Bundesliga:3:14 Torschüsse - und trotzdem gewonnen

Lesezeit: 3 min

Bundesliga: Treffsicherer Kapitän: Marco Reus steuert ein Tor zum Dortmunder Auswärtssieg bei.

Treffsicherer Kapitän: Marco Reus steuert ein Tor zum Dortmunder Auswärtssieg bei.

(Foto: Heiko Becker/Reuters)

Der BVB überrascht die Statistiker und siegt in Hoffenheim. Köln verpasst den Sieg in Bochum - und Leverkusen schießt Augsburg aus dem Stadion. Das Wichtigste zum Spieltag.

Von Anna Dreher und Sebastian Fischer

TSG 1899 Hoffenheim - Borussia Dortmund 2:3 (1:1), Tore: 0:1 Haaland (6.), 1:1 Kramaric (45.+1), 1:2 Reus (58.), 1:3 Raum (67., Eigentor), 2:3 Rutter (77.)

Wie nennt man das, worüber man beim so inkonstanten BVB am liebsten nicht mehr sprechen würde? Das man unter keinen Umständen mit "Mentalität" beschreiben sollte? "Bereitschaft ist das Schlüsselwort", sagte unter der Woche Trainer Marco Rose. Von "Haltung" sprach vor dem Anpfiff Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Entscheidend war dann in Sinsheim: Effizienz.

Zwar sah das BVB-Spiel in Sachen Behäbigkeit zwischendurch jenem beim Pokal-Aus gegen den Zweitligisten FC St. Pauli am Dienstag verdächtig ähnlich, die Torschussbilanz aus Sicht der Gäste: 3:14. Doch zu den richtigen Zeitpunkten kombinierten die Dortmunder Offensivkünstler mit einer Rasanz, die jede Bundesliga-Abwehr überfordert. Donyell Malen bereitete drei Tore vor, Erling Haaland musste angeschlagen ausgewechselt werden. Vorbildlich in Sachen Haltung und Bereitschaft waren aber eher die Hoffenheimer, die das Spiel bis zum Schluss offenhielten.

VfL Bochum - 1. FC Köln 2:2 (1:2), Tore: 1:0 Holtmann (25.), 1:1 Hübers (36.), 1:2 Modeste (45.), 2:2 Asano (70.)

Bundesliga: Sehenswertes Tor: Anthony Modeste trifft zur Kölner Führung, doch am Ende reicht es nicht zum Sieg.

Sehenswertes Tor: Anthony Modeste trifft zur Kölner Führung, doch am Ende reicht es nicht zum Sieg.

(Foto: Christof Koepsel/Getty Images)

Bochum gegen Köln, das ist auf den ersten Blick eine gewagte Paarung für den begehrten Sendeplatz am Samstagabend. Aber man kann die Planer der DFL durchaus verstehen. Vor der Saison waren schließlich coronafreie Fußballabende kein gänzlich undenkbares Szenario, und mit Zuschauern im Stadion, sicher einigen Gästefans aus der Domstadt im nahen Ruhrgebiet, konnte man sich damals eine stimmungsvolle Veranstaltung vorstellen. In der aktuellen pandemischen Lage war es aber ein eher tristes Bild, wie die 750 Menschen im Stadion Grönemeyers Bochum-Hymne sangen.

Die Partie an sich hatte durchaus ein paar Betrachter verdient, ganz besonders galt das für einen sehenswerten Heber von Anthony Modeste im Anschluss an einen Blitzkonter zum 2:1, es war sein 13. Saisontor. Durch Takuma Asanos Ausgleich in der zweiten Hälfte verlor Köln trotzdem die Tuchfühlung zu den Europapokalrängen. Die Aussicht auf zukünftig ein paar mehr Spiele zu begehrten Sendezeiten bleibt eher vage.

SC Freiburg - VfB Stuttgart 2:0 (1:0), Tore: 1:0 Ito (37., Eigentor), 2:0 Schade (71.)

Bundesliga: Guter Sprung: Freiburgs Kevin Schade bejubelt seinen Treffer.

Guter Sprung: Freiburgs Kevin Schade bejubelt seinen Treffer.

(Foto: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Vor der Partie war Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat damit beschäftigt, Gerüchte zu dementieren. "Das ist nicht korrekt", sagte er bei Sky zu einer möglichen Verpflichtung von Freiburgs Nils Petersen, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Im Spiel selbst war Mislintat dann damit beschäftigt, eine Strafstoß-Entscheidung zu verdauen, die er mit einem lauten "Unfassbar!" kommentierte und der er noch lange nachgetrauert haben dürfte: In der 34. Minute blieb Alexis Tibidi am Fuß von Lukas Kübler hängen - und holte für den VfB einen Elfmeter heraus. Zumindest zeigte Schiedsrichter Tobias Stieler auf den Punkt.

Doch nach Begutachtung der Zeitlupe und Rücksprache mit dem VAR nahm er seine Entscheidung zurück. Und statt 0:1 stand es kurz danach 1:0 für die Gastgeber: Nicolas Höfler zog aus 25 Metern ab, Hiroki Ito lenkte den Ball auf eine Bahn, die es Florian Müller unmöglich machte, den Treffer zu verhindern. U21-Nationalspieler Kevin Schade zementierte den Freiburger Erfolg mit einem Kopfball. Die Partie wurde da übrigens inzwischen vom Vierten Offiziellen Bastian Dankert geleitet - Stieler musste in der Pause verletzt vom Platz.

Bayer Leverkusen - FC Augsburg 5:1 (2:0), Tore: 1:0 Bellarabi (9.), 2:0 Diaby (24.), 2:1 Maier (62.), 3:1 Diaby (65.), 4:1 Diaby (69.), 5:1 Alario (81.)

Bundesliga: Bester Torschütze des Spieltags: Leverkusens Moussa Diaby trifft gleich dreimal gegen Augsburg.

Bester Torschütze des Spieltags: Leverkusens Moussa Diaby trifft gleich dreimal gegen Augsburg.

(Foto: Ina Fassbender/AFP)

Augsburg war von Beginn an überfordert. Die Leverkusener Moussa Diaby und Mitchel Bakker konnten unbedrängt kombinieren und Karim Bellarabi früh zum 1:0 abschließen. Augsburg schien das Verteidigen entweder zu vergessen, oder es gar nicht erst zu versuchen, so sah es auch beim 2:0 aus. Leverkusen griff schnell und entschlossen an, der FCA agierte zu passiv. Diesmal war es Diaby, der den Ball ins Tor befördern durfte. Augsburgs Freude über Arne Maiers ersten Bundesligatreffer zum Anschluss hielt nur kurz an, dann zauberte Leverkusen weiter. Diaby traf noch zweimal, und Lucas Alario setzte mit der Hacke durch die Beine von Rafal Gikiewicz einen drauf.

Greuther Fürth - 1. FSV Mainz 05 2:1 (1:0), Tore: 1:0 Dudziak (12.), 2:0 Bell (66., Eigentor), 2:1 Onisiwo (90.+3)

Bundesliga: Seltenes Ereignis: Die Fürther Jeremy Dudziak, Jamie Leweling und Paul Seguin bejubeln einen Sieg in der Bundesliga.

Seltenes Ereignis: Die Fürther Jeremy Dudziak, Jamie Leweling und Paul Seguin bejubeln einen Sieg in der Bundesliga.

(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Wenn dieser Tage von Greuther Fürth die Rede ist, dann geht es unweigerlich um den abgeschlagenen Tabellenletzten. Dabei könnte es mit etwas gutem Willen auch um ein Team gehen, das klubhistorische Positivrekorde aufstellt. Vor dieser Saison gab es nämlich noch nie einen Fürther Bundesliga-Heimsieg, nun gibt es schon zwei. Anders als beim ermauerten 1:0 gegen Union Berlin im Dezember spielten die Franken diesmal ihre Tore sogar schön heraus. Der Rückstand auf Rang 16 bleibt trotzdem neun Punkte groß.

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