Bundespräsident:"Ich hätte mir Ilse Aigner als Kandidatin gewünscht"

Bundespräsident: Landtagspräsidentin Ilse Aigner, hier 2020 beim Drei-Königs-Empfang in Grafing, wäre die Wunschkandidatin von Landtagsabgeordnetem Thomas Huber (links) gewesen.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner, hier 2020 beim Drei-Königs-Empfang in Grafing, wäre die Wunschkandidatin von Landtagsabgeordnetem Thomas Huber (links) gewesen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Thomas Huber gibt in der Bundesversammlung seine Stimme für den Bundespräsidenten ab. Im Interview erklärt er, warum er lieber für eine Frau votiert hätte.

Interview: Barbara Mooser, Ebersberg

Erst hat sich die FDP dazu entschieden, die erneute Kandidatur von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) zu unterstützen, dann auch die Grünen. Seit Mittwoch steht nun fest: Auch die Union wird darauf verzichten, einen Gegenkandidaten oder eine Gegenkandidatin aufzustellen, und spricht sich für eine Wiederwahl des Amtsinhabers aus. Mitwählen dürfen auch zwei CSU-Politiker aus dem Landkreis Ebersberg: Die Europaabgeordnete Angelika Niebler und der Landtagsabgeordnete Thomas Huber; die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag hatte Ende 2021 einstimmig entschieden, sie in die Bundesversammlung zu entsenden. Im SZ-Interview erklärt Huber, wie er dieser Wahl entgegensieht.

SZ: Sie dürfen am 13. Februar Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten wählen - freuen Sie sich?

Thomas Huber: Natürlich freue ich mich, weil ich zum ersten Mal die Ehre habe, der Bundesversammlung anzugehören und das Staatsoberhaupt wählen zu dürfen.

Wobei die Auswahl ja begrenzt ist...

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mir eine Unionskandidatin aus Bayern gewünscht hätte. Aber die beiden Präsidien von CSU und CDU haben ja inzwischen einstimmig beschlossen, die Wiederwahl von Frank-Walter Steinmeier zu unterstützen.

Welche Kandidatin hätten Sie denn favorisiert?

Ich hätte mir Ilse Aigner, unsere amtierende Landtags-Präsidentin, als Kandidatin gewünscht. Gerade in der aktuellen Situation, in der die SPD momentan die drei höchsten Ämter im Staat inne hat - Bundeskanzler, Bundestagspräsident und auch eben auch Bundespräsident - wäre das ein demokratisches Gegengewicht gewesen. Und Ilse Aigner hätte das Amt sicher mit Glanz ausgefüllt und mit Würde geführt.

Aber auch ohne Unions-Kandidatin freuen Sie sich, mitwählen zu dürfen?

Ich freue mich sehr! Und auch wenn die Wahl geheim ist, kann ich doch sagen, dass ich den amtierenden Bundespräsidenten unterstützen werde.

Was schätzen Sie denn an Frank-Walter Steinmeier?

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist gerade in der aktuellen Situation, in der ein gewisses Auseinanderdriften der Gesellschaft feststellbar ist, die stabile Konstante in der Bundesrepublik. Er hat eine integrative Persönlichkeit und leistet überparteilich gute Arbeit.

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