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Polizeieinsatz in Markt Schwaben:Razzia in der Salafisten-Szene

Innenminister verbietet Islamisten-Verein Ansaar International

Beschlagnahmte Gegenstände werden von der Polizei bei einer Razzia im Gebäude des Vereins Ansaar International in einem LKW verladen. Bundesinnenminister Seehofer (CSU) hat den salafistischen Verein Ansaar International sowie mehrere Teilorganisationen der islamistischen Vereinigung verboten.

(Foto: dpa)

In Markt Schwaben rückt die Polizei wegen des Verdacht auf Terrorfinanzierung aus. Es kommt zu einer Beschlagnahmung.

Von Korbinian Eisenberger, Markt Schwaben

In Markt Schwaben hat die Polizei am Mittwochmorgen eine Razzia durchgeführt. Anlass war das Verbot des mutmaßlich islamistischen Netzwerks um die angebliche Hilfsorganisation "Ansaar International". Die Beamten des Polizeipräsidiums München beschlagnahmten dabei einen Altkleider-Container der Organisation, der auf einem Firmengelände in Markt Schwaben platziert war. Wie ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums der SZ Ebersberg mitteilte, wurde der Container versiegelt, um ihn anschließend zu entfernen.

Hintergrund ist der Verdacht der Behörden und des Verfassungsschutzes, dass der Verein "Ansaar International" womöglich im Zusammenhang mit der Finanzierung terroristischer Aktivitäten steht. Zuletzt war die salafistische Gruppierung mit einem "Team Bayern" im Großraum München aktiv. Es sei nicht auszuschließen, dass "Ansaar International" teilweise tatsächlich Hilfsprojekte unterstützt habe, "die jedoch unmittelbar zum Wirkungskreis der jeweiligen terroristischen Vereinigung zu zählen sind", so das Innenministerium. Der Altkleider-Container, mit dem die Gruppe solche Spenden - in Form von Kleidern - sammelte, war demnach Ende März von der Zentrale des Vereins in Düsseldorf nach Markt Schwaben transportiert worden.

Hinweise zu tieferen Verbindungen des Vereins in die Gemeinde Markt Schwaben - hätten die Ermittlungen bisher nicht ergeben, wie ein Sprecher des Ministeriums erklärt. Zusammenhänge zu der türkisch-islamischen Gemeinde Ditib und der Moschee in Markt Schwaben hätten sich daraus nicht ergeben, so die Polizei. Weder die Moschee noch andere Gebäude seien Teil des Einsatzes in Markt Schwaben gewesen. "Ein Zusammenhang mit der in Markt Schwaben befindlichen Moschee ist nicht gegeben", erklärte auch der Verfassungsschutz auf SZ-Nachfrage.

Insgesamt waren bei der Razzia, die am Mittwoch bayerweit durchgeführt wurde, 70 Beamte beteiligt. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Polizisten aus München, wo drei Wohnungen durchsucht wurden. Polizisten der für Markt Schwaben zuständigen Dienststelle wurden zwar zunächst zur Unterstützung angefordert, erhielten dann aber die Information, dass die Situation ihren Einsatz nicht mehr erfordere, wie Poings Polizeichef Helmut Hintereder am Mittwochnachmittag erklärte.

© SZ vom 06.05.2021/koei
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Die Beamten durchsuchen Wohnungen von Mitgliedern des verbotenen Vereins "Ansaar International". Zudem beschlagnahmen sie einen Container für Kleiderspenden.

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