Naher Osten:Huthi-Rebellen kapern Frachter im Roten Meer

Naher Osten: Die "Galaxy Leader" war von der Türkei in Richtung Indien unterwegs. Es sollen 25 Besatzungsmitglieder aus verschiedenen Ländern an Bord sein.

Die "Galaxy Leader" war von der Türkei in Richtung Indien unterwegs. Es sollen 25 Besatzungsmitglieder aus verschiedenen Ländern an Bord sein.

(Foto: Owen Foley/Reuters)

Die jemenitische Miliz hatte gedroht, israelische Schiffe als militärische Ziele zu sehen. Der israelischen Regierung zufolge wird das Schiff aber von Großbritannien und Japan betrieben. Das Militär vermutet Iran hinter der Aktion und spricht von einem "Terrorakt". Das Regime in Teheran bestreitet das.

Im Roten Meer haben die Huthi-Rebellen aus Jemen den Autofrachter Galaxy Leader entführt. Das bestätigte Yahya Saree, ein Sprecher der Gruppe, auf der Plattform X, erste Berichte gab es am Sonntag. Man werde alle Schiffe, die mit Israel in Verbindung stehen, "als legitimes militärisches Ziel" betrachten, schrieb er. Man werde militärische Operationen gegen Israel fortführen, bis die "Gewalt gegen unsere palästinensischen Brüder stoppt". Vor wenigen Tagen hatten die Rebellen konkret damit gedroht, Schiffe anzugreifen.

Das israelische Militär sprach von einem schwerwiegenden "Vorfall von globaler Tragweite", widersprach aber den Rebellen: Die Galaxy Leader sei kein israelisches Schiff. Es werde von Großbritannien und Japan betrieben, unter der internationalen Crew des Frachters seien keine israelischen Staatsbürger, schrieb das Militär bei X. Das Schiff fährt unter der Flagge der Bahamas.

Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu machte das Regime in Iran für den Überfall verantwortlich. "Wir verurteilen den iranischen Angriff auf ein internationales Schiff aufs Schärfste", teilte ein Sprecher mit. "Dies ist ein weiterer Akt des iranischen Terrorismus". Die Huthi-Rebellen sind mit Teheran verbündet und werden vom iranischen Regime finanziert und mit Drohnen und Raketen ausgestattet.

Iran weist Vorwürfe zurück

Iran wies eine Verstrickung in die Entführung des Frachtschiffes zurück. Widerstandsgruppen der Region träfen Entscheidungen auf Grundlagen ihrer eigenen Interessen, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Nasser Kanaani, in Teheran.

Die Regierung in Japan rief die saudischen, omanischen und iranischen Behörden dazu auf, dabei zu helfen, das Schiff und seine Besatzung rasch freizulassen. "Wir verurteilen solche Taten aufs Schärfste", sagte Hirokazu Matsuno, Leiter des japanischen Kabinettssekretariats. Ein US-Militärbeamter sprach von einem "eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht", man werde mit den Verbündeten und den UN über weitere Schritte beraten.

Der Tracking-Seite Marine Traffic zufolge sollte der Autofrachter vom türkischen Körfez über das Rote Meer ins indische Pipavav fahren, derzeit gebe es aber keine Verbindung zum Schiff. Die japanische Reederei Nippon Yusen (NYK) teilte mit, das Schiff habe keine Fracht geladen. An Bord seien 25 Besatzungsmitglieder, die von den Philippinen, aus Bulgarien, der Ukraine, Rumänien und Mexiko stammen.

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