Pariser Autosalon 2016Ein bisschen Elektro und ein ganzer Haufen SUVs

Der Pariser Autosalon ist Ausdruck des Zwiespalts, in dem die Branche steckt: Einige Konzeptstudien sollen Lust auf Elektromobilität machen - und die großen Spritschlucker sollen das Geld für deren Entwicklung verdienen.

Von Thomas Harloff

Wenn der Pariser Autosalon eines zeigt, dann das: Die Hersteller wollen zumindest den Eindruck erwecken, sich künftig stärker um nachhaltige Mobilität kümmern zu wollen. Entsprechend gönnen sie neuen Elektroautos große Auftritte. Das Problem daran: Dabei handelt es sich meist noch um Konzeptstudien, kaum eines dieser automobilen Vorzeigeobjekte wird es schon bald zu kaufen geben.

Konzeptstudie VW I.D.

Beispiel Volkswagen: Der weiterhin im Würgegriff des selbstverschuldeten Dieselskandals steckende Konzern zentriert seinen Paris-Auftritt rund um die Studie I.D. Ein Elektroauto, vor dem Markenchef Herbert Diess posiert, mit 125 kW / 170 PS starkem Elektromotor, das mit einer Batterieladung zwischen 400 und 600 Kilometer weit kommen soll. Der I.D. ist als markeninterne Alternative zum Golf konzipiert, allerdings erst von 2020 an. Weitere fünf Jahre später soll es selbständig fahren können, weshalb VW den Innenraum "loungeähnlich" konzipiert hat und sich das Lenkrad in das Armaturenbrett verflüchtigt, sobald die Technik als Chauffeur arbeitet.

Bild: Reuters 29. September 2016, 17:122016-09-29 17:12:17 © SZ.de/mkoh/leja/fie/reek/sks