Coronavirus in Deutschland:Spahn will 50er-Inzidenz aus Infektionsschutzgesetz streichen

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"Der neue Parameter ist dann die Hospitalisierung", sagt der Gesundheitsminister. Das kleine Wacken-Festival "Bullhead City" fällt aus.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, in der Corona-Pandemie die Messgröße eines Inzidenzwerts von 50 aus dem Infektionsschutzgesetz zu streichen. "Die 50er-Inzidenz im Gesetz, die hat ausgedient", sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Der Wert - nicht mehr als 50 neue Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen - habe für eine ungeimpfte Bevölkerung gegolten.

Im Infektionsschutzgesetz sind bei bestimmten Zahlen von neuen Corona-Fällen besondere Maßnahmen vorgesehen. Einige Bundesländer sind von der Fokussierung auf die Inzidenz jedoch schon abgerückt. "Deswegen ist mein Vorschlag, jetzt auch diesen Maßstab, diese 50er-Inzidenz, aus dem Gesetz zügig zu streichen", sagte der Minister. Darüber könnte der Bundestag noch vor der Wahl am 26. September entscheiden. "Der neue Parameter ist dann die Hospitalisierung", so Spahn. Damit ist die Zahl der Covid-19-Patienten gemeint, die im Krankenhaus liegen. (23.08.2021)

Auch das kleine Wacken-Festival "Bullhead City" fällt aus

Die für Mitte September geplante kleinere Ausgabe des Heavy-Metal-Festivals im schleswig-holsteinischen Wacken fällt aus. Das Festival kann nach Angaben der Veranstalter aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklungen im Kreis Steinburg nicht stattfinden. "Auch wenn wir wirklich traurig sind, dass wir nun doch im September kein Wiedersehen mit den Metalheads feiern können, betrachten wir diese Entscheidung als die richtige", sagte Festival-Mitbegründer Thomas Jensen.

"Das Amt Schenefeld als zuständige Ordnungsbehörde bedauert die notwendige Absage des Bullhead City außerordentlich", sagte Amtsdirektor Andreas Faust. Es stehe aber die Gesundheit von Gästen, Beschäftigten und Bürgern im Vordergrund. Zuletzt hatte die Kieler Landesregierung die Zahl der Corona-Fälle je 100 000 Einwohner im Kreis Steinburg an den vergangenen sieben Tagen mit 64,1 angegeben.

Die Veranstalter hatten für das ursprünglich vom 16. bis 18. September geplante Festival mit 20 000 Besuchern pro Tag geplant. Es wurden Auftritte unter anderem von Blind Guardian, Nightwish, Powerwolf, Doro und Hämatom erwartet. Früheren Angaben zufolge waren bereits mehr als 10 000 Karten verkauft worden. Ticketkäufer sollen ihr Geld nun zurückerhalten. (23.08.2021)

Inzidenz in NRW fast doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen lag sie bei 56,4 - am Vortag hatte der Wert 54,5 betragen, vor einer Woche 36,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 3668 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.30 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2126 Ansteckungen gelegen.

In Nordrhein-Westfalen ist die Inzidenz erstmals seit langer Zeit mit 103,3 wieder dreistellig und damit so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Am Vortag waren es 99,2 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen gewesen, vor einer Woche hatte der Wert 57,2 betragen. Den zweithöchsten Wert unter den Bundesländern verzeichnet Hamburg mit einer Inzidenz von 71,6.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden. (23.08.2021)

Baerbock hält Impfpflicht in bestimmten Berufsgruppen für denkbar

Für den Fall einer drastischen Verschlimmerung der Corona-Lage in Deutschland hält Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen für denkbar. "Braucht es eine Impfpflicht für spezielle Berufsgruppen wie Krankenhaus oder Pflegepersonal oder Erzieher?", wurde Baerbock nach der Aufzeichnung des ARD-Sommerinterviews gefragt, als sie im Online-Programm Tagesschau24 noch Zuschauerfragen beantwortete. "Eine Impfpflicht ist in unserem Land gesetzlich, rechtlich, juristisch nicht ganz einfach", sagte Baerbock daraufhin. Es gebe aber Berufszweige etwa bei der Bundeswehr, wo so etwas möglich sei.

Die Grünen-Chefin verwies auch auf die Lage in den Schulen und auf Kinder, die wegen ihres jungen Alters noch nicht geimpft werden könnten. "Man muss ja sich vorstellen, was sind die Alternativen. Und wenn die Alternative ist, harter Lockdown, Kitas und Schulen wieder komplett zu - was echt ein Desaster für viele Familien war - dann müssen alle anderen Alternativen mit auf den Tisch" sagte Baerbock. Wie heftig es noch werde, könne sie aber nicht vorhersehen. Noch seien nicht alle anderen Möglichkeiten ausgereizt. (23.08.2021)

Kein Babyboom durch den Lockdown im vergangenen Jahr

Der erste Lockdown während der Corona-Krise hat die Familienplanung der Deutschen kaum beeinflusst. Von Januar bis Mai 2021 kamen etwa 315 000 Kinder zur Welt und damit 1,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. In den "von der einsetzenden Corona-Pandemie geprägten Monaten war die Entwicklung unauffällig", so die Behörde.

Die Geburten der ersten fünf Monate des laufenden Jahres gehen auf Schwangerschaften zurück, die während des ersten Lockdowns von Ende März bis Anfang Mai sowie in den Sommermonaten 2020 begonnen haben, in denen die pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen dann wieder weitgehend aufgehoben waren. "Die Corona-Maßnahmen und deren Lockerung in der ersten Jahreshälfte 2020 haben sich offenbar nicht unmittelbar auf die Familienplanung ausgewirkt", sagte die Demografie-Expertin im Statistischen Bundesamt, Olga Pötzsch. "Während des ersten Lockdowns und auch in den Sommermonaten wurden weder deutlich mehr noch deutlich weniger Kinder gezeugt als im Jahr 2019."

Einziger Ausreißer nach oben sei der März. "Diese Geburten gehen überwiegend auf Schwangerschaften zurück, die mit dem Abflachen der ersten Corona-Welle und mit den Lockerungen der Kontaktbeschränkungen ab Anfang Mai 2020 begonnen haben", sagte Pötzsch. (23.08.2021)

Leichtes Anziehen bei Impfunganmeldungen in einigen Bundesländern

Trotz Einschränkungen für die Menschen ohne Corona-Impfung im Alltag verzeichnen Impfzentren und Arztpraxen in Deutschland derzeit keine generelle Trendwende hin zu mehr Impfungen. Einige Bundesländer meldeten aber wieder ein leichtes Anziehen des zuletzt stark nachgelassenen Impftempos. "Die Impfungen ziehen leicht an", sagte etwa ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums. Die Zweitimpfungen dominierten. Keinen Positivtrend gibt es in den westfälisch-lippischen Arztpraxen, wie eine Sprecherin der dortigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) sagte.

In Baden-Württemberg sei eine Zunahme bei den Erstimpfungen auf niedrigem Niveau zu beobachten, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart mit. Für Bayern hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag von steigenden Anmeldezahlen im Impfportal des Landes berichtet. In Schleswig-Holstein sei in der Tendenz eine leicht erhöhte Inanspruchnahme von Impfangeboten feststellbar, hieß es beim Sozialministerium in Kiel.

In anderen Ländern ist von einer Trendwende zu wieder mehr Impfungen bisher nichts zu spüren. Entsprechend äußerten sich etwa Vertreterinnen und Vertreter der Behörden und KVen in Niedersachsen, Hessen, Hamburg, Thüringen und Sachsen. Teils deutliche Rückgänge werden aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt gemeldet. In den Ländern, in denen noch Sommerferien sind, erwarten die Ärzte-Vereinigungen und Behörden teils für danach steigende Impfzahlen. Ab diesem Montag gelten in Deutschlands teils ausgeweitete "3G"-Regeln: Zutritt zu Restaurants, Friseuren, Kliniken, Schwimmbädern und anderen Innenräumen gibt es bei hohem Infektionsgeschehen nur noch für Geimpfte, Genese oder negativ Getestete. (23.08.2021)

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