SZ-Podcast "Auf den Punkt":Afghanistan: "Die Katastrophe ist längst da"

Die Taliban rücken in Afghanistan immer weiter auf Kabul vor. Hunderttausende sind auf der Flucht, Ausländer meist schon weg. Die NGO "Aktion gegen den Hunger" aber will bleiben.

Von Lars Langenau

Hunderttausende Menschen sind inzwischen auf der Flucht, die meisten innerhalb des Landes, andere sind auf dem Weg in die Nachbarländer Iran und Pakistan. Auch der Fall der Hauptstadt Kabul scheint nur eine Frage der Zeit. Das Auswärtige Amt rät allen deutschen Staatsangehörigen, das Land so schnell wie möglich zu verlassen. Aber mehrere tausend ehemalige afghanische Ortskräfte, die für die Bundeswehr oder in der Entwicklungshilfe gearbeitet haben, und deren Familienmitglieder sind noch da.

Für Hilfsorganisationen war Afghanistan bereits seit langem eines der gefährlichsten Länder der Welt. Der Niederländer Mike Bonke ist Landesdirektor der international tätigen "Aktion gegen den Hunger" mit Sitz in Kabul. Eins der vier Büros der NGO wurde gerade bei einem Luftangriff zerstört. Trotzdem will Bonke mit der NGO in Afghanistan bleiben, "dafür gibt es zu viel Arbeit hier". Doch selbst in Kabul seien die Straßen inzwischen nicht mehr sicher. "Niemand weiß gerade, wie es hier weitergeht: der Bürgerkrieg ist ja längst im Gang."

Weitere Nachrichten: Mehr Geimpfte als registriert, Regen in Griechenland, Hitzerekord auf Sizilien.

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