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Söder:"Von bayerischer Seite gibt es jetzt keine Totalblockade"

Bayerns Ministerpräsident kritisiert das Ausscheiden von Gorleben bei der Endlagersuche. Die Staatsregierung werde im Verfahren auch auf eigene wissenschaftliche Expertisen zurückgreifen.

Der Zwischenbericht zur Endlagersuche stößt bei Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf große Skepsis. Von Bayern gebe es im Verfahren jetzt "keine Totalblockade", der Freistaat werde das Verfahren aber "sehr konstruktiv und kritisch begleiten", sagte er am Montag in München. Dazu werde die Staatsregierung auch auf eigene wissenschaftliche Expertisen zurückgreifen. Bayern werde sich auch auf allen politischen Ebenen "seriös" einbringen.

Söder betonte, die Vorgabe, ein Endlager für eine Million Jahre sicherstellen zu können, erlaube keine Alternative zu geologischen Barrieren. Dies sei für den zerklüfteten Granit in Bayern etwa nicht ohne technische Maßnahmen machbar. Söder kritisierte ausdrücklich, dass der Salzstock Gorleben aus dem Verfahren herausgenommen wurde. Kritisch bewertete Söder auch das breit angelegte Suchverfahren. Fast Zweidrittel von Bayern seien nun zu Teilgebieten erklärt worden. Das werde viele Menschen verunsichern. Unterfranken, Oberfranken, Mittelfranken, die Oberpfalz, und Niederbayern seien komplett in der Auswahl, Schwaben etwa zur Hälfte und auch Oberbayern sei massiv betroffen.

Die für das Suchverfahren zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) weist in ihrem am Montag in Berlin vorgestellten ersten Zwischenbericht sieben sogenannte Teilgebiete in Bayern aus, die 76 Landkreise und eine Fläche von fast 42 000 Quadratkilometern umfasst. Insbesondere für das Wirtsgestein Granit werden weite Teile des Landes als potenziell geeignet ausgewiesen, aber auch Regionen mit Tonvorkommen sowie ein kleiner Abschnitt mit Salz.

© sz.de/dpa/kbl
kostenloses Pressefoto von Annette Lindackers - Mitglied im Nationalen Begleitgremium für die Endlagersuche radioaktiver Abfälle

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