bedeckt München 11°
vgwortpixel

Klinikum Großhadern:Polizeistreife ermöglicht Nierentransplantation

Organspenden

Um Spenderorgane erfolgreich transplantieren zu können, darf es keine Verzögerungen geben.

(Foto: dpa)
  • Die Ottorbunner Polizei hat tatkräftig daran mitgewirkt, dass einem 65-Jährigen aus eine Spenderniere transplantiert werden konnte.
  • Als ein Organ für den Mann gefunden war, war dieser nicht ausfindig zu machen.
  • Bei der Transplantation von Spenderorganen ist immer Eile geboten, deswegen schaltete die Klinik die Polizei ein, um den Mann ausfindig zu machen.

Rund 8000 Menschen stehen in Deutschland auf der Warteliste für eine Nierentransplantation. Unter ihnen war bis zum Sonntagabend auch ein 65-Jähriger aus dem Raum Ottobrunn. Dass ihm inzwischen erfolgreich ein neues Organ eingepflanzt werden konnte, hat er den Beamten der örtlichen Polizeiinspektion zu verdanken. Den entscheidenden, den rettenden Anruf aus dem Transplantationszentrum Großhadern hatte der Mann offenbar verpasst. Doch bei Nierentransplantationen zählt jede Minute.

Deshalb wandte sich die diensthabende Ärztin aus dem Klinikum am Sonntag um 23.20 Uhr mit einem ungewöhnlichen Notruf an die Einsatzzentrale im Polizeipräsidium. Einer ihrer Patienten warte seit geraumer Zeit auf eine geeignete Spenderniere, sagte die Medizinerin. Soeben habe man ein geeignetes Organ gefunden. Für den Patienten ein absoluter Glücksfall. Denn die mittlere Wartezeit auf eine Spenderniere beträgt in Deutschland mehrere Jahre. "Das bedeutet in dieser Zeit durch die Abhängigkeit von der Dialyse eine starke Einschränkung der Lebensqualität", heißt es auf der Internetseite des Transplantationszentrums.

Transplantationsmedizin Das Tier im Menschen
Xenotransplantation

Das Tier im Menschen

Um Menschenleben zu retten, sollen Patienten in Zukunft Organe von Schweinen eingepflanzt werden. Patientenwohl und Tierleid müssen dabei gegeneinander abgewogen werden.   Von Thomas Jordan

Damit eine Transplantation gelingen kann, ist es entscheidend, dass der Empfänger ohne große Verzögerung zum Krankenhaus kommt. Nach Ankunft in der Klinik und der Aufnahme wird der Patient in solchen Fällen auf der Station bereits erwartet. Das Problem bei dem Mann aus dem Landkreis München: Just im entscheidenden Moment war er für das Klinikum auf keinem Weg zu erreichen.

Die Polizei reagierte sofort und schickte eine Streife der nächstgelegenen Polizeiinspektion 28 aus Ottobrunn zum Wohnort des 65-Jährigen. Die Beamten konnten den Organempfänger glücklicherweise dort antreffen. Als sie das Transplantationszentrum darüber informierten, stellte sich heraus: Es musste jetzt sehr, sehr schnell gehen. Der Patient musste sofort und auf schnellstem Wege in die Klinik gebracht werden.

Die Ottobrunner Polizisten zögerten nicht, setzten den Patienten in ihren Streifenwagen und fuhren den 65-Jährigen selbst in das mehr als 20 Kilometer entfernte Klinikum. Ihre Beteiligung an der Nierentransplantation erwies sich als entscheidend: Die Operation konnte noch rechtzeitig durchgeführt werden. Der 65-Jährige hat die Operation nach Polizeiangaben vom Dienstag gut überstanden.

© SZ.de/pvn
Organspende Das letzte Geschenk
SZ-Magazin

Organspende

Das letzte Geschenk

In Deutschland werden zu wenige Organe ­gespendet. Wie stehen Ärzte und Klinikmitarbeiter dazu, die Sterbenden und ihren Familien täglich begegnen? Wir haben das Personal einer Intensivstation in München befragt.

Zur SZ-Startseite