CSU-Vorsitzende Vom Ochsensepp bis zum Kurzzeit-Chef

Sitzung CSU-Vorstand

Am 19. Januar 2019 wählen die CSU-Delegierten ihren neunten Parteivorsitzenden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Acht Vorsitzende hatte die CSU bisher - ziemlich unterschiedliche Charaktere und Typen. Ein Überblick.

Von Peter Fahrenholz und Birgit Kruse

Wenn die CSU-Delegierten an diesem Samstag ihren neuen Parteivorsitzenden wählen, geht für Horst Seehofer nach etwas mehr als zehn Jahren eine Ära zu Ende: sein Abschied aus der bayerischen Politik. Das Amt des Ministerpräsidenten hat er bereits an Markus Söder übergeben, jetzt hört er auch als CSU-Chef auf.

3739 Tage hat der 69-Jährige dann an der Spitze der Partei gestanden - nur Franz Josef Strauß hatte dieses Amt länger inne. Doch dieses interne Chef-Ranking ist eher eine Fußnote in den Geschichtsbüchern der Partei. Vielmehr wird die CSU Horst Seehofer als den Parteivorsitzenden in Erinnerung behalten, der die Partei nach der historischen Wahlniederlage 2008 und dem Verlust der absoluten Mehrheit wieder Selbstbewusstsein und zumindest im Jahr 2013 wieder nahe an die 50-Prozent-Marke geführt hat. Aber auch der Parteichef, der seit 2015 im Dauerstreit mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) um die Flüchtlingspolitik lag - ein Streit, der immer verbissener geführt wurde.

Jetzt wird Markus Söder das Ruder übernehmen. Seehofer selbst hat dem Parteivorstand im Dezember seinen Dauer-Rivalen als Nachfolger vorgeschlagen, das Gremium hat zugestimmt. Die Wahl? Reine Formsache. Söders Credo? Er wolle sich an Wahlergebnissen messen lassen und mit der CDU ein "hochkooperatives Miteinander" pflegen. Was halt ein neuer Chef so verspricht.

Mit welchen Verdiensten für die Partei er letztlich in die Annalen eingehen wird, wird sich zeigen. Die acht Parteivorsitzenden vor ihm haben die Messlatte zum Teil sehr hoch gehängt. Ein Überblick:

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