Unwetter in Bad Tölz-Wolfratshausen:Herzogstandbahn steht wegen Sturms still

Unwetter in Bad Tölz-Wolfratshausen: Arbeit im Betriebsraum der Herzogstandbahn: Bernd Heilingbrunner (links) und Jörg Findeisen.

Arbeit im Betriebsraum der Herzogstandbahn: Bernd Heilingbrunner (links) und Jörg Findeisen.

(Foto: Manfred_Neubauer)

Der befürchtete Eisregen bleibt im Landkreis aus. Auf den Straßen bleibt es ruhig.

Von Benjamin Engel, Bad Tölz-Wolfratshausen

Wegen starker Sturmböen aus südwestlicher Richtung hat die Herzogstandbahn am Mittwoch vorsorglich stillgestanden. Der befürchtete Eisregen ist im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen aber zumindest tagsüber ausgeblieben. Gegen Mittag meldeten weder die örtliche Kreisfeuerwehr noch die ansässigen Polizeiinspektionen durch Blitzeis verursachte Unfälle oder Behinderungen.

Noch vormittags hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Gefahren für Leib und Leben durch gefrierenden Regen gewarnt. Die Menschen sollten möglichst zu Hause bleiben beziehungsweise vorsichtig unterwegs sein. Bis Donnerstagfrüh warnte der DWD für den südlichen Landkreis vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten von um die 85 Kilometern pro Stunde oberhalb von 1500 Höhenmetern. In exponierten Lagen wurden Windgeschwindigkeiten bis 100 Kilometer pro Stunde erwartet.

Böen von mehr als 63 Kilometern pro Stunde

"Für uns gilt Safety first", begründete Jörg Findeisen, Geschäftsführer der Herzogstandbahn am Walchensee den Betriebsstopp am Mittwoch. Problematisch seien die wechselnden Windbedingungen. Teils sei es windstill, vereinzelt stark böig. "Gegen zehn Uhr war es am heftigsten. Da gab es Böen von mehr als 63 Stundenkilometern", so Findeisen. "Aktuell sind es 52 Stundenkilometer", meldete der Bergbahn-Geschäftsführer um kurz nach 12 Uhr mittags.

Problematisch für den Liftbetrieb am Herzogstand ist es, wenn der Wind quer auf die Bahnachse trifft und böig ist. Genau das war am Mittwoch der Fall, als es aus südwestlicher Richtung stürmte. Bei einer Versorgungsfahrt der Kollegen sei die Gondel stark hin- und hergeschwankt, obwohl das Tempo auf Höhe einer Seilbahnstütze auf 0,4 Meter pro Sekunde gedrosselt worden sei, so Findeisen. Normalerweise liege die Fahrgeschwindigkeit bei um die sieben Metern pro Sekunde. Laut dem Geschäftsführer ist es für die Herzogstandbahn gesetzlich vorgeschrieben, dass der Betrieb bei quer auf die Bahnachse treffenden Windgeschwindigkeiten von 16 Metern pro Sekunde und mehr einzustellen ist.

Das Mitarbeiterteam nutzte den Tag ohne Seilbahnbetrieb laut Findeisen für anderweitige Aufgaben - von Metallarbeiten, Verschönerungsarbeiten an der Kabine bis zu Baumfällungen an der Talabfahrt.

Auf den Strecken der Bayerischen Regiobahn (BRB) von München Richtung Bad Tölz und Lenggries lief der Betrieb dagegen störungsfrei. "Wir hoffen, dass es so bleibt", sagte eine Sprecherin. Kreisfeuerwehr-Sprecher Stefan Kießkalt nannte den Einsatztag ruhig.

Auf den Bundes- und Landstraßen im Landkreis hatte das Team des Staatlichen Bauamts Weilheim von zwei Uhr Mittwochnacht an vorsorglich gestreut. Es sei aber im Landkreis von einer "leichten Entwarnung" auszugehen, so ein Behördensprecher am Nachmittag. Die aktuelle Lage prüften die Straßenmeistereien mithilfe von DWD-Prognosen sowie Daten aus 20 örtlichen Straßenwetterstationen.

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