Partnerschaft:Sie kriegt die Hoffenheim-Bettwäsche, er das Hertha-Besteck

Partnerschaft: Wenn Paare unterschiedlichen Vereinen anhängen, kann es kompliziert werden - nicht alle sind dann so kompromissbereit wie diese zwei Fans aus den Niederlanden.

Wenn Paare unterschiedlichen Vereinen anhängen, kann es kompliziert werden - nicht alle sind dann so kompromissbereit wie diese zwei Fans aus den Niederlanden.

(Foto: Imago)

Für viele Deutsche ist es ein potenzieller Trennungsgrund, wenn der Partner einen anderen Klub unterstützt. Schockierend! Deshalb hier ein paar Tipps zur Befriedung der Schlafzimmer.

Glosse von Claudio Catuogno

Fantastische Neuigkeiten kommen rein für alle Scheidungsanwälte der Republik: Jeder 20. deutsche Sportfan fasst es als "potenziellen Trennungsgrund" auf, wenn der Partner oder die Partnerin einen anderen Verein unterstützt als man selbst. Das hat das Fachportal wedding.com, äh, pardon: Das hat das Fachportal wetten.com, warum auch immer, in einer repräsentativen Umfrage unter 1178 Sportinteressierten ermittelt. Allein bei mehr als 40 Millionen Fans der Fußball-Bundesligen winken da Hunderttausende Scheidungsfälle, die noch dazu mit wenig Beratungsaufwand zu lösen sind: Sie kriegt die Hoffenheim-Bettwäsche, er kriegt das Hertha-Besteck, und das Kind darf sein doofes Musiala-Trikot gerne mitnehmen ins Heim. Sache geritzt, Rechnung folgt.

Am wenigsten kompromissbereit sind der Studie zufolge Unterstützer von Mainz 05, Union Berlin und Werder Bremen, was nicht überrascht, weil Anhänger dieser Klubs umständehalber besonders viel Häme des emotional anders gepolten Geliebten ertragen müssen. Am generösesten sieht das Publikum des FC Bayern über abweichende Orientierungen hinweg. Offenbar fehlt Bayern-Fans nicht nur im Stadion, sondern auch in der Beziehung jede Leidenschaft.

Obwohl die Forscher von "erschreckenden Nachrichten" sprechen, geben die Zahlen auch Anlass zur Hoffnung. Dass 95 Prozent der Deutschen trotz Uneinigkeit beim Klub des Herzens nicht an Scheidung denken, macht in Zeiten zunehmender Unversöhnlichkeit Mut. Deutlich häufiger trennen sich Paare nach SZ-Informationen wegen Haaren im Bad (7 Prozent), unterschiedlichem Musikgeschmack (14 Prozent), Streit über das Gebäude-Energie-Gesetz (31 Prozent) oder weil er von Sahra Wagenknecht träumt (91 Prozent, Werte von der Redaktion geschätzt).

Paartherapeuten werden dennoch nicht umhinkommen, die neuen Erkenntnisse in ihrer Arbeit zu berücksichtigen. In ersten Stellungnahmen empfehlen sie, auch länger zurückliegende Besuche in der PreZero Arena oder im Wohninvest Weserstadion genauso schon vor der Hochzeit zu beichten wie solche im Swingerklub oder bei Konzerten von Pur und Helene Fischer. Irgendwann kommt es eh raus! Ebenfalls zur Beziehungsstabilität beitragen könnte es, in neutraler DFL-Kleidung zu schlafen oder sein Geld für hochwertige Geschenke, Städtereisen zu zweit und romantische Abendessen auszugeben anstatt zum Beispiel für Sportwetten.

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