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Vier Vans im Vergleichstest:Der Touran war das Vorbild für den BMW Zweier Gran Tourer

Ohne Emotionen geht es bei BMW traditionsgemäß nicht. Die "Freude am Fahren" ist die viel beschworene Maxime. Jahrzehntelang bestimmte die Dreifaltigkeit aus Hinterradantrieb, Handschaltung und Sechszylindermotor das sportliche Markenbild. Beim Zweier Gran Tourer gibt es stattdessen Vierzylinder, Frontantrieb und ein Design, das verhältnismäßig bieder daherkommt.

Dass der Touran als Vorbild für den Kompaktvan aus München herhalten musste, daraus machen die Bayern keinen Hehl. Nur soll der Gran Tourer im Gegensatz zum VW aufregend und sexy sein. Das kann konzeptbedingt nicht gelingen. Viel Platz und Variabilität ergeben selten maximalen Schick. Die klassische Doppelniere der Marke schmückt einen gedrungenen Körper. Ein Kollege kommentiert es so: "Das sieht ja nach gar nichts aus." Vermutlich nicht das, was man hören will, wenn man gerade mindestens 27 000 Euro für ein vermeintliches automobiles Supermodel investiert hat.

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Test
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Dabei ist der BMW kein schlechtes Auto, im Gegenteil. Von den vier Minivans im Test bietet er das beste Getriebe (eine 2100 Euro teure Achtgang-Automatik), der Motor des 220i ist kräftig, sportlich, mit 192 PS schon fast zu stark. Die Verarbeitung ist exzellent und vermittelt das gewohnte BMW-Gefühl: zum Fahrer ausgerichtetes Cockpit, Lederlenkrad, Chrom, ein M-Zeichen hier und da: alles, damit nur nicht der Verdacht aufkommt, man säße in einem, igitt: Minivan! Tut man aber doch. Und das ist die Schwäche des Bayern: Er will sich einfach nicht zu seiner Gattung bekennen. Der Spagat zwischen sportlicher Fahrweise und Familienlaster ist zu groß. Der Gran Tourer ist ein Auto für Männer, die noch nicht ganz akzeptiert haben, dass sie jetzt Vater sind und sich das Leben zwangsläufig ändert.

Geländewagen, Van und Limousine in einem

Dass es auch anders geht, zeigt ausgerechnet der Renault Espace. Jenes Familienauto, das 1984 den Minivan in Europa etablierte. Eine Schönheit war der Espace nie, aber er war eigenwillig schick und bot gewaltigen Stauraum. Mit der Neuauflage geht Renault jetzt einen anderen Weg. Die Franzosen ließen sich von der Fahrzeugklasse inspirieren, die die größten Wachstumsraten aufweist: den SUV. Das Ergebnis: Der Espace ist Geländewagen, Van und Limousine in einem. Und sieht obendrein schick aus. .

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Innen wirkt er wie eine Steuereinheit aus "Star Trek". Mit genauso vielen Spielereien. Ein Display, so groß wie ein iPad. Sitze, die automatisch den Rücken von Mama und Papa massieren. Kameras, Abstandsmesser, Fahrassistenzsysteme. Und verschiedene Innenbeleuchtungen, die sich an die eigene Befindlichkeit anpassen lassen. Außerdem fährt die Familie wie auf Wolken. Braucht man das? Nein. Macht es Spaß? Natürlich!

So gelingt es ausgerechnet dem Espace, den Mief des Minivans abzuschütteln. Er vereint als einziges dieser vier Autos Design und Platz. Mit mindestens 33 500 Euro ist er aber auch der teuerste Van im Test.

Für die gleiche Summe bekommt eine Familie drei gut ausgestattete Dacia Lodgy mit der Technik des gleichen Konzerns. Der kann alles, was VW Touran, BMW Zweier GT und Renault Espace auch können. Er fährt, er hat Platz. Und ist außerdem billig. Wenn hier der Nachwuchs seinen Schokoriegel quer über das Sitzpolster zieht oder mit einem Filzstift die Inneneinrichtung dekoriert, schmerzt es bei weitem nicht so sehr wie im Renault, VW oder BMW.

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Praktischer geht's nicht

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