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Fünf Jahre Rauchverbot in Bayern:Frankie mit den langen Haaren

Volksbegehren für strenges Rauchverbot erfolgreich

Er hat den Volksentscheid initiiert: Sebastian Frankenberger bekam von vielen Wirten Hausverbot, unter anderem in allen Passauer Gaststätten.

(Foto: ag.dpa)

Der frühere ÖDP-Politiker Sebastian Frankenberger gilt als das Gesicht des erfolgreichen Volksbegehrens - und er bekommt immer noch viele E-Mails. Meist von Menschen, die ihm einfach einmal "Danke" sagen wollen. "Nach wie vor gibt es aber auch die Dödel, die mir auf der Straße einen blöden Kommentar nachbrüllen", sagt er. Das passiere aber eher zu den Stunden, in denen bei manchen der Alkoholpegel steigt.

Frankenberger mag sich dem nicht mehr aussetzen. "Drum meide ich auch die Öffentlichkeit in Bayern", sagt er. Kurz nach dem Raucherschutz-Begehren waren die Hasskommentare allerdings noch übler: Man werde ihm die Haare abschneiden und diese dann rauchen, ließ man ihn wissen. Seine Haare sind aber so lang wie eh und je.

Nach seinem Aufstieg zum Bundesvorsitzenden der ÖDP und dem späteren Zerwürfnis mit seiner Partei zog es Frankenberger verstärkt nach Österreich, wo er viel als Fremdenführer unterwegs ist. Der Abstand ist heilsam. "Auch gesundheitlich geht es mir jetzt so gut wie noch nie in meinem Leben", sagt er. Ein wenig stolz ist er darauf, dass Österreich 2018 das bayerische Rauchverbot in Gaststätten und öffentlichen Gebäuden übernehmen will. "Damit habe ich einmal nichts zu tun", sagt er, "das hat die österreichische Regierung von sich aus beschlossen."

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