US-Vorwahl Das ist Marco Rubios Wunderwaffe

South Carolina Governor Haley and U.S. Republican presidential candidate Rubio react on stage during a campaign event in Chapin South Carolina Governor Nikki Haley (L) and U.S. Republican presidential candidate Marco Rubio react on stage during a campaign event in Chapin, South Carolina February 17, 2016. Haley announced her endorsement of Rubio for the Republican presidential nomination. REUTERS/Chris Keane

(Foto: REUTERS)
  • Die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, unterstützt nun offiziell Marco Rubio als Präsidentschaftskandidat.
  • Die beiden inszenieren sich als junge aufstrebende Generation von Einwandererkindern und bilden so einen starken Kontrast zu Clinton und Sanders.
  • Spannend wird in South Carolina, ob Marco Rubio seinen Rivalen Ted Cruz auf Platz drei verweisen kann.
Von Matthias Kolb, Greenville (South Carolina)

Nikky Haley ist alles, was man nicht mit Republikanern verbindet. Sie ist jung, weiblich und als Kind indischer Einwanderer nicht weiß. Mit 38 wurde sie in South Carolina zur Gouverneurin gewählt und seitdem gilt sie als Politikerin mit unbegrenzten Karriere-Optionen. Ihr Name fällt ständig, wenn es um potenzielle Vizepräsidenten geht und im Januar sagte sie in ihrer Antwort auf US-Präsident Obamas "Rede zur Lage der Nation" über die Popularität von Donald Trump: Die Amerikaner dürften nicht "der Verführung erlegen, den Leuten mit den wütendsten Stimmen zu folgen".

Dass Haley nicht zur Wahl des Immobilien-Milliardärs, der die Umfragen in South Carolina anführt, aufrufen würde, war Beobachtern klar. Nun ist aber klar, dass auch das Werben von Ex-Präsident George W. Bush um Haleys Hilfe für seinen Bruder Jeb vergeblich war: Haley unterstützt nun offiziell Marco Rubio. Das beschert dem jungen Senator aus Florida kurz vor der Vorwahl am Samstag viele positive Schlagzeilen - und extrem gute Bilder.

Die Republikaner präsentieren sich vielfältig - im Gegensatz zu den Demokraten

Rubio inszeniert sich als optimistischer Aufsteiger, der es als Sohn eines Barkeepers aus Kuba nach oben geschafft hat. "Wir sind die neue Generation, die dafür sorgt, dass das 21. Jahrhundert für die USA noch besser werden wird als das 20.", ruft er dem Publikum in Greenville zu. Neben ihm lächelt nicht nur die äußerst populäre Haley, sondern auch Tim Scott, der schwarze konservative Senator aus South Carolina. Trey Gowdy, als Chef-Ankläger von Hillary Clinton im Bengasi-Sonderausschuss von vielen verehrt, wirkt da fast wie ein Quoten-Weißer.

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Ein 44 Jahre alter Latino als Kandidat, dazu eine gleichaltrige Asian American und ein 50-jähriger Afroamerikaner, die sich in einem Crossfit-Studio präsentieren - stärker können Rubios Berater den Gegensatz zu den Demokraten, bei denen sich die weißen Senioren Hillary Clinton und Bernie Sanders duellieren, nicht betonen. "Sieht aus wie ein Benetton-Werbespot", witzelt Haley - und dutzende Fotografen und Kamerateams tragen diese Bilder hinaus in die Welt.

Haley und Rubio wurden durch die Tea-Party-Bewegung groß

Doch Nikki Haley bringt noch mehr mit, was Rubio nutzen wird. "Ich habe mich vor allem als Mutter entschieden, wer unser nächster Präsident werden soll", ruft sie. Sie glaubt, dass ihre Kinder die beste Zukunft unter einem jungen Staatsoberhaupt wie Rubio haben werden. Als Frau eines Veterans ist es ihr wichtig, das US-Militär zu stärken, das Obama angeblich vernachlässigt hat. Hier ist der Applaus besonders laut, denn in South Carolina leben viele aktive und ehemalige Soldaten.

Und Haley hat noch ein Argument, dass Rubio gern hört: "Auch ich war nur kurz Abgeordnete, bevor mich die Menschen zur Gouverneurin gewählt haben". Dem Senator wird - vor allem von Jeb Bush - vorgeworfen, keine Regierungserfahrung zu besitzen. Haleys Popularität ist zuletzt weiter gestiegen, weil sie sich nach dem Massaker in der A.M.E.-Kirche in Charleston mit neun Toten dafür ausgesprochen hatte, die Südstaatenflagge vor dem Parlamentsgelände abzunehmen. Ähnlich wie Rubio hat sich Haley, die 2010 mit Hilfe von Sarah Palin gewählt wurde, von der Tea-Party-Ikone zum Liebling des Partei-Establishments entwickelt.