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Politik kompakt:Bundeswehrsoldat in Afghanistan verwundet

Eine Rakete verletzt einen deutschen Soldaten, UN-Vertretungen erhalten Briefe mit weißem Pulver und in Korea herrscht erhöhte Alarmbereitschaft.

Deutscher Soldat bei Gefecht in Kundus verwundet

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Deutsche Soldaten in Afghanistan patrouillieren im Oktober in Kundus.

(Foto: Archivfoto: ddp)

Bei einem Gefecht in der nordafghanischen Provinz Kundus ist ein deutscher Soldat verwundet worden. Der Soldat schwebe nicht in Lebensgefahr, sagte ein Sprecher der Bundeswehr. Auch ein afghanischer Soldat sei verletzt worden. Distrikt-Gouverneur Abdul Wahid Omarchel sagte, Aufständische hätten ein deutsches Panzerfahrzeug mit einer Rakete beschossen.

Außerdem ist einer der beiden seit einer Woche im Westen Afghanistans vermissten US-Soldat ist tot aufgefunden worden. Wie die Nato-geführte Afghanistan-Truppe Isaf in Kabul mitteilte, ergaben erste Ermittlungen, dass er wahrscheinlich ertrunken ist. Die Suche nach seinem Kameraden werde fortgesetzt. In Südafghanistan starben unterdessen zwei Zivilisten, als sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe eines Konvois von afghanischen und Isaf-Soldaten in die Luft sprengte.

Briefe mit verdächtigem Pulver an UN-Vertretungen

Die deutsche und vier weitere Vertretungen bei den Vereinten Nationen haben Postsendungen mit einem verdächtigen weißen Pulver erhalten. Betroffen sind auch die UN-Missionen von Österreich, Frankreich, Großbritannien und Usbekistan. Es gibt keine Hinweise auf Anthrax oder andere Giftstoffe. In zunächst drei Fällen stellte sich das Pulver als Getreidemehl heraus. Mehrere hundert Mitarbeiter wurden aus dem Bürohochhaus in New York evakuiert. Mindestens vier der Postsendungen wurden nach Polizeiangaben in der texanischen Stadt Dallas aufgegeben. Drei Sendungen erhielten eine schriftliche Botschaften, in denen das Terrornetzwerk al-Kaida erwähnt wird.

Nord- und Südkorea verstärken Bewachung der Seegrenze

Einen Tag nach dem kurzen Seegefecht zwischen nord- und südkoreanischen Marineschiffen verstärkten beide Länder am Mittwoch die Übewachung der Grenzlinie vor der Westküste. Die Streitkräfte wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Bei dem Gefecht war nach südkoreanischen Angaben ein nordkoreanisches Patrouillenboot schwer beschädigt worden, das zuvor in die von Südkorea beanspruchte Pufferzone im Gelben Meer eingedrungen sei. Die USA werden trotz des Gefechts zwischen ihren Gesandten Stephen Bosworth nach Pjöngjang entsenden.

Italien bekommt neue Linkspartei

Der frühere Bürgermeister von Rom, Francesco Rutelli, kündigte mit weiteren elf Getreuen seinen Austritt aus der größten Oppositionspartei Partito Democratico (PD) und die Gründung einer neuen Partei an. Diese Gruppierung, die sich dem katholischen Zentrum annähern soll, werde Allianz für Italien heißen. Ein erster konstituierender Parteikongress soll Mitte Dezember im norditalienischen Parma stattfinden, hieß es. Grund der Initiative sei ein Linksruck der PD durch die erst kürzlich erfolgte Wahl von Pier Luigi Bersani zum Parteichef, hieß es.

Tsvangirai kehrt in Simbabwes Einheitsregierung zurück

Knapp eine Woche nach dem Ende seines Boykotts der Einheitsregierung in Simbabwe hat Ministerpräsident Morgan Tsvangirai die Regierungsgeschäfte in Harare wieder aufgenommen. Er und alle Minister seiner Partei Bewegung für einen Demokratischen Wandel (MDC) hätten an diesem Mittwoch an der Kabinettssitzung teilgenommen, teilte ein Sprecher mit. Tsvangirai teilt sich seit Februar die Macht in Simbabwe mit seinem Rivalen, Staatschef Robert Mugabe. Mitte Oktober unterbrach er die Zusammenarbeit, nachdem sein enger Vertrauter Roy Bennett wegen Terrorismus-Verdachts festgenommen worden war.

Neue Regierung in Haiti bestätigt

Das Parlament von Haiti hat die neue Regierung von Ministerpräsident Jean-Max Bellerive bestätigt. Die Abgeordneten sprachen ihr am Dienstag mit 70 zu zwei Stimmen das Vertrauen aus. Bellerive ist seit 2004 der sechste Regierungschef in dem politisch instabilen und verarmten Land. Der Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige Planungsminister ist Nachfolger von Michèle Pierre-Louis, die am 30. Oktober vom Senat gestürzt worden war.

Afghanistan-Abzug: Guttenberg will festen Termin

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich für einen klaren Abzugstermin aus Afghanistan ausgesprochen. Die künftige Unterstützung für die afghanischen Regierung knüpft er an deren Willen zu Reformen. Dem Stern sagte der CSU-Politiker, der wiedergewählte Präsident Hamid Karsai verdiene noch eine Chance im Kampf gegen Korruption und Drogenkriminalität. "Aber das kann nicht heißen, dass wir jahrelang zugucken und sagen: Na, schauen wir mal, wie das da so alles sein wird." Ein Datum für einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan könne er nicht nennen, sagte Guttenberg. "Aber klar ist auch: Die Sankt-Nimmerleins-Haltung ist politisch nicht mehr tragbar."

Über 20 Tote bei Kämpfen und einem Anschlag in Pakistan

Bei Kämpfen und einem Anschlag im Nordwesten Pakistans sind am Mittwoch mindestens elf Soldaten und zehn mutmaßliche Extremisten getötet worden. Die Detonation einer am Straßenrand versteckten Bombe in der Region Mohmand, rund 200 Kilometer nördlich von Süd-Waziristan, riss neun Soldaten der paramilitärischen Truppen in den Tod. Auch ein Passant wurde bei der Explosion nahe der Stadt Ghallani getötet. Im gleichen Gebiet hatten Dutzende Militante wenige Stunden zuvor eine paramilitärische Stellung mit Sturmgewehren und Raketenwerfern angegriffen, wie aus Regierungs- und Geheimdienstkreisenverlautete. Dabei wurden zwei Soldaten getötet und drei weitere teils schwer verletzt. Die Streitkräfte reagierten mit einem Hubschrauberangriff auf vermutete Stützpunkte der Extremisten. Dabei wurden nach Militärangaben mindestens zehn mutmaßliche Extremisten getötet.

Nahles: Basis knüpft Hoffnungen an neue SPD-Spitze

Die künftige SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat um einen Vertrauensvorschuss für die neue Parteiführung geworben. Sie gehe davon aus, dass sie diesen auch bei dem Bundesparteitag an diesem Wochenende in Dresden bekomme werde, sagte Nahles am Mittwochabend in Kiel nach einem Treffen mit 250 Vertretern der Parteibasis aus Schleswig-Holstein. Dort will die SPD ein neues Führungsteam wählen und ihre Strategie als Oppositionspartei festzurren. Angesichts der Ausgangslage fände sie es nicht schlimm, wenn die neue Führung nicht gleich Bombenergebnisse bekommen sollte, sagte Nahles. Gut sechs Wochen nach der schweren Niederlage bei der Bundes- und Landtagswahl diskutierte Nahles mit der Nord-SPD fast drei Stunden lang parteiintern offen und kritisch über Ursachen und Konsequenzen. Es war das letzte Treffen dieser Art vor dem Bundesparteitag.

Hamburg stellt Strahlengift-Verfahren gegen Russen ein

Drei Jahre nach dem Strahlentod des ermordeten russischen Geheimdienstlers Alexander Litwinenko hat die Hamburger Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen den Geschäftsmann Dmitri Kowtun eingestellt. "Deutschland hat mich von allen Vorwürfen befreit", teilte Kowtun nach Angaben der Agentur Interfax am Mittwoch mit. Die Staatsanwaltschaft bestätigte der dpa die Einstellung des Verfahrens. Die deutsche Justiz hatte nach der Vergiftung Litwinenkos im Herbst 2006 gegen Kowtun wegen Vorbereitung eines Strahlungsverbrechens ermittelt. Demnach hatte der Russe 2006 bei seiner Reise von Moskau nach London eine Spur der radioaktiven Substanz Polonium 210 hinterlassen. Auf seinem Zwischenstopp in Hamburg hatte der ehemalige Offizier bei seiner Exfrau übernachtet. Kowtun hatte Litwinenko getroffen, bevor dieser vergiftet wurde. Der Mord hatte international für Aufsehen gesorgt, ist aber bis heute nicht aufgeklärt. Die Tat belastet weiter die russisch-britischen Beziehungen.