Reaktionen "Merkel ist gescheitert"

Die Grünen fühlen sich "veräppelt", die Union bedauert das Jamaika-Scheitern, die SPD will weiter nichts von einer neuen GroKo wissen und die Linke macht Angela Merkel verantwortlich. Reaktionen im Überblick.

CDU/CSU

  • "Es ist ein Tag mindestens des tiefen Nachdenkens, wie es weitergeht in Deutschland. Ich als Bundeskanzlerin, als geschäftsführende Bundeskanzlerin, werde alles tun, dass dieses Land auch durch diese schwierigen Wochen gut geführt wird." (Kanzlerin Merkel)
  • "Es ist schade, dass es am Ende nicht gelungen ist, dies zum Ende zu führen, was zum Greifen nahe war." (CSU-Chef Seehofer)
  • "Offensichtlich hat das nicht gereicht, damit die FDP sich traut und springt und Verantwortung übernimmt." (CDU-Generalsekretär Peter Tauber)
  • "Es war überraschend, aber auch überraschend vielleicht vorbereitet." (stellvertretende CDU-Vorsitzende Klöckner im SWR)
  • "Da habe ich Respekt davor, aber ich finde es nicht gut. Ich finde es schade." (CSU-Generalsekretär Scheuer im ZDF)
  • "Gerade am Ende sind wir eigentlich deutlich besser zueinandergekommen. Von daher hat mich der Ausstieg der FDP am Ende schon wirklich sehr, sehr überrascht, gewundert und regelrecht geschockt." (Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther)
  • "Das ist auf jeden Fall mehr als schade." (Bayerns Innenminister Joachim Hermann)
  • "Jetzt ist erst einmal die SPD dran, die sich fragen muss: Sind neuneinhalb Millionen Wählerstimmen was wert, kämpft sie jetzt für Inhalte oder bleibt sie weiterhin in der Ecke?" (CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn)

Grüne

  • "Wir waren zu dieser Verständigung bis zur letzten Sekunde bereit." (Grünen-Chef Özdemir)
  • "Wenn man dann - wo ein abschließendes Angebot auf dem Tisch liegt - eine vorbereitete Pressemitteilung aus der Tasche zieht und geht, dann fühlt man sich natürlich schon ein Stück weit veräppelt." (Grünen-Unterhändler Jürgen Trittin)
  • "Ich will ausdrücklich sagen, dass ich davon ausgehe, dass dieses Bündnis hätte zustandekommen können." (Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt)
  • "Mit jeder weiteren Einigung wurde die Panik eher größer als geringer. Deshalb kann man durchaus den Verdacht haben, dass die weniger gestalten wollten, sondern mehr Sorge vor der Verantwortung hatten." (Fraktionschef Hofreiter über die FDP)
  • "Es war ein Stehlen aus der Verantwortung." (Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner)
  • "Es ist ein enormer Schaden für Deutschland und Europa, wenn wir jetzt keine stabile Regierung haben." (Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann in der Mitteldeutschen Zeitung)
  • "Das war Psychoterror ohne Ende. Wir brauchen jetzt alle 'ne Therapie, glaube ich." (Schleswig-Holsteins Umweltminister Habeck)

FDP

  • "Es hat sich gezeigt, dass die vier Gesprächspartner keine gemeinsame Vorstellung von der Modernisierung unseres Landes und vor allen Dingen keine gemeinsame Vertrauensbasis entwickeln konnten." "Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren." (FDP-Chef Lindner)
  • "#Merkel ist gescheitert. Sie wollte schwarz-grüne Politik machen und sich auf die Anliegen der @fdp nicht einlassen." (rheinland-pfälzischer FDP-Chef Volker Wissing)
  • "Es gab über 200 eckige Klammern, weder am Samstag noch am Sonntag ist die Zahl kleiner geworden." (Marco Buschmann, Parlamentarische Geschäftsführer der FDP im Bundestag)

SPD

  • "Die Ausgangslage für die SPD hat sich nicht verändert. Wir haben kein Mandat für eine erneute große Koalition." (SPD-Vize Stegner auf Twitter)
  • "Alle haben die Hoffnung, dass sehr bald eine Klärung insofern zustande kommt, dass Deutschland wieder eine stabile Regierung hat." (Außenminister Gabriel in Myanmar zu den Erwartungen der internationalen Gemeinschaft)
  • "Vor der Bundestagswahl haben die Beteiligten wahlweise Schwarz-Grün, Schwarz-Gelb oder Jamaika herbeigewünscht. Jetzt kriegen sie nix hin. Die SPD ist allerdings nicht das Ersatzrad für den schleudernden Wagen von Frau Merkel." (SPD-Vize Schäfer-Gümbel)

AfD

  • "Frau Merkel ist gescheitert, und es wird Zeit, dass sie als Bundeskanzlerin geht." (AfD-Fraktionschef Gauland)

Linke

  • "Es muss jetzt schnellstmöglich Neuwahlen geben, denn eine Fortsetzung der großen Koalition kann sich niemand ernsthaft wünschen." (Parteichefin Kipping in der Berliner Zeitung)
  • "Die Probleme, über die geredet wurden, sind nicht vom Himmel gefallen. Sie sind Ergebnis der Politik von Angela Merkel. Das ist das klare Signal von gestern Abend." (Fraktionsvorsitzender Dietmar Bartsch)