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Corona in München:Feiern, bis das Virus kommt

Polizei löst illegale Party in München auf

Die Polizei löst am Sonntagmorgen eine illegale Rave-Party im Schlachthofviertel auf. Die Gäste haben dort ohne Maske und Abstand gefeiert.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Im Großraum München steigen die Infektionen stark an. Eine Ursache: Feiern auf engstem Raum. So löste die Polizei am Sonntagmorgen eine illegale Rave-Party im Schlachthofviertel auf.

Die Zahl der Corona-Fälle im Großraum München steigt weiterhin stark an. Am Sonntag meldete das städtische Referat für Gesundheit und Umwelt, dass sich innerhalb eines Tages 92 Menschen in München mit dem Virus infiziert haben. Damit erhöht sich der Wert der positiv Getesteten innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 48,6 Menschen pro 100 000 Einwohner, 1282 Münchner sind demnach akut mit dem Corona-Virus infiziert. Ab dem Schwellenwert von 50 wird die Stadt voraussichtlich weitere Einschränkungen beschließen, etwa eine frühere Sperrstunde in der Gastronomie oder Maskenpflicht in den Fußgängerzonen.

Bereits vor drei Wochen hatte München den Schwellenwert mehrere Tage lang überschritten. Eine Ursache für die derzeit stark steigenden Zahlen an Infizierten sind möglicherweise auch Feiern und Partys von vielen Menschen auf engstem Raum.

So löste die Polizei am frühen Sonntagmorgen in der Isarvorstadt eine illegale Rave-Party auf. Zeugen hatten gegen 6 Uhr berichtet, dass im Schlachthofviertel eine illegale Feier mit 150 Personen stattfinden würde, die weder Masken trügen noch Mindestabstände einhielten. Da die Party in einem leer stehenden Gewölbe direkt an den Gleisen gefeiert wurde, befürchtete die Einsatzleitung, dass Teilnehmer versuchen könnten, in der Dunkelheit über die Gleise wegzulaufen, wenn die Polizei anrückt, teilte ein Sprecher am Sonntag mit. Daher wurde zunächst die Bundespolizei verständigt, die die Gleise abriegelte.

Als gegen 7 Uhr der Zugriff erfolgte, waren nur noch 30 Personen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren anwesend. Alle wurden wegen Verstoßes gegen die Infektionsschutzmaßnahmen angezeigt. Insgesamt seien etwa 80 Beamte im Einsatz gewesen, hieß es. Erste Ermittlungen hätten ergeben, dass die Organisatoren das Gebäude aufgebrochen und dort eine Musikanlage aufgebaut hatten. Daher wird auch eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs geprüft. Die 30 Frauen und Männer, die am Morgen noch angetroffen wurden, hätten sich überwiegend kooperativ verhalten, hieß es.

Auch rund um München werden immer mehr Corona-Infektionen gemeldet. Fürstenfeldbruck gilt mit einem aktuellen Inzidenzwert von 64,3 als einer der Landkreise mit den meisten Corona-Neuinfektionen in Deutschland. In den Landkreisen München und Ebersberg wurde mit 35,7 und 43,2 die Warnmarke von 35 Infizierten pro 100 000 Einwohner überschritten. Im Landkreis Dachau agiert Landrat Stefan Löwl präventiv, obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz erst bei etwa 33 liegt. Er verfügte eine Maskenpflicht für das Landratsamt von diesem Montag an.

© SZ vom 12.10.2020 / anh, anl, kmp/mmo

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