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Coronavirus in Deutschland:Nicht stehenbleiben, nicht hinsetzen: NRW-Städte führen strenge Maßnahmen ein

Coronavirus - Düsseldorf

Düsseldorf hat ein "Verweilverbot" für die Altstadt und das Rheinufer an den kommenden Wochenenden bis zum 14. März verhängt.

(Foto: dpa)
  • NRW-Großstädte reagieren mit strengen Regeln auf den Massenandrag an den Wochenenden.
  • Das RKI meldet 9997 Neuinfektionen.
  • Baden-Württemberg will Lockerungen durch die Nutzung von Schnelltests erreichen.
  • Intensivmediziner sprechen sich für eine Verlängerung des Lockdowns bis Anfang April aus.
  • Die aktuellen Meldungen zum Coronavirus weltweit.

Nach dem Andrang von Menschenmassen auf Ausflugsziele am vergangenen Wochenende werden die Städte strenger: An vielen Orten sind mehr Kontrollen angekündigt - vor allem in Parks und Grünanlagen. In Düsseldorf sollen Besucher in der beliebten Altstadt nicht mehr stehen bleiben oder sich hinsetzen. In Köln und Dortmund gilt am Wochenende Maskenpflicht in einigen Parks.

Düsseldorf hat ein "Verweilverbot" für die Altstadt und das nahe Rheinufer an den kommenden Wochenenden bis zum 14. März verhängt. Damit ist es fast den ganzen Tag über verboten, in dem Bereich länger stehen zu bleiben, sich hinzusetzen oder auf eine Wiese zu legen. Außerdem gilt eine Maskenpflicht. Der Ordnungsdienst will das kontrollieren. Am vergangenen Wochenende waren Zehntausende auch aus dem Umland ins Zentrum von Düsseldorf geströmt.

Dortmund weitet die Maskenpflicht im Stadtgebiet aus. Nicht nur am Phoenix-See, wo an warmen Tagen zuletzt viele Menschen unterwegs waren, sondern auch in mehreren Parks gilt ab Samstag an Wochenenden und Feiertagen zwischen 12.00 und 18 Uhr auf den Wegen eine Maskenpflicht. Zugleich appellierte die Stadt, Hotspots zu meiden und stattdessen zum Beispiel einen städtischen Wald zu besuchen. "Auch die Friedhöfe werden heute von Spaziergängern zunehmend als Orte der Erholung genutzt", erklärte die Stadt. Naturschützer loben Friedhöfe schon längst als grüne Oasen.

Auch Köln setzt auf mehr Maske: Dort gilt in mehreren Parks freitags, samstags, sonntags und an Feiertagen von 10.00 bis 22.00 Uhr eine Maskenpflicht. Um darüber zu informieren, schickt die Stadt Fahrrad-Rikschas los, die die bei Bedarf sogar kostenlose OP-Masken verteilen. Wo Maskenpflicht gilt, darf die Bedeckung auch zum Rauchen nicht abgenommen werden. Beim Essen und Trinken im Stehen oder Sitzen ist das aber erlaubt.

RKI registriert 9997 Corona-Neuinfektionen und 394 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9997 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 394 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Freitag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9113 Neuinfektionen und 508 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 62,6 - und damit höher als am Vortag (61,7). Vor vier Wochen, am 29. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 94,4 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2 424 684 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 26.02., 03.10 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2 235 700 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 69 519.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 1,05 (Vortag 0,98). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 105 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Baden-Württemberg will mit Hilfe von Schnelltests aus dem Lockdown

Baden-Württemberg dringt auf eine schrittweise Lockerung des Corona-Lockdowns mit Hilfe von Schnelltests. In einem Impulspapier für die Bund-Länder-Beratungen am kommenden Mittwoch schlägt das Staatsministerium von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vor, unter anderem Teile des Einzelhandels und der Gastronomie sowie Museen auf diese Weise zu öffnen.

Die Veranstalter und Betreiber der Einrichtungen "müssen dafür Sorge tragen, dass nur Besucherinnen und Besucher Zutritt erhalten, die einen negativen Test vorweisen können", heißt es in dem Papier vom Donnerstag, das der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart vorliegt.

Der grüne Regierungschef vollzieht mit diesem Vorstoß einen Kurswechsel hin zu einer offensiveren Öffnungsstrategie, bei der das Land nicht mehr nur auf die Inzidenzzahl schauen will - trotz wieder steigender Infektionszahlen. Hintergrund sei vor allem die absehbare massenhafte Verfügbarkeit von Schnell- und Selbsttests, hieß es.

Im Südwesten ist in gut zwei Wochen Landtagswahl, bei der Kretschmann sein Amt verteidigen möchte. CDU-Spitzenkandidatin und Kultusministerin Susanne Eisenmann, die schon seit Wochen auf massenhafte Tests dringt, ließ ausrichten: "Wir sind froh, dass offensichtlich ein Umdenken stattgefunden hat. Besser spät als nie."

Angesichts einer drohenden dritten Corona-Welle durch die ansteckenderen Virusvarianten müsse man weiter Vorsicht walten lassen, heißt in dem Schreiben aus der Regierungszentrale. Doch mit Hilfe der Schnelltests und der bald auch einsetzbaren Laien-Selbsttests könne man die Einschränkungen abmildern. "In bestimmten Bereichen und zu bestimmten Anlässen können wir uns so ein Stück Freiheit zurückholen, ohne dass dies auf Kosten der Sicherheit geht."

Intensivmediziner fordern Lockdown-Verlängerung bis April

Deutschlands Intensiv- und Notfallmediziner haben eine Verlängerung des Lockdowns bis Anfang April gefordert. Drei Wochen mehr Disziplin seien entscheidend, um durch Impfungen eine schwer bis nicht mehr kontrollierbare dritte Welle zu vermeiden, sagte Gernot Marx, Präsident der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) am Donnerstag.

Nach einem neuen Prognosemodell der Divi könnte ein Öffnen am 7. März die Zahlen schwerkranker Corona-Patienten in Kliniken exorbitant in die Höhe treiben, hieß es. Der bisherige Höchststand lag im Januar bei etwa 6000 Corona-Patienten auf Intensivstationen. Im Moment seien es rund 2900, was in etwa dem Höhepunkt der ersten Welle im Frühjahr 2020 entspreche und beherrschbar sei, hieß es.

Stiko-Chef: Keine Impfungen nach "Gutsherrenart"

Die Diskussion um die Impfreihenfolge geht weiter: Seit Mittwoch können nun Grundschullehrkräfte und Kita-Erzieherinnen vorrangig geimpft werden - doch das stößt nun wieder auf Kritik bei Experten. Das weiche von der Impfreihenfolge ab, die die Ständige Impfkommission aufgrund wissenschaftlicher Kriterien empfohlen habe, sagte deren Chef Thomas Mertens dem rbb-Sender Radioeins. "Ich warne davor, eine Priorisierung nach diesen evidenzbasierten Kriterien ganz aufzugeben, weil dies (...) zu einem Chaos und einer Vergabe von Impfungen nach Gutsherrenart führen würde."

Für Menschen mit Vorerkrankungen sei es zum Teil schwer verständlich, wenn sie durch eine geänderte Priorisierung auf eine Impfung, auf die sie warten, nun noch länger warten müssten, sagte Mertens. Lehrkräfte und Erzieherinnen hätten kein höheres Risiko für eine schwere Covid-Erkrankung - außer wenn sie selbst unter einer Vorerkrankung litten. Dann könnten sie aber schon nach den bisherigen Plänen vorrangig geimpft werden. Bei Beibehaltung der bisher gültigen Impfreihenfolge könnten auch die meisten Todesfälle vermieden und insgesamt die meisten Lebensjahre in der Bevölkerung gewonnen werden, sagte Mertens.

Die Länder haben es selbst in der Hand, die Impfreihenfolge auf Basis der am Vortag geänderten Impfverordnung sowie den Empfehlungen der Impfkommission zu bestimmen. Beispielsweise in Baden-Württemberg können seit Wochenbeginn nun auch das pädagogische Personal in Schulen und Kitas, viele medizinisch Beschäftigte und Menschen mit einer geistigen Behinderung Termine in Impfzentren vereinbaren - nicht aber Patienten mit Krebs oder anderen schweren Vorerkrankungen.

Bereits bisher war vorgesehen, dass über 70-Jährige in Gruppe zwei geimpft werden - und Menschen mit Demenz oder geistiger Behinderung, nicht ruhendem Krebs, chronischen Lungen-, Leber- oder Nierenkrankheiten, schwerer Diabetes, Adipositas sowie Kontaktpersonen von Schwangeren und Pflegebedürftigen zuhause. Auch Polizisten, Angehörige bestimmter Gesundheitsberufe sowie Menschen, die in Obdachlosen- und Asylbewerberunterkünften untergebracht sind, zählen zur Gruppe zwei.

Mit der jüngsten Änderungen sind nun auch die Grundschullehrkräfte sowie die Erzieherinnen und Erzieher dazugekommen. Zwar liegen mit dem Vakzin von Astrazeneca hunderttausende Impfdosen bei den Ländern auf Halde, die nun eingesetzt werden können. Dennoch ist der Impfstoff weiterhin so knapp, dass nun weiter entschieden werden muss, wer auch innerhalb der Gruppe zwei zuerst geimpft wird. Vor Gruppe zwei waren - und sind teils noch - die Hochbetagten über 80, Pflegebedürftige und Pflegekräfte in Heimen, Beschäftigte ambulanter Pflegedienste, auf Intensivstationen und Rettungssanitäter an der Reihe.

RKI: Schüler "eher nicht Motor" der Pandemie

Das Robert Koch-Institut (RKI) ist der hoch umstrittenen Frage nach dem Beitrag von Schulen zur Pandemie in Deutschland nachgegangen. Eine Analyse von Meldedaten und Studien lege nahe, dass Schülerinnen und Schüler "eher nicht als 'Motor'" eine größere Rolle spielten. Aber auch bei ihnen komme es zu Übertragungen und Ausbrüche müssten verhindert werden. Lehrkräfte spielten "eine vielleicht wichtigere Rolle" als Schüler, heißt es. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten RKI-Online-Publikation hervor.

Schulausbrüche stehen demnach in engem Zusammenhang mit der Inzidenz (Fallzahlen pro 100 000 Einwohner) in der Bevölkerung. "Auftretende Ausbrüche sind im Regelfall im beobachteten Zeitraum klein und etwa die Hälfte beschränkt sich auf die Jahrgänge oder Klassen", stellten die Wissenschaftler fest. Größere Ausbrüche - in einem Fall mit 55 Fällen - kämen zwar vor, seien aber "insgesamt ein seltenes Ereignis".

Der Hauptfokus der Untersuchung lag auf Ausbrüchen, die zwischen Anfang August und Mitte Dezember ans RKI gemeldet wurden, also zwischen Ende der Sommerferien in ersten Bundesländern und dem Beginn des verschärften bundesweiten Lockdowns.

Als auffällig beschreiben die Wissenschaftler einen weiteren linearen Anstieg der Schulausbrüche auch nach Beginn des Lockdown light Ende 2020. Diese gingen vor allem auf die jüngeren Altersgruppen zurück. "Dies deutet daraufhin, dass auch unter jüngeren Altersgruppen Transmissionen (Anm: Übertragungen) im Schulsetting stattfinden."

Grundsätzlich seien alle Altersgruppen und Lehrkräfte in Schulausbrüchen vertreten, hieß es weiter. Das höchste relative Risiko, darin involviert zu sein, hätten Lehrkräfte. Es sei anzunehmen, dass deren Kontaktmuster sich von dem der Schüler unterscheidet, etwa durch Begegnungen im Kollegium und mit Eltern.

Bedenken muss man bei der Untersuchung, dass die Autoren vor allem auf Meldedaten blicken, die auf laborbestätigten Corona-Fällen beruhen. Sie weisen selbst auf eine Reihe von damit verbundenen Einschränkungen hin: Insbesondere Grundschüler wiesen relativ häufig keine Symptome auf oder der Beginn der Erkrankung lasse sich schwer zuordnen. Möglicherweise werde eine "größere Anzahl" asymptomatischer Infizierter verpasst und die Größe von Ausbrüchen unterschätzt. Anhand einer großen österreichischen Studie könne aber angenommen werden, "dass dieser Fehler vermutlich nicht substanziell groß ist".

Die neuen Corona-Varianten, insbesondere die in Großbritannien entdeckte Mutante B.1.1.7 stellen den Autoren zufolge "neue Herausforderungen dar". Die leichtere Übertragbarkeit scheine auf alle Altersgruppen zuzutreffen. Schulen könnten dadurch möglicherweise eine größere Rolle beim Infektionsgeschehen spielen. Die Studie empfiehlt, dies bei Öffnungsüberlegungen zu beachten.

Der Berliner Virologe Christian Drosten hatte sich Anfang Februar zum wiederholten Mal zu der Frage geäußert, ob Kinder oder Schulen denn nun Treiber der Pandemie seien. Er appellierte, sich "von dieser blöden Idee" zu verabschieden, dass irgendeine Gruppe der spezielle Treiber des Geschehens sei. "Wir leisten alle den gleichen Beitrag zu diesem Problem", sagte der Charité-Experte.

Bundesländer wollen bis April deutlich mehr impfen

Mit der Ankunft von mehr Impfstoff rechnen die Bundesländer bis Anfang April mit einem deutlichen Fortschritt bei den Impfungen gegen das Coronavirus. In mehreren Ländern könnten die Impfkapazitäten bis dahin verdoppelt werden, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. Den Angaben zufolge begrenzten bisher insbesondere fehlende Impfstoffmengen die Immunisierung. Dagegen habe es ausreichend Personal gegeben.

Der Hersteller Biontech kündigte bis Ende März eine Gesamtmenge von mehr als 11,5 Millionen Impfdosen an. Von Moderna sollen bis dahin 1,8 Millionen Dosen an die Länder ausgeliefert werden. Hinzu kommen voraussichtlich rund 5,6 Millionen Dosen des Impfstoffs von Astra Zeneca. Insgesamt könnten also bis dahin knapp 19 Millionen Impfdosen ausgeliefert worden sein.

Bayern meldete eine Kapazität von zuletzt rund 46 000 Impfungen am Tag. Sie soll angesichts der angekündigten Liefermengen bis April auf rund 111 000 ausgebaut werden. In Baden-Württemberg könnten theoretisch bis zu 60 000 Impfungen am Tag erfolgen; derzeit sind es 14 000 bis 19 000. Da aber bis Mitte März rund 450 000 Dosen des Impfstoffs von Astra Zeneca erwartet werden, geht man im Land von einer Steigerung aus.

Zuwächse bis hin zu einer Verdopplung oder gar Vervielfachung der Möglichkeiten sind nach Länderangaben auch in Bremen, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein oder Thüringen möglich. In Niedersachsen etwa wurden zuletzt 17 000 Dosen am Tag gespritzt. Die Kapazität in den Impfzentren liege aber derzeit bei rund 20 000 Impfungen pro Tag, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. "Da ist durchaus noch Luft nach oben."

Zuletzt hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf ein höheres Impftempo in den Ländern gedrängt. Diese hätten Kapazitäten von bis zu 300 000 Impfungen am Tag gemeldet - im Moment fänden bis zu 150 000 am Tag statt, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in ZDF. Deswegen gehe er davon aus, "dass das jetzt auch deutlich hochgefahren wird". Jetzt sei Impfstoff da. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind bis einschließlich Dienstag 5,4 Millionen Impfdosen gespritzt worden.

Tourismusbeauftragter rechnet mit Auslandsreisen in den Sommerferien

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, erwartet, dass trotz Corona-Pandemie in diesem Jahr relativ problemlos Sommerferien im Ausland möglich sein werden. "Ich hoffe, dass bis Sommer die meisten Deutschen geimpft sind und auch ins Ausland verreisen können", sagte der CDU-Abgeordnete der Bild.

Er sehe keinen Grund, warum man beispielsweise nicht auf Mittelmeerinseln reisen könne, wenn der Sieben-Tage-Inzidenzwert dort unter 35 liege. Bareiß warnte davor, Reisen unnötig schwer zu machen. "Wir können die Menschen ja nicht dauerhaft zu Hause festhalten."

Die 50er-Marke ist eines der Kriterien für die Einstufung als Risikogebiet durch das Robert-Koch-Institut. Seit Mitte August vergangenen Jahres gilt auf dieser Grundlage für Spanien mit den Balearen eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts. In Deutschland lag der Sieben-Tage-Wert am Mittwoch knapp unter 60.

Koalition plant bis zu 25 000 Euro Strafe für Impfvordrängler

Wer sich beim Impfen gegen das Coronavirus vordrängelt, soll nach dem Willen von Union und SPD künftig bis zu 25 000 Euro Strafe zahlen. Das sieht ein Änderungsantrag der Koalition für das Gesetz zur Fortgeltung der Regelungen über die epidemische Lage von nationaler Tragweite vor, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete. Die Angaben wurden der Deutschen Presse-Agentur am Abend aus Fraktionskreisen bestätigt. Demnach war es die SPD, die auf eine solche Regelung drängte.

In den vergangenen Wochen waren mehrfach Fälle von Mandatsträgern und anderen bekannt geworden, die sich impfen ließen, obwohl sie noch gar nicht an der Reihe waren. Darunter waren Bürgermeister, Landräte, Geistliche, Feuerwehrleute und Polizisten. Solche Verstöße gegen die Impfverordnung sollen dem Bericht zufolge künftig als Ordnungswidrigkeit eingestuft und entsprechend geahndet werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Mitte Februar angekündigt, Sanktionen gegen Vordrängler zu prüfen. Er wies damals darauf hin, dass das Infektionsschutzgesetz bereits Sanktionen wie etwa Bußgelder kenne.

© SZ/dpa/hij/saul/bix/gal/aner/odg
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