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US-Vorwahlen:Mit welchen Begründungen die übrigen Republikaner im Rennen bleiben

Marco Rubio (44, Senator aus Florida)

Für den jüngsten Bewerber sah es lange nicht gut aus: Marco Rubio kam Trump in Virginia mit 32 Prozent ziemlich nahe, doch weil John Kasich noch im Rennen ist, reichte es wieder nur für Platz zwei. Der späte Erfolg in Minnesota (37 Prozent) beendete immerhin die ständige Diskussion, ob der einstige Ziehsohn von Jeb Bush irgendwann einen Sieg landen kann. Nichtsdestotrotz steht der Liebling des Partei-Establishments (und der wegen seiner Jugendlichkeit und Zweisprachigkeit wohl für Clinton gefährlichste Gegner) mit dem Rücken zur Wand: Er muss in zwei Wochen in seinem Heimatstaat Florida siegen, um Trump zu stoppen und glaubwürdig im Rennen bleiben zu können. Doch in den Umfragen führt Trump deutlich, auch die harten Attacken von Rubio haben ihm bisher nicht geschadet. Für Rubio muss nun alles glattgehen - und Trump müsste etwas tun, was er bisher vermieden hat: echte Fehler.

John Kasich (63, Gouverneur von Ohio)

Im Mini-Staat Vermont machte es Kasich spannend: Mit 30 Prozent lag er knapp hinter Donald Trump. Auch in Massachusetts, einem moderaten Staat im Nordosten der USA kam er auf Platz zwei. Ansonsten hat der Gouverneur nur einstellige Ergebnisse erzielt, doch er denkt nicht ans Aufgeben (obwohl ihn etwa Mitt Romney anflehte, seine Kandidatur zu beenden). "Warum sollte ich das tun, wenn ich die besten Chancen habe, Trump zu besiegen?", fragte er einen Reporter der New York Times. Kasich hofft auf einen Sieg - oder einen starken zweiten Platz - in Michigan am 8. März und will sich dann mit einem Sieg in seinem Heimatstaat Ohio auf einen Schlag 66 Delegierte sichern. Erst wenn er hier scheitert, wird er aus dem Rennen aussteigen - und bis dahin Marco Rubio Stimmen klauen.

Ben Carson (64, Ex-Gehirnchirurg)

In zwölf Staaten wurde abgestimmt, doch mehr als zehn Prozent in Alabama erhielt Ben Carson nicht. Im Durchschnitt stimmten fünf Prozent für den strenggläubigen Außenseiter. Einen Tag vor dem Super Tuesday hatte der einst weltberühmte Mediziner erklärt, dass er nicht aufgeben werde. "Ich weigere mich nach den Regeln des Washingtoner Politbetriebs zu spielen", schrieb der einzige schwarze Kandidat bei Fox News. Carson betont stets, dass ihn weiterhin Hunderttausende Anhänger unterstützen und Geld spenden. Dass sein Wahlkampfmanager Bob Dees zugibt, dass Carson keine Chance auf die Kandidatur hat, stört ihn nicht: "Es ist nicht zu spät, dass die Leute aufwachen." Wem es nutzt, wenn Carson im Rennen bleibt? Aller Wahrscheinlichkeit nach Donald Trump.

© SZ.de/segi/lala
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