Alle Daten zur Pandemie:Aktuelle Zahlen zum Coronavirus

In welchen Grafiken lässt sich die Dynamik der Pandemie am besten abbilden? Der ständig aktualisierte Daten-Überblick der SZ hilft, Entwicklungen und die aktuelle Lage einzuschätzen.

Von Markus Hametner, Sören Müller-Hansen und Benedict Witzenberger

Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Zahlen und Grafiken zum Verlauf der Corona-Pandemie. Der obere Teil widmet sich der Situation in Deutschland - in Bezug auf Infektionen, Patientinnen und Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, Todesfälle und Impfungen. Sofern möglich, werden die Daten differenziert nach Regionen und Altersgruppen dargestellt.

Die Zahl der Neuinfektionen ist ein entscheidender Indikator. Geht dieser Wert zurück, ist das Virus unter Kontrolle. Sobald die Zahl wieder ansteigt, droht ein Rückfall in eine exponentielle Ausbreitung, die sehr schnell unkontrollierbar werden kann. Die Inzidenz-Berechnung des RKI steht in der Kritik, da sie systematisch zu niedrig ausfällt.

Es ist daher wichtig, nicht nur auf den aktuellen Wert, sondern insbesondere auf die Entwicklung der Inzidenz zu schauen. Sie erlaubt auch auf lokaler Ebene, früh eine sich verschärfende Situation zu erkennen und lässt Rückschlüsse darauf zu, wie viele Menschen zu einem späteren Zeitpunkt im Krankenhaus oder gar auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Richtig ist aber auch, dass dank vieler geimpfter Menschen inzwischen bei gleich vielen Neuinfizierten wie in früheren Hochinzidenzzeiten weniger schwere Fälle zu erwarten sind. Die jeweilige Berechnungsgrundlage ist in der Quellenangabe unter der Grafik angegeben.

Ein weiterer wichtiger Faktor: die Reproduktionszahl. Sie gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Mittel ansteckt. Das Robert Koch-Institut berechnet sie über die Neuinfektionen. Liegt der R-Wert über 1, breitet sich das Virus exponentiell aus. Ein R unter 1 bedeutet, dass die Ausbreitung vorerst gebremst werden konnte.

In Deutschland haben Bund und Länder beschlossen, das Management der Epidemie stärker in die Regionen zu verlagern. So wird die Zahl der Neuinfektionen für jeden Landkreis und jede kreisfreie Stadt einzeln beobachtet.

Eine große Rolle spielt die Altersverteilung der Infizierten, denn die Wahrscheinlichkeit für schwere Verläufe steigt mit dem Alter stark an. Eine Faustformel: Jenseits von 80 Jahren stirbt jeder zehnte infizierte Mensch, sofern er noch nicht durch eine Impfung oder eine überstandene Infektion geschützt ist, mit abnehmendem Alter reduziert sich das Sterberisiko alle zwanzig Jahre um den Faktor zehn.

Das ist eine mögliche Erklärung, warum es im Herbst 2020 trotz steigender Fallzahlen zunächst vergleichsweise wenig Intensivpatienten und Todesfälle gab. Bei einer unkontrollierten Ausbreitung des Virus war zu erwarten, dass auch die schweren Verläufe wieder zunehmen. Und das ist im Winter 2020/2021 geschehen.

Ein entscheidender Faktor dafür, wie viele Menschen auf der Intensivstation ihre Covid-19-Erkrankung überleben, ist das Alter der Patientinnen und Patienten. Je älter, desto geringer die Überlebenschancen.

Im Infektionsschutzgesetz ist seit September 2021 die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen im Krankenhaus als maßgeblich für die Einführung von Maßnahmen festgeschrieben. Wie bei der Inzidenz der Fallzahlen berechnet das RKI auch eine 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz. In die aktuelle Zahl fließen stets die Fälle ein, bei denen die Gesundheitsämter in den vorhergehenden sieben Tagen die Corona-Infektion verzeichnet haben. Da häufig zwischen dieser Meldung und dem Tag, an dem ein infizierter Mensch ins Krankenhaus muss, mehr als eine Woche vergeht, muss die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz nachträglich deutlich nach oben korrigiert werden. Die SZ berechnet daher eine eigene Schätzung auf Basis der Korrekturen der zurückliegenden Wochen, in welchem Bereich der Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen müsste.

Wie sieht die Lage bei den Impfungen aus?

Seit Dezember 2020 werden Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. In den ersten Monaten war das Angebot an Impfterminen noch knapp, inzwischen empfiehlt die Stiko fast allen Menschen ab zwölf Jahren die Covid-19-Impfung, Impfstoff ist im Überfluss vorhanden. Dennoch gibt es viele Menschen, die sich noch nicht haben impfen lassen. Um eine Herdenimmunität zu erreichen wäre laut RKI eine Durchimpfungsrate von 85 Prozent nötig. Auch bei geringeren Zahlen ist jedoch ein gewisser Herdenschutz gegeben.

Wie sieht die Corona-Situation weltweit aus?

Die Epidemie nahm Ende Dezember 2019 in China ihren Anfang und breitete sich dann innerhalb weniger Wochen über die ganze Welt aus. Einige Länder wurden seitdem deutlich schwerer getroffen als andere.

Diese Tabelle zeigt den aktuellen Stand in allen Staaten der Welt. Die Daten stammen von der Johns-Hopkins-Universität, die neben amtlichen Statistiken auch Medien als Quelle verwendet, die häufig schneller Daten liefern. Die Zahl der Neuinfektionen ist dabei immer ein gleitender Mittelwert über die vergangene Woche. So werden Schwankungen herausgerechnet, die daraus resultieren dass an Wochenenden weniger Fälle gemeldet werden - obwohl man annehmen kann, dass sich an ihnen genauso viele Menschen infizieren wie an Wochentagen.

Diese Daten sind nur ein Ausschnitt der Wirklichkeit. Es gibt eine große Zahl von Patienten, die nicht erfasst sind - und womöglich noch gar nicht wissen, dass sie das Virus bereits in sich tragen. Insbesondere in afrikanischen Staaten reichen die Testkapazitäten bei weitem nicht aus, dort dürfte die Dunkelziffer besonders hoch sein. Eine sinnvoller Metrik für die Testzahlen ist die Positivrate. Sie beschreibt das Verhältnis zwischen positiven Tests und der Gesamtzahl der Tests. Liegt sie unter etwa fünf Prozent gilt eine Pandemie in einem Land als kontrollierbar. Höhere Werte deuten daraufhin, dass nicht ausreichend getestet wird.

Da in verschiedenen Ländern in unterschiedlichem Ausmaß getestet wird, sind die absoluten Fallzahlen nur eingeschränkt vergleichbar. Auch kann man bei den Meldungen von autoritären Regimen mindestens skeptisch sein, inwieweit diese die Realität abbilden. Für den internationalen Vergleich bietet sich daher ein zusätzlicher Blick auf die Todesfälle an. Diese sind besser vergleichbar. Da jedoch auch manche Covid-Toten nicht als solche erfasst werden, blicken Statistiker außerdem auf die gesamte Übersterblichkeit in den Ländern.

Eine Übersterblichkeit liegt vor, wenn mehr Menschen sterben als statistisch zu erwarten wäre. Dazu wird Woche für Woche die Zahl der Verstorbenen im Jahre 2020 und 2021 mit dem Mittelwert der Vorjahre verglichen. Dabei geht es um alle Sterbefälle unabhängig von der Todesursache. Da die Standes- und Statistikämter die Todesfälle mit Verzögerung erhalten, aufbereiten und veröffentlichen, lässt sich eine verlässliche Aussage erst mit einigen Wochen Abstand treffen.

© SZ.de/beu/vwo/jsa
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FAQ
:Fragen und Antworten zur Corona-Pandemie

Warum ist die Zahl der Infizierten trügerisch? Woran lässt sich am besten erkennen, wie die Lage sich entwickelt? Fragen und Antworten zu den Daten der Corona-Pandemie.

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