Politik kompakt Sohn eines Hamas-Gründers arbeitete für israelischen Geheimdienst

Sohn eines Hamas-Gründers arbeitete für israelischen Geheimdienst

Der Sohn eines Mitbegründers der radikalen Palästinenserorganisation Hamas hat nach Medienberichten über viele Jahre hinweg als Agent für den israelischen Inlandsgeheimdienst Shin Bet gearbeitet. Mussab Hassan Jussef habe unter dem Tarnnamen "Grüner Prinz" geholfen, Dutzende Selbstmordanschläge zu verhindern, schreibt die israelische Tageszeitung Haaretz. Darüber hinaus habe er Israel bei der Festnahme hochrangiger Führer des im Jahr 2000 begonnenen Palästinenseraufstands (Intifada) geholfen. Den Angaben zufolge soll unter anderem die Festnahme des populären Fatah-Führers Marwan el-Barguti im Jahr 2002 in Ramallah auf einen entsprechenden Tipp Jussefs zurückgehen.

Der heute 32-Jährige ist der Sohn von Scheich Hassan Jussef, eines Mitbegründers der Hamas. Aus einem jetzt erscheinenden Buch gehe hervor, dass Jussef 1996 während seiner Haft in Israel vom Inlandsgeheimdienst angeworben wurde, schreibt die Zeitung. Vor zehn Jahren sei der ehemalige Muslim zum Christentum übergetreten. Seit der Flucht aus dem Westjordanland im Jahr 2007 lebt Jussef den Angaben zufolge heute im US-Bundesstaat Kalifornien.