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Deutsche Premiumhersteller:Suche nach dem Stein der Weisen

Zwischen Öko-Denken und Leistungshunger: Die Strategien und künftigen Modelle deutscher Premiumhersteller.

Premium ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Wer viel Geld für ein Auto ausgibt, der erwartet Spaß und Bewunderung statt Erklärungsnöte und Akzeptanzprobleme.

Deutsche Premiumhersteller

Wohin sie fahren

Sogar Rolls-Royce bekommt das zu spüren und muss umdenken. Der Phantom mit E-Antrieb mag nur ein erstes grünes Feigenblatt sein, doch ein noch kleinerer Rolls unterhalb des Ghost wäre inzwischen sinnvoll.

Auch Bentley muss aufpassen, damit sich die Marke nicht an den durstigen Zwölfzylindern und an dem antiquierten My-Car-is-my-Castle-Selbstverständnis verschluckt. Deshalb planen die Engländer gemeinsam mit Porsche eine Baureihe unterhalb des Continental GT, V8-Diesel-Varianten für den europäischen Markt und sogar einen schlanken Crossover, der am nächsten Audi Q7 mit Alukarosserie andockt.

Die Supersports-Modelle beweisen zwar, dass man in Crewe viel von Fahrdynamik versteht, doch das Gewichtshandicap wiegt schwer genug, um bei Audi in die Ultra-Schule zu gehen. Ultra ist das Stichwort für intelligenten Leichtbau, intern auch bekannt unter dem Kürzel MMSF (Multi-material Spaceframe).

Neben Leichtmetall spielen hier Kohlefaser und hochfeste Stähle die tragende Rolle. Die Mischung ist eine Frage des Preises. Lamborghini darf mit dem teuren Aventador tief in die Karbonkiste greifen, Audi spielt nur in der Oberklasse die traditionelle Alu-Karte, Bentley und Porsche werden nachziehen.

BMW lebt gut im Verbund mit Mini und Rolls-Royce. Die Kleinwagenmarke spielt in Zukunft für die Münchner eine noch größere Rolle, denn der nächste Mini und die drei neuen Einser-Varianten erhalten eine gemeinsame Plattform. Während die Nachfolger der aktuellen Einser-Reihe (Zweitürer, Viertürer, Coupé, Cabrio) dem Heckantrieb treu bleiben, können die Kunden der zusätzlich ins Programm aufgenommenen Varianten zwischen Front- und Allradantrieb wählen.

Das klingt nach Revolution, ist aber bei Audi (A3) und Mercedes (A-/B-Klasse) seit vielen Jahren Stand der Technik. Die von 2013 an einsetzenden neuen Einser sind der Compact Activity Tourer (CAT), ein raumfunktionales Konzept, das sich die Erbanlagen mit dem viertürigen Mini und dem MiniVan teilt.

Rolls-Royce EX102

Strom für Emily