Essay:Der ganz große Zeigefinger

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Moralische Instanzen

Heben gelegentlich den Zeigefinger: Carola Rackete, Greta Thunberg, Papst Franziskus und Jan Böhmermann (v.l.n.r.)

(Foto: Collage: Christian Tönsmann)

Wer früher als moralische Instanz anerkannt sein wollte, hatte meist viel erlebt. Heute braucht man dafür Jugendlichkeit, Sachkenntnis und ein großes Projekt. Über die Macht des Gewissens.

Essay von Hilmar Klute

Jan Böhmermann war lange Zeit offenbar wendig genug, sowohl den Ernst der Welt als auch deren komische Seite in seiner Kunst fachgerecht zu verarbeiten. Wenn so jemand plötzlich sagt, der Spaß sei vorbei, weil der Ernst der Welt ihn verbietet, dann möchte man sich beinahe enttäuscht abwenden: Hier ist jemand dabei, sich für einen der undankbarsten und überflüssigsten Jobs zu bewerben, den die Welt zu vergeben hat - nämlich den der moralischen Instanz, auch moralisches Gewissen genannt oder sogar Gewissen der Nation.

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