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Agrarausschuss im Landtag:CSU, Freie Wähler und AfD fordern Ende des strengen Artenschutzes für den Wolf

Europäischer Wolf

Der Wolf ist in Bayern nicht jedem willkommen.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
  • Der Agrarausschuss debattiert über den Umgang mit Wölfen in Bayern.
  • Schafhalter sehen ihre Arbeit in ganz Bayern gefährdet.
  • Im vergangenen Jahr haben Wölfe in Bayern fünf Schafe und drei Kälber gerissen.

CSU, Freie Wähler, AfD und verschiedene Verbände von Weidetierhaltern sind für ein Ende des strengen Artenschutzes für den Wolf. "Einen Lebensraum für große Beutegreifer gibt es hier nicht mehr", sagte Klaus Steiner (CSU) am Mittwoch im Agrarausschuss des Landtags. Wer von einem Zusammenleben von Wölfen und Tierhaltern ausgehe, lebe mit einer Lebenslüge.

Eine Koexistenz von Wölfen und Weidetierhaltern sei nicht möglich, sagte Nikolaus Kraus (FW). "Der Wolf gehört bejagt", meinte Ralf Stadler (AfD). Dagegen warben SPD, FDP und Grüne für eine Koexistenz von Bauern und Wölfen. Auf Einladung des Agrarausschusses diskutierten Schafhalter, der Alpwirtschaftliche Verein und der Fleischrinderverband mit Abgeordneten über die Probleme der Bauern durch die Rückkehr des Wolfes.

Der sogenannte Wolf-Aktionsplan der Staatsregierung sieht vor, dass verhaltensauffällige Wölfe auch abgeschossen werden dürfen - als letztes Mittel. Zunächst muss aber geprüft werden, ob Zäune oder Schutzhunde Wirkung zeigen.

Der Aktionsplan reicht aber nach Ansicht des Alpwirtschaftlichen Vereins nicht zum Schutz der Weidetiere aus. Es fehle eine Bestandsregulierung und ein Gebietsschutz, sagte Geschäftsführer Michael Honisch. Zudem kritisierte er zu lange Entscheidungswege, die bei Bedarf eine schnelle Entnahme von Wölfen behinderten. Erika Sauer, Vorsitzende des Fleischrinderverbandes Bayern, betonte, dass die Vorgaben zum Schutz der eigenen Tiere gerade für kleine Betriebe nicht praktikabel seien. Sie warnte davor, dass viele Bauern, die meist im Nebenerwerb Kühe oder Schafe hielten, ihre Betriebe aufgeben würden. Das Vertrauen in die Politik habe bei dem Thema sehr gelitten. Ruhe werde es in der Diskussion nur geben, wenn der Abschuss von Wölfen am Ende die Lösung sei.

Aus Sicht des Verbandes der Schafhalter ist durch den Wolf die Schafhaltung in ganz Bayern gefährdet. Der von der Politik empfohlene Einsatz spezieller Herdenschutzhunde sei im dicht besiedelten Bayern nicht praktikabel, sagte Verbandschef Joseph Grasegger. "Irgendwann muss man sich entscheiden, was man will, Wolf oder Schafe." Vertreter des Agrar- und des Umweltministeriums betonten, die Sorgen der Tierhalter ernst nehmen zu wollen.

Seit 2006 werden in Bayern immer wieder Wölfe nachgewiesen - in der Regel durchziehende Jungtiere. Standorttreue Wolfspaare gibt es nur im Landkreis Bayreuth, auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr im Landkreis Neustadt an der Waldnaab sowie im Nationalpark Bayerischer Wald. Im vergangenen Jahr haben Wölfe fünf Schafe und drei Kälber gerissen. 2017 waren es vier Lämmer, 2016 gab es ein totes und ein verletztes Schaf.

© SZ vom 28.02.2019 / dpa/kaal

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