Plagiatsvorwürfe gegen eine Bildungsministerin wiegen schwer. Annette Schavan haben sie bereits ihren Doktortitel gekostet - ihre Zukunft im Amt ist ungewiss. Alles zur CDU-Politikerin.
Er habe sie durch seine "fachliche Betreuung wesentlich gefördert", schreibt Annette Schavan in ihrer Dissertation über Gerhard Wehle. Doch der Einfluss ihres Doktorvaters ist in der Arbeit kaum zu erkennen. Wer Schavans Förderer ist - und warum er für die Pädagogik nur eine marginale Bedeutung hat.
Von Thomas Steinfeldmehr...
Die jüngsten Skandale des akademischen Betriebs künden von einer Gefahr: Durch die Dominanz des juristischen Diskurses geraten wissenschaftliche Selbstverständlichkeiten in den Hintergrund. Dabei ist die Wissenschaft selber der einzig sinnvolle Gerichtshof der Wissenschaft.
Von Johan Schloemannmehr...
Schon mal von der Plagiatsaffäre Joe Biden gehört? Oder dem Prüfungsskandal um Ted Kennedy? Beide US-Politiker wurden als wissenschaftliche Betrüger entlarvt - und haben es dennoch in hohe Staatsämter geschafft. Warum die Amerikaner mit wissenschaftlichem Fehlverhalten anders umgehen als die Deutschen.
Von Johanna Brucknermehr...
Meinung
Annette Schavans Doktorarbeit ist - im Vergleich zum Fall Guttenberg - nur ein Mini-Plagiat. Trotz handwerklicher Fehler sollte sie ihren Titel behalten und in der Politik bleiben dürfen. Nur eben nicht als Wissenschaftsministerin.
Ein Kommentar von Heribert Prantlmehr...
Kanzlerin Merkel hat ihrer Bildungsministerin in der Plagiatsaffäre ihr "volles Vertrauen" ausgesprochen. Das hat noch keiner politisch überlebt. Mal sehen, wie lange Annette Schavan noch durchhält.
Von Thorsten Denkler, Berlinmehr...
Die Uni Düsseldorf macht für eine missglückte Doktorarbeit allein deren Autorin verantwortlich. Doch damit lenkt die Hochschule von ihrer eigenen Nachlässigkeit ab. Der Entzug des Doktortitels von Annette Schavan ist zugleich eine vernichtende Selbstkritik - leider im Verborgenen.
Von Thomas Steinfeldmehr...
Ihre Website ist unverändert, Annette Schavan firmiert weiter als "Prof. Dr.", trotz der Aberkennung des Titels durch die Uni Düsseldorf. Warum das erlaubt ist, was aus ihrer Honorarprofessur in Berlin wird und weshalb Wissenschaftler ihrer Klage wenig Chancen einräumen - wichtige Fragen und Antworten.
Von Vanessa Steinmetz, Johanna Bruckner und Martin Anetzbergermehr...
Eine Bildungsministerin, der die Doktorwürde aberkannt wurde, ist für die Wissenschaft nicht gut, sagt Bernhard Kempen, Präsident des Deutschen Hochschulverbandes. Studentenvertretungen fordern Schavan gar offen zum Rücktritt auf. Doch es gibt auch andere Stimmen in der Wissenschaft.
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Der Doktortitel ist weg, jetzt kommen die Rücktrittsforderungen. Während Kanzlerin Merkel "volles Vertrauen" in die Bildungsministerin hat, nennt die Opposition viele Argumente für ein vorzeitiges Ende der Amtszeit. Aber es gibt auch gute Gründe dafür, warum Schavan bleiben könnte.
Von Thorsten Denkler, Berlinmehr...
Schavan will kämpfen, die Kanzlerin steht zu ihr. Aber die Rücktrittsforderungen der Opposition werfen die Frage auf, wer in der CDU für das Bildungsministerium geeignet wäre. Der Kreis der Kandidaten ist klein.
Von Thorsten Denkler, Berlinmehr...
Annette Schavan will sich nicht zu den Rücktrittsforderungen der Opposition äußern - zumindest vorerst. Stattdessen kündigt sie erneut an, juristisch gegen die Aberkennung ihres Doktortitels durch die Uni Düsseldorf vorgehen zu wollen. Sie werde die Entscheidung nicht akzeptieren.
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Meinung
Die Causa Schavan ist ein Grenzfall, das zeigt schon die lange Prüfung durch die Universität. Das Fehlverhalten der heutigen Ministerin liegt mehr als 30 Jahre zurück. All das hätte man berücksichtigen, die Zitierfehler rügen - und es dabei belassen können.
Ein Kommentar von Roland Preußmehr...
Der Doktortitel von Annette Schavan ist weg. Geht es nach dem Willen von SPD, Grünen und Linken, verliert die Bundesbildungsministerin nach ihrem akademischen Grad auch ihr Regierungsamt. Doch die Parteifreunde der engen Merkel-Vertrauten stützen sie. Noch.
Von Oliver Das Gupta, Stefan Braun und Thorsten Denkler, Berlinmehr...
Vergleiche mit Karl-Theodor zu Guttenberg, Lösungsvorschläge für den Umgang mit Promotionen und Antworten auf die dringende Frage: Darf eine Bundesbildungsministerin mit offensichtlichen Lücken in wissenschaftlicher Methodik ihren Posten behalten? Meinungen aus der Presse zur Aberkennung des Doktortitels von Annette Schavan.
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"Systematisch und vorsätzlich": Die Uni Düsseldorf wirft Schavan vor, in ihrer Dissertation plagiiert zu haben. Die Bildungsministerin will dagegen klagen. Andernfalls könnte es sie nicht nur ihren Doktortitel kosten - sondern auch ihr Amt.
Von Roland Preuß und Stefan Braun, Berlinmehr...
Weitreichende Entscheidung der Universität Düsseldorf: Nach stundenlangen Beratungen hat der Rat der Philosophischen Fakultät der Bundesbildungsministerin Annette Schavan den Doktorgrad aberkannt. Die CDU-Politikerin meldete sich umgehend über ihre Anwälte zu Wort.
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Bundesbildungsministerin Annette Schavan will gegen den Entzug des Doktortitels durch die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität gerichtlich vorgehen. Ihr Vorwurf: Die Entscheidung soll in einem fehlerhaften Verfahren zustande gekommen sein.
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Heute könnte die Entscheidung fallen, ob Annette Schavan sich weiter Doktor nennen darf - oder nicht. Von der Entscheidung des Fakultätsrats hängt wohl auch die politische Zukunft der Bildungsministerin ab. Wie es für Schavan weitergehen könnte: drei Szenarien.
Von Roland Preußmehr...
Als Annette Schavan ihre Doktorarbeit schrieb, kursierte das Heft schon in der achten Auflage: Auf 32 Seiten gibt ein Professor der Uni Düsseldorf "Hinweise zur Anfertigung von Seminararbeiten". Schavans Doktorvater ist einer der Herausgeber. Süddeutsche.de dokumentiert Auszüge aus der Broschüre.
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