtigen nicht habe lösen können. Vor knapp einer Woche hatten im westukrainischen Lwiw rund 200 Menschen ein Rekrutierungskommando angegriffen und dabei ein Dienstfahrzeug demoliert.
Fedorow hatte 2019 die Medienkampagne Selenskijs in dessen Wahlkampf geleitet und danach das neu geschaffene Digitalministerium übernommen. Er galt lange Zeit als Protegé Selenskijs, saß als Verteidigungsminister aber auf einem alles andere als sicheren Posten. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 wurde der Ressortleiter bereits dreimal ausgetauscht. Wer als Nächstes folgen soll, ist nicht bekannt.
Mehr über die Hintergründe erfahren Sie im Text von Georg Ismer und Sebastian Gierke:
Parlament bestätigt neuen Ministerpräsidenten Korezkyj
In der Ukraine hat das Parlament den neuen Ministerpräsidenten Serhij Korezkyj bestätigt. Korezkyj leitete bislang den staatlichen Energiekonzern Naftogaz. Präsident Wolodimir Selenskij hatte am Sonntag mit der Abberufung der Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko überraschend den erneuten Umbau seiner Regierung eingeleitet. Am Dienstag stimmte die Oberste Rada, das Parlament, dem Rücktritt der Regierungschefin zu. Dieser zog automatisch die Entlassung des gesamten Ministerkabinetts nach sich.
Selenskij hatte Korezkyj zuvor bei einer Pressekonferenz im Hinblick auf die Vorbereitungen für den kommenden Winter als besonders geeignet bezeichnet. In der kalten Jahreszeit werden auch diesmal wieder Probleme bei der Energieversorgung infolge russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur befürchtet. Nach Denys Schmyhal und Swyrydenko ist Korezkyj der dritte Regierungschef seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022.
Anlass für die Umgestaltung des Kabinetts ist nach unbestätigten Medienberichten, dass die ukrainische Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, aus dem diplomatischen Dienst ausscheidet. Hintergrund sollen Korruptionsermittlungen wegen eines Immobilienkaufs im ersten Kriegsjahr in ihrer Zeit als Ministerin für EU- und Natointegration sein. An ihrer Stelle soll den Berichten zufolge die nun abberufene Ministerpräsidentin Swyrydenko Botschafterin in Washington werden.
Selenskij hatte Korezkyj zuvor bei einer Pressekonferenz im Hinblick auf die Vorbereitungen für den kommenden Winter als besonders geeignet bezeichnet. In der kalten Jahreszeit werden auch diesmal wieder Probleme bei der Energieversorgung infolge russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur befürchtet. Nach Denys Schmyhal und Swyrydenko ist Korezkyj der dritte Regierungschef seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022.
Anlass für die Umgestaltung des Kabinetts ist nach unbestätigten Medienberichten, dass die ukrainische Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, aus dem diplomatischen Dienst ausscheidet. Hintergrund sollen Korruptionsermittlungen wegen eines Immobilienkaufs im ersten Kriegsjahr in ihrer Zeit als Ministerin für EU- und Natointegration sein. An ihrer Stelle soll den Berichten zufolge die nun abberufene Ministerpräsidentin Swyrydenko Botschafterin in Washington werden.
Ukraine attackiert Großstadt und Öldepots an der Wolga
Ukrainische Drohnen sind nach Angaben der örtlichen Behörden in ein Wohnhaus der südrussischen Großstadt Engels an der Wolga eingeschlagen. Gouverneur Roman Bassurgin schrieb zunächst in sozialen Netzwerken, dass es keine Verletzten gebe. Später teilte die Staatsanwaltschaft jedoch mit, dass Menschen zu Schaden gekommen seien. Details gab die Behörde nicht bekannt. Russische Medien berichten von einem Opfer. Medienberichten zufolge lösten die Drohnen zudem ein Feuer auf dem Militärflugplatz der dort stationierten Bomberflotte aus. Das Ausmaß der Schäden ist unbekannt. Offizielle Stellen bestätigten diese Berichte bislang nicht.
Der Luftwaffenstützpunkt in Engels ist einer der größten in ganz Russland. Von dort steigen immer wieder strategische Bomber auf, um Städte in der Ukraine, wie etwa Kiew in der vergangenen Nacht, mit Raketen zu beschießen. Die Ukraine hat Engels daher bereits in der Vergangenheit mit Drohnen attackiert.
Nördlich von Moskau setzten derweil einem Bericht des unabhängigen Portals „Astra“ zufolge ukrainische Drohnen ein Öldepot nahe der ebenfalls an der Wolga gelegenen Stadt Jaroslawl in Brand. Die riesige Anlage gehört zu der örtlichen Raffinerie und soll bis zu 620 000 Kubikmeter Lagerkapazität haben. Gouverneur Michail Jewrajew zufolge wurden bei den ukrainischen Angriffen ein Mann getötet und vier weitere Menschen verletzt. Die Luftabwehr habe dort 19 Drohnen abgefangen.
In der westrussischen Region Brjansk an der Grenze zur Ukraine kamen dem Gouverneur zufolge ein 15-jähriges Mädchen und ihre Großmutter bei einem Raketeneinschlag im Dorf Susemka ums Leben.
Der Luftwaffenstützpunkt in Engels ist einer der größten in ganz Russland. Von dort steigen immer wieder strategische Bomber auf, um Städte in der Ukraine, wie etwa Kiew in der vergangenen Nacht, mit Raketen zu beschießen. Die Ukraine hat Engels daher bereits in der Vergangenheit mit Drohnen attackiert.
Nördlich von Moskau setzten derweil einem Bericht des unabhängigen Portals „Astra“ zufolge ukrainische Drohnen ein Öldepot nahe der ebenfalls an der Wolga gelegenen Stadt Jaroslawl in Brand. Die riesige Anlage gehört zu der örtlichen Raffinerie und soll bis zu 620 000 Kubikmeter Lagerkapazität haben. Gouverneur Michail Jewrajew zufolge wurden bei den ukrainischen Angriffen ein Mann getötet und vier weitere Menschen verletzt. Die Luftabwehr habe dort 19 Drohnen abgefangen.
In der westrussischen Region Brjansk an der Grenze zur Ukraine kamen dem Gouverneur zufolge ein 15-jähriges Mädchen und ihre Großmutter bei einem Raketeneinschlag im Dorf Susemka ums Leben.
Russland feuert wieder ballistische Raketen auf Kiew
Das russische Militär hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht ein weiteres Mal mit ballistischen Raketen angegriffen. Dabei wurden nach ukrainischen Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet. Nach Auskunft von Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram gab es zudem sechs Verletzte. „Darunter ist auch ein 16-jähriger Junge“, schrieb er. Die Drohnen schlugen demnach in zwei Stadtteilen ein: In einem Lager im Westen der Stadt und einem unbewohnten Haus in einem östlichen Stadtbezirk seien Brände ausgebrochen. Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge feuerte das russische Militär in zwei Wellen mindestens acht Raketen auf die Dreimillionenstadt und ihre Umgebung ab.
Tote bei russischen Angriffen in der Stadt Saporischschja
Im südostukrainischen Gebiet Saporischschja sind mindestens fünf Zivilisten durch russische Angriffe getötet worden. Allein in der gleichnamigen Gebietshauptstadt seien 3 Menschen ums Leben gekommen und 15 verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Zuvor hatte er über zwei getötete Männer infolge von Angriffen mit ferngesteuerten Drohnen in der frontnahen Stadt Orichiw informiert. Auch die Großstadt Saporischschja ist nur etwas über 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt, anders als das gleichnamige Atomkraftwerk aber nicht von Russland besetzt. Aufgrund der ständigen russischen Angriffe mit Drohnen, Bomben und Raketen herrscht in der Industriestadt fast rund um die Uhr Luftalarm.
Russland meldet Tod des Chefingenieurs des AKW Saporischschja
Eine ukrainische Drohne soll nach russischen Angaben den Chefingenieur des besetzten Atomkraftwerks Saporischschja in der Südostukraine, Alexej Jakowlew, getötet haben. „Eine Drohne der ukrainischen Streitkräfte griff einen Dienstwagen des AKWs an der Grenze zwischen dem Werksgelände des Kraftwerks und der Stadt Enerhodar an“, teilte der Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, gemäß einer Mitteilung bei Telegram mit. Es sei ein zielgerichteter Angriff gewesen. Ebenso sei der Fahrer des Dienstwagens bei dem Angriff ums Leben gekommen. Lichatschow verlangte demnach von der internationalen Atomaufsicht IAEA eine „klare Reaktion“. Die russische Führung sei informiert worden.
In Moskau reagierte das Außenministerium sofort. „Wir fordern von den zuständigen internationalen Gremien, allen voran der IAEA, eine klare und unmissverständliche Erklärung, in der dieser Mord verurteilt wird“, schrieb die Sprecherin, Maria Sacharowa, bei Telegram. Namentlich nannte sie den Chef der IAEA Rafael Grossi. Eine Stellungnahme der IAEA folgte später auf der Plattform X. Demnach verurteilte Grossi den Vorfall, bezeichnete ihn als „inakzeptabel“ und als Gefährdung der nuklearen Sicherheit. Die Organisation rufe zur Einstellung aller Angriffe auf oder nahe Nuklearanlagen und deren Personal auf. Eine Stellungnahme der Ukraine liegt bisher nicht vor.
Zuvor hatte der Leiter der russischen Besatzungsbehörden für die Region Saporischschja, Jewgeni Balizki, bei Telegram über ukrainische Drohnenangriffe auf die Kraftwerksstadt Enerhodar informiert. Es sei zu einem kompletten Stromausfall gekommen. Den Angaben nach mussten soziale Objekte über Dieselgeneratoren mit Strom versorgt werden.
In Moskau reagierte das Außenministerium sofort. „Wir fordern von den zuständigen internationalen Gremien, allen voran der IAEA, eine klare und unmissverständliche Erklärung, in der dieser Mord verurteilt wird“, schrieb die Sprecherin, Maria Sacharowa, bei Telegram. Namentlich nannte sie den Chef der IAEA Rafael Grossi. Eine Stellungnahme der IAEA folgte später auf der Plattform X. Demnach verurteilte Grossi den Vorfall, bezeichnete ihn als „inakzeptabel“ und als Gefährdung der nuklearen Sicherheit. Die Organisation rufe zur Einstellung aller Angriffe auf oder nahe Nuklearanlagen und deren Personal auf. Eine Stellungnahme der Ukraine liegt bisher nicht vor.
Zuvor hatte der Leiter der russischen Besatzungsbehörden für die Region Saporischschja, Jewgeni Balizki, bei Telegram über ukrainische Drohnenangriffe auf die Kraftwerksstadt Enerhodar informiert. Es sei zu einem kompletten Stromausfall gekommen. Den Angaben nach mussten soziale Objekte über Dieselgeneratoren mit Strom versorgt werden.
Das AKW Saporischschja ist mit sechs Reaktoren das größte Atomkraftwerk Europas. Es steht seit März 2022 unter russischer Kontrolle. . Victor/Xinhua/dpa
Russische Angriffe in Ostukraine fordern Tote und Verletzte
Durch russischen Beschuss sind im ostukrainischen Gebiet Donezk nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Acht weitere Menschen seien bei Angriffen unter anderem mit ferngesteuerten Drohnen verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Den Angaben nach waren die Siedlung Jasna Poljana und die nahe Stadt Kramatorsk Angriffsziele. Kramatorsk ist nur etwa zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt.
EU und Ukraine vereinbaren enge Kooperation bei Drohnenproduktion
Die Europäische Union (EU) und die Ukraine haben ein Abkommen über eine engere Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Produktion von Drohnen geschlossen. Ziel sei es, das ukrainische Know-how mit den industriellen Kapazitäten Europas zu verzahnen, um gemeinsame Projekte aufzubauen und die Produktion hochzufahren, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einem Besuch in Kiew mit. Das Abkommen bringe den ukrainischen Erfindungsgeist und die industrielle Größe Europas zusammen. Es ist die erste Vereinbarung dieser Art mit der Ukraine, die Länder und Unternehmen in der gesamten EU abdecken soll.
Newsdesk
Tote bei russischem Angriff auf Odessa und Sumy – ukrainische Drohnen auf Moskau und Schiffe im Schwarzen Meer
Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind nach Behördenangaben drei Menschen getötet worden. Auch in nordukrainische Region Sumy sind nach Angaben des dortigen Gouverneurs mindestens drei Menschen getötet worden.
Sieben Menschen seien in Sumy verletzt worden, teilte der Governeur Oleh Hryhorow auf Telegram mit. Die russischen Truppen hätten sechs Angriffe mit Lenkbomben ausgeführt. Eine Bombe sei in der Nähe medizinischer Einrichtungen eingeschlagen. Die anderen hätten nach vorläufigen Informationen die Infrastruktur getroffen.
Wie der Leiter der Militärverwaltung von Odessa, Serhij Lysak, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilte, sind dort drei Verletzte in Krankenhäuser eingeliefert worden. Zudem seien Wohngebäude beschädigt worden. Weitere Einzelheiten nannte Lysak nicht.
Das russische Militär hat einen Angriff auf Odessa bestätigt. Bei einem kombinierten Schlag mit „luftbasierten Hochpräzisionswaffen und Kampfdrohnen“ seien in den Häfen Odessa und Tschornormorsk Reservoirs und Anlagen zur Verschiffung von Treibstoffen für das ukrainische Militär getroffen worden, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in Moskau am Morgen. Außerdem sei eine Drohnenfabrik beschossen worden.
Russland hat in den vergangenen Tagen seine Angriffe auf die ukrainischen Tiefwasser-Schwarzmeerhäfen im Großraum Odessa verstärkt, die für den Außenhandel und die Kriegswirtschaft des Landes von zentraler Bedeutung sind. Dem Regionalgouverneur Oleh Kiper zufolge wurden am Dienstagabend bei einem Drohnenangriff auf die Hafeninfrastruktur in der Region zwei Menschen getötet. Dabei sei auch ein Frachter unter der Flagge der Marshallinseln beschädigt worden.
Derweil hat Russland nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin binnen 24 Stunden einen Angriff mit 340 ukrainischen Drohnen auf die Hauptstadtregion abgewehrt. Die meisten seien von der Flugabwehr weit vor der Stadt neutralisiert worden, schrieb Sobjanin auf Telegram. Mehr als 50 Drohnen seien auf dem Weg nach Moskau zerstört worden. Eine ukrainische Stellungnahme zu dem konkreten Angriff gibt es nicht.
Die Ukraine attackierte in der Nacht nach Angaben aus Kiew zudem 20 russische Schiffe im Schwarzen Meer mit Drohnen. Dabei seien 17 Öltanker, zwei Gastanker und ein Schlepper getroffen worden, teilte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf Telegram mit.
Sieben Menschen seien in Sumy verletzt worden, teilte der Governeur Oleh Hryhorow auf Telegram mit. Die russischen Truppen hätten sechs Angriffe mit Lenkbomben ausgeführt. Eine Bombe sei in der Nähe medizinischer Einrichtungen eingeschlagen. Die anderen hätten nach vorläufigen Informationen die Infrastruktur getroffen.
Wie der Leiter der Militärverwaltung von Odessa, Serhij Lysak, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilte, sind dort drei Verletzte in Krankenhäuser eingeliefert worden. Zudem seien Wohngebäude beschädigt worden. Weitere Einzelheiten nannte Lysak nicht.
Das russische Militär hat einen Angriff auf Odessa bestätigt. Bei einem kombinierten Schlag mit „luftbasierten Hochpräzisionswaffen und Kampfdrohnen“ seien in den Häfen Odessa und Tschornormorsk Reservoirs und Anlagen zur Verschiffung von Treibstoffen für das ukrainische Militär getroffen worden, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in Moskau am Morgen. Außerdem sei eine Drohnenfabrik beschossen worden.
Russland hat in den vergangenen Tagen seine Angriffe auf die ukrainischen Tiefwasser-Schwarzmeerhäfen im Großraum Odessa verstärkt, die für den Außenhandel und die Kriegswirtschaft des Landes von zentraler Bedeutung sind. Dem Regionalgouverneur Oleh Kiper zufolge wurden am Dienstagabend bei einem Drohnenangriff auf die Hafeninfrastruktur in der Region zwei Menschen getötet. Dabei sei auch ein Frachter unter der Flagge der Marshallinseln beschädigt worden.
Derweil hat Russland nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin binnen 24 Stunden einen Angriff mit 340 ukrainischen Drohnen auf die Hauptstadtregion abgewehrt. Die meisten seien von der Flugabwehr weit vor der Stadt neutralisiert worden, schrieb Sobjanin auf Telegram. Mehr als 50 Drohnen seien auf dem Weg nach Moskau zerstört worden. Eine ukrainische Stellungnahme zu dem konkreten Angriff gibt es nicht.
Die Ukraine attackierte in der Nacht nach Angaben aus Kiew zudem 20 russische Schiffe im Schwarzen Meer mit Drohnen. Dabei seien 17 Öltanker, zwei Gastanker und ein Schlepper getroffen worden, teilte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf Telegram mit.
Litauen: Russland plant Angriffe auf Infrastruktur
Litauen hat seinem Präsidenten Gitanas Nauseda zufolge Geheimdienstinformationen über russische Pläne für Angriffe auf die Infrastruktur. Vorsorglich werde die Sicherheit an Energie- und Verkehrsanlagen verschärft, sagte Nauseda in einem Interview der Nachrichtenagentur BNS. Er habe keine Informationen darüber, wann oder wo die Angriffe geplant seien.
"Wir haben solche Signale, die wir von unseren Diensten erhalten", sagte Nauseda. "Sie nennen weder einen klaren Ort noch eine Zeit, weil der Gegner seine Planung noch nicht abgeschlossen hat und wir nur von der Planung oder dem Ziel wissen." Es könne sich um verschiedene Mittel handeln, die darauf abzielten, kritische Infrastruktur physisch zu beschädigen. "Alles, was den Betrieb dieser Anlagen beeinträchtigt." Nauseda sagte in dem Interview nicht ausdrücklich, dass sein Land das Ziel sei. Allerdings hatte das Nachbarland Polen kürzlich erklärt, westliche Geheimdienste seien besorgt über das Risiko russischer Angriffe auf polnisches und baltisches Territorium.
Das Nato-Mitglied Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad und an den russischen Verbündeten Belarus. Litauen hat seine Verteidigungsausgaben seit der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 verdreifacht.
"Wir haben solche Signale, die wir von unseren Diensten erhalten", sagte Nauseda. "Sie nennen weder einen klaren Ort noch eine Zeit, weil der Gegner seine Planung noch nicht abgeschlossen hat und wir nur von der Planung oder dem Ziel wissen." Es könne sich um verschiedene Mittel handeln, die darauf abzielten, kritische Infrastruktur physisch zu beschädigen. "Alles, was den Betrieb dieser Anlagen beeinträchtigt." Nauseda sagte in dem Interview nicht ausdrücklich, dass sein Land das Ziel sei. Allerdings hatte das Nachbarland Polen kürzlich erklärt, westliche Geheimdienste seien besorgt über das Risiko russischer Angriffe auf polnisches und baltisches Territorium.
Das Nato-Mitglied Litauen grenzt an die russische Exklave Kaliningrad und an den russischen Verbündeten Belarus. Litauen hat seine Verteidigungsausgaben seit der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 verdreifacht.
Litauens Präsident Gitanas Nauseda auf dem Nato-Gipfel im türkischen Ankara im Juli (Archivbild). Serdar Ozsoy/Getty Images



