bedeckt München 26°

Coronavirus weltweit:New York startet mit ersten Corona-Lockerungen

An MTA worker cleans a subway car during the morning commute, as phase one of reopening after lockdown begins, during the outbreak of the coronavirus disease (COVID-19) in New York

In der Hochphase des Virus fuhr sogar die New Yorker U-Bahn nur noch eingeschränkt.

(Foto: REUTERS)
  • Hinweis: Dieser Newsblog ist archiviert und wird nicht mehr aktualisiert.

Exakt 100 Tage, nachdem in New York der erste Corona-Fall bestätigt wurde, sind am Montag in der Millionenmetropole erste Lockerungen der monatelangen Restriktionen in Kraft getreten. Mit dem Start von Phase eins eines vierstufigen Öffnungsplans des Bundesstaates New York dürfen unter anderem die Arbeiten auf mehr als 32 000 Baustellen in der Stadt wieder starten. Außerdem können Einzelhändler telefonisch und online Bestellungen annehmen und ihren Käufern im Laden übergeben. Publikumsverkehr ist in den Geschäften noch nicht erlaubt.

Archivhinweis: Internationales Corona-Blog

Dieser Newsblog wird nicht mehr aktualisiert

Unsere Newsblogs werden in regelmäßigen Abständen archiviert. Die neuesten internationalen Entwicklungen finden Sie hier in unserem aktuellen Newsblog zur weltweiten Corona-Krise.

Gaststätten und Bars bleiben für Gäste zum Hinsetzen geschlossen, Essen und Getränke außer Haus sind aber wie bisher erlaubt. Auch der reguläre Betrieb in Büros ist noch untersagt. Die nächste Öffnungsphase soll frühestens in zwei Wochen in Kraft treten. Schätzungen gehen davon aus, dass dann bis zu 400 000 Menschen wieder ihre Arbeit aufnehmen könnten.

Die Stadt war wochenlang das weltweite Epizentrum der Pandemie. Nach dem ersten offiziellen Fall am 1. März sind in New York bisher etwa 204 000 Corona-Erkrankungen bestätigt worden. Fast 17 200 Tote waren positiv auf Covid-19 getestet worden und die Stadt geht von zusätzlich etwa 4700 Toten aus, die ebenfalls infiziert gewesen sein könnten. Etwa einer von 400 Einwohnern der 8,4-Millionen-Stadt wäre damit Covid-positiv gestorben.

Die Wut auf Bolsonaro wächst

Aktuelles zum Coronavirus - zweimal täglich per Mail oder Push-Nachricht

Alle Meldungen zur aktuellen Lage in Deutschland und weltweit sowie die wichtigsten Nachrichten des Tages - zweimal täglich mit SZ Espresso. Unser Newsletter bringt Sie morgens und abends auf den neuesten Stand. Kostenlose Anmeldung: sz.de/espresso. In unserer Nachrichten-App (hier herunterladen) können Sie den Espresso oder Eilmeldungen auch als Push-Nachricht abonnieren.

Tausende Menschen haben in zahlreichen Städten Brasiliens gegen die Politik des Präsidenten Jair Bolsonaro und gegen Rassismus demonstriert. Bolsonaro droht mit einem Rückzug seines Landes aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Allein in der bevölkerungsreichsten Stadt São Paulo kamen am Sonntag nach Schätzung der Militärpolizei rund 3000 Demonstranten bei einem Aufmarsch für Demokratie und gegen Rassismus zusammen. Dazu hatten organisierte Fußballfans der vier großen Clubs der Stadt, soziale und schwarze Bewegungen aufgerufen.

Sicherheitskräfte setzten Tränengas und, nach Angaben von Amnesty International, auch Gummigeschosse ein. Einige Teilnehmer sollen versucht haben, in Richtung einer kleinen Pro-Bolsonaro-Demonstration zu laufen. Die Menschenrechtsorganisation warf der Militärpolizei vor, sie habe die Menschen von den Straßen vertreiben wollen.

In Rio de Janeiro kam es ebenfalls zu getrennten Demonstrationen beider Lager und einer hohen Präsenz der Sicherheitskräfte. Eine Teilnehmerin des Anti-Bolsonaro-Protests berichtete von mehreren Festnahmen und einer angespannten Stimmung, nachdem sich die Familie eines Zwölfjährigen, der vor kurzem bei einem Einsatz der Militärpolizei in einer Favela ums Leben gekommen war, der Demo anschloss. Auch in der Hauptstadt Brasília sowie in anderen großen Städten wie Belo Horizonte, Salvador und Manaus gab es Proteste.

Brasilien hat nach Daten der Johns-Hopkins-Universität in den USA weltweit die zweitmeisten Corona-Infektionen und die drittmeisten Todesfälle zu beklagen.

Über die WHO sagte Bolsonaro am Sonntag dem Sender CNN Brasil: "Die USA sind schon ausgetreten. Entweder die WHO arbeitet ohne ideologische Voreingenommenheit oder wir sind auch draußen." Während die Vereinigten Staaten allerdings einer der größten Geldgeber der UN-Sonderorganisation gewesen sind, hat Brasilien einem Bericht der Zeitung Folha de S. Paulo zufolge bereits 2019 aufgehört, Beiträge zu zahlen. Demnach stehen 33 Millionen US-Dollar aus. "Wir brauchen keine Leute von außerhalb, die uns Tipps bei der Gesundheit hier geben", so Bolsonaro.

Indiens Infektionszahl übersteigt die Italiens

Indien meldet einen Anstieg der festgestellten Infektionen auf mehr als 236 000. Allein am Freitag wurden mehr als 9800 neue Fälle gemeldet, ein weiterer Rekordanstieg für einen einzelnen Tag. Vor allem in ländlichen Gebieten kam es zuletzt zu einem Anstieg der Infektionszahlen. Dorthin waren Hunderttausende Wanderarbeiter zurückgekehrt, die nach Einführung des Lockdowns Ende März praktisch von einem Tag auf den anderen ihre Arbeitsplätze in den großen Städten verloren hatten. Indien überholt damit das Land Italien und liegt weltweit auf Rang sechs hinter den USA, Brasilien, Russland, Großbritannien und Spanien.

Die offiziell angegebene Totenzahl in Indien liegt mit 6642 allerdings relativ niedrig. Die Rate der wieder Genesenen wurde mit etwa 48 Prozent angegeben. Die Regierung von Ministerpräsident Narendra Modi will die seit März geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens ab Montag lockern. Dann dürfen Einkaufszentren, Restaurants und Gebetsstätten wieder öffnen.

Ausbrüche in Spanien weitgehend unter Kontrolle

Spanien hat die aktuelle Corona-Ausbruchswelle inzwischen weitgehend unter Kontrolle. Das sagt zumindest Fernando Simón, Direktor des Koordinationszentrums für medizinische Notfälle beim Gesundheitsministerium in Madrid.

Die Zahl der Neuinfektionen sei niedrig, die Zahl der Patienten auf Intensivstationen sinke und es werde weiter massiv auf Sars-CoV-2 getestet, zitierte die Nachrichtenagentur Europa Press Simón am Freitag. Inzwischen stellten eher importierte Infektionsfälle ein Risiko dar, so der Experte. Deshalb sei es wichtig, die Kontrollen bei der Einreise "so gut wie möglich" vorzunehmen. Dies dürfte vor allem ab dem 1. Juli relevant werden, wenn Europas wichtigstes Urlaubsland wieder ausländische Touristen einreisen lassen will.

Anfang April zum Höhepunkt der Pandemiewelle in Spanien wurden mehr als 900 Tote pro Tag im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 registriert. Mit mehr als 27 000 Toten und rund 241 000 Infektionsfällen ist Spanien bisher eines der am schwersten betroffenen Länder und hatte besonders einschneidende Gegenmaßnahmen ergriffen. Inzwischen befindet sich das Land in einer Phase der Öffnung.

Einreisen in die EU könnten von Juli an wieder möglich werden

Fast alle EU-Staaten seien dafür, die derzeit bis zum 15. Juni laufenden Einschränkungen um weitere zwei Wochen zu verlängern, sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson nach Video-Beratungen mit den EU-Innenministern. Von Juli an könnten die Beschränkungen für nicht zwingend notwendige Reisen in die EU dann schrittweise aufgehoben werden. Die europäischen Staaten sollten sich dabei gut untereinander abstimmen. Die EU-Kommission werde Empfehlungen für die schrittweise Aufhebung erarbeiten.

Mitte März hatten sich alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Einreisen zunächst zu verbieten. So sollte die Ausbreitung des neuen Coronavirus gebremst werden. Nach zweimaliger Verlängerung läuft diese Regelung noch bis zum 15. Juni. Die EU-Kommission kann eine Verlängerung vorschlagen - die Entscheidung liegt dann bei jedem einzelnen Land selbst.

Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte, er gehe nach der Diskussion mit seinen Amtskollegen davon aus, dass das Einreiseverbot für Menschen aus Drittstaaten bis Monatsende verlängert werde. Von Juli an werde es eine "differenzierte Lösung" geben, so der CSU-Politiker - je nach der Coronavirus-Lage im Herkunftsland. In der kommenden Woche wolle die EU-Kommission dazu Vorschläge machen. Auch die innereuropäischen Grenzkontrollen und bislang geltende Quarantäne-Regelungen sollen Seehofer zufolge zu Ende Juni hin wegfallen. "Es ist dann wieder die volle Freizügigkeit hergestellt."

Die Schweiz und Tschechien verkündeten bereits Lockerungen. So öffnet die Schweiz am 15. Juni ihre Grenzen nicht nur zu Deutschland, Frankreich und Österreich, sondern zu allen Staaten der EU und der Europäischen Freihandelszone (Efta). Die Pandemie-Lage mache das möglich, teilte die Regierung in Bern mit. Bereits seit Freitagmittag, 12 Uhr, erlaubt Tschechien nach fast drei Monaten wieder die Einreise für Bürger aus Deutschland, Österreich und Ungarn.

© SZ.de/olkl/jael/bix/swi/jobr/che/mkoh/hij/mpu/saul/ihe/hum/mcs/cck

Coronavirus in Schweden
:Tödlicher Sonderweg

Der Schutz alter Menschen war Schweden beim Kampf gegen das Virus wichtig - ist aber nicht gelungen. Die Zahl der Opfer ist hoch, wirklich verantwortlich fühlt sich niemand.

Von Kai Strittmatter

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite