Energieversorgung:Aiwanger: "Wir müssen jetzt den Speicher vollkriegen"

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Bayerns Wirtschaftsminister kritisiert die späte Befüllung des Gasspeichers Haidach und setzt auf ein Abkommen zwischen Berlin und Wien.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) kritisiert die späte Befüllung des für Bayern wichtigen Gasspeichers Haidach und setzt nun auf ein Abkommen zwischen Deutschland und Österreich. "Seit Anfang August wird zwar jetzt befüllt, aber das ist viel später, als wir es uns gewünscht hätten", sagte der Minister der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" (Mittwochausgabe). "Wir hoffen, dass wir jetzt in den kommenden 90 Tagen genug Gas kriegen, um ihn wirklich füllen zu können."

Die Anlage - einer der größten Gasspeicher in Europa - dient vor allem der Gasversorgung Bayerns. Von Deutschland aus werden aber auch die österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg versorgt. Als Problem stellte sich heraus, dass ein Teil des Speichers dem russischen Gasriesen Gazprom gehört, der ihn leer stehen ließ. Um das zu ändern, hat die österreichische Regierung nun mittlerweile die nötige Rechtslage geschaffen. Zu dem Zweck hatte Ende Juli, wie das österreichische Umwelt- und Energieministerium in Wien mitteilte, die Regulierungsbehörde E-Control den Mitbetreiber RAG Austria damit beauftragt, einen Teil der Speicherkapazitäten - insgesamt 14 Terawattstunden (TWh) Arbeitsgas-Volumen - zu vermarkten. Das entspricht zwei Dritteln der Kapazität von Haidach.

"Wir müssen jetzt gemeinsam schauen, dass wir den Speicher vollkriegen", sagte Aiwanger. Bisher war Haidach auch nicht an das österreichische Netz angeschlossen, was Österreich ändern will. "Als diese Meldung kam, da war schon bei einigen in Bayern die Sorge da: Hoppala, könnten dann die Österreicher das Gas abzapfen, und die Deutschen kriegen es nicht mehr?", sagte Aiwanger.

Im Grunde hält er das Vorhaben aber für nachvollziebar, da der Speicher auf österreichischem Boden steht. "Außerdem sieht der geplante Anschluss so aus, dass man damit trotzdem nicht Deutschland abriegeln könnte - der Schieber befindet sich auf deutschem Grund; zumindest ist mir das technisch so erklärt worden." Um zu regeln, wer Zugriff auf welche Gasmengen hat, werde derzeit an einem Abkommen zwischen den Ländern gearbeitet. "Es enthält die Einigung, wer wie viel Gas kriegt und wer die Füllung bezahlt. Das kostet ja Milliarden von Euro", sagte der Minister. Das Abkommen sei nach seinem Kenntnisstand bereits in den Endzügen, aber noch nicht unterschrieben. "Das muss jetzt endlich passieren", forderte Bayerns Wirtschaftsminister. Details des Vertrages seien ihm nicht bekannt, das sei Angelegenheit der Regierungen in Berlin und Wien.

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