Sigmar Gabriel, 54, sitzt beim Thema TTIP zwischen allen Stühlen. Einerseits sind die Widerstände gegen das Abkommen vor allem in der politischen Linken groß, was einen SPD-Chef nicht kaltlassen kann. Andererseits ist der Bundeswirtschaftsminister zugleich auch der deutsche Handelsminister - und als solcher an der Senkung von Zöllen interessiert. Zuletzt hat Gabriel deshalb einen Spagat geübt: Einerseits lobt er die Vorzüge eines Handels, der nicht durch Zölle und unsinnige Vorgaben etwa für die Farben von Autoblinkern gehemmt wird.

Andererseits äußert er Zweifel am Sinn von Investorenschutz-Klauseln - also jenem Teil des Abkommens, der hierzulande auf besonders starke Kritik stößt. Zwischen Handelsräumen mit verlässlichen Rechtssystemen seien solche Abmachungen eigentlich überflüssig, findet Gabriel. In jüngster Zeit allerdings geht er mit den TTIP-Kritikern hart ins Gericht: Diese kritisierten das Abkommen, ohne dass es überhaupt ausgehandelt sei. Stimmt er dem Abkommen zu, wird er noch einige Überzeugungsarbeit leisten müssen.

Michael Bauchmüller

Bild: dpa 13. August 2014, 13:512014-08-13 13:51:55 © Süddeutsche.de/anri/sebi