Windkraftplanung in Ebersberg:Potenzialflächen mit Potenzial

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Das von den Ebersberger Stadträte auf den Weg gebrachte Standortkonzept für Windräder könnte die Akzeptanz für diese Art der Energiegewinnung erhöhen.

Kommentar von Wieland Bögel

Die Energiewende, so hört und liest man es ja oft, soll auch eine Strukturwende sein. Statt aus wenigen große Anlagen soll der Strom aus vielen dezentralen Einheiten kommen. Das können Photovoltaik- genau wie Biogasanlagen sein, aber eben auch Windräder. Diese sind bekanntlich nicht ganz unumstritten, doch es gibt Mittel und Wege die Akzeptanz zu erhöhen. In der Stadt Ebersberg scheinen sie diese gefunden zu haben.

Wie groß die Ablehnung der Windkraft in Bayern wirklich ist, ist nicht ganz klar. Die Landtags-CSU zumindest kam vor knapp acht Jahren zu dem Schluss, dass die Mehrheit der Bayern gegen Windkraft sei und erließ das 10H-Gesetz, ein de facto-Verbot für Windräder - die Ergebnisse an den Wahlurnen seitdem lassen zumindest die Vermutung zu, dass diese Kalkulation nicht ganz korrekt gewesen sein könnte. In diese Richtung geht auch der im vergangenen Jahr abgehaltene Bürgerentscheid im Landkreis Ebersberg, in dem sich eine - wenn auch knappe - Mehrheit für den Bau von fünf Windrädern im Ebersberger Forst aussprach. Viele, die das Vorhaben ablehnten, begründeten dies zum einen mit dem geplanten Standort im zwar wirtschaftlich genutzten, dennoch als schützenswerter Wald empfundenen Forst. Zum anderen war auch manchen nicht ganz geheuer, dass die Umsetzung des Projektes in der Hand einer auswärtigen Firma liegen sollte.

Und da kommen Projekte ins Spiel, wie jenes, das nun im Süden Ebersbergs entstehen könnte - und das im Landkreis auch schon ein bewährtes Vorbild hat: das Anwohner-Windrad. Besitzer und Nutznießer wären hier die Bewohner der umliegenden Ortschaften. Zudem läge der Standort nicht mitten im Forst, der von vielen mit Natur assoziiert wird, sondern in einer Kulturlandschaft. Dies dürfte auch für den Artenschutz von Belang sein, der darüber entscheiden wird, ob an der Stelle überhaupt gebaut werden darf.

Darum ist es auch sehr positiv zu bewerten, dass sich die Stadträte nun für die größtmöglichen Potenzialflächen entschieden haben: So kann man bei Bedarf einer geschützten Art ausweichen. Dies erhöht die Chancen sowohl auf den Ausbau regenerativer Energiegewinnung wie auch auf ihre Verträglichkeit - gegenüber Mensch wie Natur.

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