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Penzberg:Steinmeier fordert mehr Respekt und Verständnis zwischen Religionen

Bundespräsident besucht islamische Gemeinde Penzberg

Imam Benjamin Idriz und Gönül Yerli, Vize-Direktorin des Islamischen Forums, empfangen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, seine Frau Elke Büdenbender und Innenminister Joachim Herrmann in Penzberg.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender haben am Montag die Islamische Gemeinde in Penzberg besucht.
  • Steinmeier lobte die in Penzberg gelebte Integration: So viel Offenheit und Respekt bräuchte das Land, um der Polarisierung der Gesellschaft entgegenzuwirken.
  • Imam Benjamin Idriz hatte Steinmeier gleich nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten nach Penzberg eingeladen.

Es hatte fast schon etwas Familiäres. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender haben am Montag die Islamische Gemeinde in Penzberg besucht. Das Kennenlernen fand allerdings großteils hinter verschlossenen Türen statt. Am Ende seines Besuchs in der Penzberger Moschee erklärte der Bundespräsident, er wünschte sich mehr von dem "für unser Land", was er in den vorangegangenen Gesprächen erfahren habe: gegenseitigen Respekt und Neugier aufeinander.

Zu Beginn von Steinmeiers Stippvisite führten der Penzberger Imam Benjamin Idriz und Gönül Yerli, die Vize-Direktorin des Islamischen Forums, durch den Gebetsraum. Zu der Vierer-Runde in der Moschee gesellten sich Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Penzbergs Bürgermeisterin Elke Zehetner (SPD).

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2005 wurde das Gotteshaus mit angeschlossenem Gemeindezentrum eröffnet. Der Entwurf stammt vom Augsburger Architekten Alen Jasarevic und wird als "Prototyp einer neuen, zeitgemäßen Euroislam-Architektur" beschrieben. Der Moscheebau wurde durch Spenden finanziert, wobei der Emir von Sharjah rund drei Millionen Euro beisteuerte. Wegen der modernen Architektur wären seinerzeit vor allem die Älteren empört gewesen, sagt Imam Idriz. "Aber der Jugend, also denen, die hier geboren und aufgewachsen sind, hat es gefallen." Später hätten auch die Kritiker eingelenkt, ergänzte Yerli. "Gut, dass ihr nicht auf uns gehört habt", hätten sie gesagt.

In Penzberg ist unter Leitung des aus Mazedonien stammenden Idriz eine der fortschrittlichsten muslimischen Gemeinden Deutschlands entstanden. Idriz predigt nicht nur Integration, er lebt sie vor. Für den Besuch aus Berlin stimmte er ein Gebet an. Der Imam sei bekannt für seine schöne Stimme, erzählte Gönül Yerli dem Bundespräsidenten und dessen Frau.

Anschließend zogen sich der Bundespräsident, seine Frau und die Mitglieder des Gemeindevorstands wie auch des Jugendteams zurück, um über das Thema "Moscheegemeinden als kommunale Akteure" zu diskutieren. Imam Idriz hatte Steinmeier gleich nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten nach Penzberg eingeladen. "Wir wollen dem Bundespräsidenten zeigen, wie Muslime in Deutschland normale Bürger sein und ihren Glauben leben können", hatte Yerli erklärt.

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Rund 900 Bürger muslimischen Glaubens leben in der 17 000-Einwohner-Kleinstadt. Es sei ein langer Weg für die islamische Gemeinde gewesen, sagte Frank-Walter Steinmeier zum Abschluss seines Besuchs im Foyer des Islamischen Forums. Vom Bau der Moschee über das gesellschaftliche und politische Engagement in der Stadt - all dies verdiene "viel mehr Aufmerksamkeit, auch in Deutschland", betonte der Bundespräsident. So viel Offenheit und Respekt, wie in Penzberg praktiziert, bräuchte die Bundesrepublik, um der Polarisierung der Gesellschaft und "dem Hass, den wir erleben", entgegenzuwirken.

Lobend hob Steinmeier hervor, dass sich andere islamische Gemeinden Penzberg zum Vorbild nehmen würden. Das sei ein Modell, von dem er hoffe, dass es sich verbreiten möge. "Dies müssen wir uns für Deutschland wünschen", schloss der Bundespräsident, ehe er samt Entourage zum Penzberger Rathaus fuhr, um sich dort ins Goldene Buch der Stadt einzutragen.

Im Trauungssaal verriet Steinmeier noch ein privates Detail. Auf dem Rückweg von Südtirol hätten seine Frau und er häufiger schon Benediktbeuern besucht. "Nun bin ich froh, dass wir endlich auch einmal bei Ihnen sind." Für jemanden aus Nordrhein-Westfalen sei es etwas Besonderes, wenn er in Bayern mit dem "Steigerlied" begrüßt werde, sagte Steinmeier. In der alten Bergarbeiterstadt Penzberg - Bayern hin oder her - spielte die Stadt- und Bergknappenkapelle zum Einstand aber ganz selbstverständlich diese Bergmannshymne.

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