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Digitalisierung in Freising:Es geht voran beim 5G-Ausbau

Antennen für 5G-Netz

5G steht im Landkreis Freising bereits vielen zur Verfügung, je nach Netzbetreiber verläuft der Ausbau aber höchst unterschiedlich.

(Foto: Christoph Dernbach/picture alliance/dpa)

Die neue Mobilfunkgeneration steht im Landkreis bereits vielen Nutzern zur Verfügung, je nach Netzbetreiber verläuft der Ausbau aber höchst unterschiedlich. In neun Gemeinden gibt es allerdings noch immer weiße Flecken bei der Versorgung.

Von Thilo Schröder, Freising

Die neue Mobilfunkgeneration 5G erobert Stück für Stück den Landkreis. Je nach Netzbetreiber verläuft der Ausbau aber höchst unterschiedlich. Während die Telekom angibt, bereits einen Großteil der Bevölkerung mit 5G versorgen zu können, sind die Mobilfunkstationen von Vodafone im Landkreis mehrheitlich noch mit dem vorhergehenden LTE-Standard ausgestattet. Telefonica/O2 konzentriert sich beim Ausbau in Bayern derzeit auf andere Regionen, will aber bald weitere Städte und Landkreise mit 5G versorgen. Am Mobilfunkförderprogramm des bayerischen Wirtschaftsministeriums hat sich derweil bislang keine Gemeinde aus dem Landkreis beteiligt.

5G steht für die fünfte Generation des Mobilfunks und baut auf den vorherigen Mobilfunkgenerationen 2G, 3G und 4G auf. "5G zeichnet sich durch superschnelle Reaktionszeiten im Bereich von Millisekunden aus", heißt es auf den Seiten des bayerischen Wirtschaftsministeriums. "Das ermöglicht beispielsweise Virtual-Reality-Anwendungen, computergesteuerte Operationen in der Medizin, vernetzte Produktionsketten und autonomes Fahren."

5G ermöglicht etwa Virtual-Reality-Anwendungen, vernetzte Produktionsketten und autonomes Fahren

Bis zu 100 Mal mehr Geräte in einer Mobilfunk-Zelle versorge 5G und eigne sich damit für dicht bevölkerte Teile der Innenstädte, Sportarenen und andere Orte mit vielen Nutzerinnen und Nutzern. Daneben benötige die 5G-Technik deutlich weniger Strom. Im Privaten kann den Standard nutzen, wer über fähige Endgeräte beziehungsweise entsprechende Router und Tarife verfügt. Für den vollen Nutzen müsse aber auch der Ausbau der Glasfasernetze vorangehen, heißt es auf einschlägigen Infoportalen.

Hinsichtlich gesundheitlicher Bedenken beim Mobilfunk und insbesondere beim 5G-Standard heißt es auf den Seiten des bayerischen Wirtschaftsministeriums: "Vom Mobilfunk geht nach aktuellem Stand der Wissenschaft keine Gefahr für die Gesundheit aus, wenn die gesetzlichen Grenzwerte für Mobilfunkanlagen und die an Mobiltelefone gestellten Anforderungen eingehalten werden. Dies gilt auch für die derzeit für 5G zur Verfügung stehenden Frequenzen."

"Mindestens 80 Prozent der Bevölkerung können 5G nutzen", sagt ein Telekom-Sprecher

Wie steht es um die Verbreitung der neuen Mobilfunkgeneration im Landkreis Freising? Insgesamt sei der 5G-Standard im eigenen Netz "gut ausgerollt", sagt ein Telekom-Sprecher. "Mindestens 80 Prozent der Bevölkerung können 5G nutzen, das dürfte auch in Freising der Fall sein." Der zügige Ausbau des neuen Standards habe auch mit dem "guten Bestandsnetz" zu tun, das man dafür technisch umrüste.

Der 5G-Standard sei ja keine komplett neue Technik, so der Sprecher. "Wir nutzen die gleichen Antennen und bestehende Standorte." Er räumt ein: "Natürlich nimmt die Zahl der Mobilfunkstationen zu, auch in Freising." Beim Aufbau des 5G-Standards gehe es nicht nur darum, letzte Lücken im Mobilfunknetz zu schließen. Es müssten auch die Kapazitäten gesteigert werden. Nutzerinnen und Nutzer seien anspruchsvoller geworden, größere Datenmengen müssten transportiert werden.

Drei von 62 Vodafone-Mobilfunkstationen im Landkreis sind mit 5G ausgestattet

Auch Vodafone hat sein Mobilfunknetz im Landkreis Freising nach eigenen Angaben zuletzt "massiv ausgebaut". Konkret heißt das: "Aktuell betreibt Vodafone 62 Mobilfunkstationen im Kreis - davon sind 59 Stationen mit LTE und die ersten drei Stationen mit 5G ausgestattet", sagt ein Sprecher des Unternehmens. Zum Vergleich: Bayernweit betreibe man 4024 Mobilfunkstationen, an 487 davon seien 5G-Antennen in Betrieb.

Besagte drei 5G-Antennen befinden sich demnach in Freising, Allershausen und Moosburg. Bis Mitte 2022 will man sechs weitere Projekte in Kirchdorf, Attenkirchen, Kranzberg, Rudelzhausen, Mauern und Freising realisieren. Auch den LTE-Standard, mit dem man 99,4 Prozent der Bevölkerung erreiche, baut Vodafone in seinem Netz aus: Ebenfalls bis Mitte 2022 will man in Moosburg eine weitere LTE-Station eröffnen, um ein Funkloch zu beseitigen, sowie in Freising, Kranzberg, Rudelzhausen und Mauern zusätzliche LTE-Antennen installieren. Mittelfristiges Ziel sei jedoch, "möglichst die gesamte Bevölkerung - also alle besiedelten Gebiete - an das 5G-Netz anzubinden".

Bei Telefonica/O2 steht der 5G-Netzausbau im Landkreis noch aus

Telefonica/O2 gibt seinerseits an, beim 5 G-Netzausbau in Bayern derzeit "vor allem in München, Dachau, Augsburg, Landsberg, Nürnberg/Fürth sowie Rosenheim unterwegs" zu sein. Man werde aber "in den kommenden Monaten viele weitere Städte und Landkreise mit 5G versorgen", sagt ein Sprecher. Ein deutschlandweites 5G-Netz visiert Telefonica nach eigenen Angaben bis 2025 an. "Damit werden wir auch den Landkreis Freising und zeitnah den über den Landkreis hinaus wichtigen Hot Spot "Airport München" mit 5G versorgen."

Es gibt für Betreiber von Mobilfunknetzen keine Verpflichtung für ein lückenloses Netz. "Mobilfunk ist nach geltendem Recht nicht Teil der Daseinsvorsorge", heißt es in einem Merkblatt des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Damit aber niemand ausgeschlossen bleibt, hat der Freistaat ein Förderprogramm aufgelegt. Ziel ist es, speziell Gebiete zu fördern, in denen bisher keiner der Netzbetreiber eine Versorgung anbietet. Bislang hätten fast 100 Gemeinden in allen Regierungsbezirken einen entsprechenden Förderbescheid erhalten, teilt das Ministerium mit.

Am Förderprogramm des Freistaats beteiligt sich keine Landkreis-Kommune

Im Landkreis Freising sieht man dafür offenbar bislang keinen Bedarf. "Bisher hat keine Gemeinde aus dem Landkreis Freising eine Interessensbekundung beim Mobilfunkzentrum abgegeben", heißt es aus dem Ministerium weiter. Und weiter: "Von den 24 Gemeinden im Landkreis Freising haben neun Gemeinden "weiße Flecken" gemäß der Versorgungskarte, die dem Mobilfunkförderprogramm zugrunde liegt." Versorgungsprobleme bei der Netzabdeckung gibt es demnach in Au, Gammelsdorf, Haag, Hörgertshausen, Kirchdorf, Mauern, Nandlstadt, Wang und Zolling.

Übersichten, wie der Netzausbau der jeweiligen Anbieter voranschreitet, gibt es unter www.telekom.de/netzausbau, www.vodafone.de/hilfe/netzabdeckung.html bzw. www.o2online.de/netz

© SZ vom 22.05.2021/ilos
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