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Coronavirus in Deutschland:Corona-Warn-App bekommt Update

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Nach technischen Problemen auf verschiedenen Smartphones hat die deutsche Corona-Warn-App ein Update bekommen. Mit der neuesten Version sollen technische Schwierigkeiten auf dem iPhone beseitigt werden, wie der Softwarekonzern SAP und die Deutsche Telekom mitteilten. Seit dem Start Mitte Juni wurde die App von mehr als 16 Millionen Nutzern heruntergeladen. Auf dem Apple-Betriebssystem iOS hatte die App zwar wie versprochen ständig anonyme Codes mit anderen Nutzern ausgetauscht - die Warnung vor gefährlichen Begegnungen erfolgte allerdings nicht im Hintergrund, sondern nur, wenn die App aktiv geöffnet war. Ähnliche Probleme tauchten bei bestimmten Android-Smartphones auf. Ursache war ein Energiesparmodus, der bei einigen Geräten die Aktualisierung eingeschränkt oder sogar deaktiviert haben könnte.

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Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat Defizite im Schulunterricht der vergangenen Monate eingeräumt. Beim digitalen Lernen zu Hause habe es enorme Unterschiede gegeben, sagte die CDU-Politikerin der Bild am Sonntag. Es gab Schulen, an denen Lehrer während der Krise so gut wie gar keinen direkten Kontakt zu den Schülern hatten", so die Ministerin. "Dann ist es klar, dass die Kinder Lernrückstände aufbauen." Karliczek räumte ein, dass Deutschland seit Langem in der Schulbildung nur gutes Mittelmaß sei. Und auch in den Pandemiezeiten sei Schule im Großen und Ganzen "eher mittelmäßig" gelaufen. "Wir müssen besser werden - jetzt in der Corona-Zeit und vor allem danach. Wir brauchen einen neuen Aufbruch im Schulwesen", sagte die Ministerin.

Corona-Ausbruch unter Erntehelfern in Niederbayern

Mindestens 174 Erntehelfer haben sich auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im niederbayerischen Ort Mamming mit dem Corona-Virus infiziert. Zu Beginn habe es lediglich sieben bekannte Fälle gegeben, dazu seien 167 weitere infizierte Personen nun Träger des Virus, schreibt das Landratsamt Dingolfing unter Berufung auf das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Der gesamte Betrieb, auf dem zuvor eine Reihenuntersuchung erfolgt war, sei unter Quarantäne gestellt worden und werde nunmehr von einem Sicherheitsdienst überwacht. Auch die negativ getesteten Kontaktpersonen - insgesamt 480 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Betriebsleitung - dürften das Betriebsgelände nicht verlassen. Landrat Werner Bumeder (CSU) sprach von einem "in sich geschlossenen Personenkreis" und rief die Bevölkerung auf Ruhe zu bewahren.

Erste Flughäfen bieten kostenlose Corona-Tests an

Urlaubsrückkehrer können sich seit Samstag auf mehreren Flughäfen in Deutschland kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Die Airports in München, Düsseldorf, Köln/Bonn und Dortmund bieten nun erstmals kostenfreie Untersuchungen an. Bislang gab es die Möglichkeit zum Test bereits in Frankfurt, München und Köln/Bonn, die Reisenden mussten aber selbst dafür bezahlen. Berlin will in der kommenden Woche folgen, auch andere Flughäfen wollen bald nachziehen.

Angesichts wieder steigender Fallzahlen lässt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) derzeit prüfen, ob es für Urlaubs-Rückkehrer aus Risikogebieten eine rechtliche Verpflichtung zu Corona-Tests geben kann. Generell gelte es zu verhindern, dass sich das Coronavirus in Deutschland wieder verstärkt ausbreite, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Deutschlandfunk. "Und ja, wir prüfen auch, ob es rechtlich möglich ist. Das ist ja ein Eingriff in die Freiheit, jemanden zum Test zu verpflichten." Spahn betonte, dass die Gerichte sehr darauf schauten, dass jeder Eingriff verhältnismäßig ist.

Erst am Freitag hatte Spahn zusammen mit den Gesundheitsministern der Ländern den Beschluss gefasst, dass sich Rückkehrer aus dem Auslandsurlaub kostenlos auf das Virus testen lassen können - und zwar sofort nach ihrer Ankunft an Flug- und Seehäfen. Damit solle eine zweite Virus-Welle eingedämmt werden. "Wir werden es möglich machen, dass jeder Reiserückkehrer sich testen lassen kann", betonte Spahn. "Ich bin sehr dafür, dass bei Reiserückkehrenden sich im Zweifel einer zu viel testen lässt als einer zu wenig, aber im Kern gilt das Gleiche wie auch zu Hause im Urlaub: Aufeinander aufpassen, darum geht's."

Vor allem die Urlaubssaison mit Hunderttausenden Reisen ins Ausland wird als Gefahr für eine zweiten Welle der Epidemie angesehen. Denn in vielen europäischen und nichteuropäischen Staaten steigen derzeit die Infektionszahlen. Zudem gab es wiederholt Kritik an einem fahrlässigen Verhalten deutscher Urlauber in Ländern wie Kroatien oder Spanien.

Kretschmer spricht von zweiter Infektionswelle in Deutschland

Nach Ansicht von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die zweite Infektionswelle der Corona-Pandemie Deutschland bereits erreicht. Das sagte der CDU-Politiker der Rheinischen Post. "Die zweite Corona-Welle ist schon da. Sie findet bereits jeden Tag statt. Wir haben jeden Tag neue Infektionsherde, aus denen sehr hohe Zahlen werden könnten." Aufgabe sei es nun, mit den Gesundheitsämtern zusammen diese Welle zu brechen. "Das klappt erstaunlich gut." Nach Ansicht Kretschmers kann Deutschland durch sein föderales System präziser vorgehen als zentralistisch regierte Länder. Die Ministerpräsidenten könnten abwägen, was gezielt für einzelne Regionen geregelt werden könne.

Kretschmer sieht in der Corona-Pandemie die erste zentrale gemeinsame Krisenerfahrung in Deutschland. "Und das Schöne ist: Die Menschen in Ost und West ticken in dieser Krise gleich." 30 Jahre nach der Wiedervereinigung gebe es keine Unterschiede. "Corona ist der beste Beweis dafür, dass dieses Land zusammengewachsen ist."

Bislang 70 positive Corona-Tests am Frankfurter Flughafen

Das Corona-Testzentrum am Frankfurter Flughafen hat seit seinem Start Ende Juni 70 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. "Wir haben rund 25.000 Personen getestet, etwa 80 Prozent davon waren Reiserückkehrer. Insgesamt waren circa 70 Tests positiv", sagte der Chef der Diagnostikfirma Centogene Arndt Rolfs der Zeitung Welt. Demnach liegt die Zahl innerhalb der erwarteten Größenordnung. "Beunruhigend ist, dass fast alle positiv Getesteten aus Nicht-Risikoländern kommen," sagte Rolfs.

Bericht: Corona-Warn-App macht auch auf iPhones Probleme

Die Corona-Warn-App macht nicht nur auf Smartphones mit Android-Betriebssystem, sondern auch auf iPhones Probleme. Nach Recherchen der Tagesschau funktioniert auf vielen iPhones die Kontaktüberprüfung nur lückenhaft. Nutzerinnen und Nutzer seien teilweise über Wochen nicht über die App informiert worden, ob sie Kontakt zu Infizierten hatten oder nicht, berichtet die Tagesschau auf ihrer Homepage.

Die Firma SAP, welche die App zusammen mit der Deutschen Telekom entwickelt hat, räumte den Fehler dem Bericht zufolge ein. "Da gibt es Probleme, und ich hoffe ganz stark, dass die entweder sehr, sehr schnell beseitigt werden oder wir einen wirksamen Workaround finden, (...) um trotzdem die Funktionalität auf die Beine zu stellen", wurde der Software-Architekt der Corona-Warn-App bei SAP, Thomas Klingbeil, zitiert.

Das Problem soll bei iPhones ebenso wie bei einigen Android-Geräten die Hintergrundaktualisierung sein. Eigentlich soll die Corona-Warn-App auch dann im Hintergrund weiterlaufen und Daten aktualisieren, wenn sie nicht geöffnet ist. Wenn es eine Begegnung mit einer Person gab, die dann positiv auf das Coronavirus getestet wurde, soll das Handy den Besitzer eigentlich aktiv mit einer Benachrichtigung auf das erhöhte Risiko hinweisen. "Das Problem, das wir haben, ist, dass die Hintergrundaktualisierung vom Betriebssystem offenbar nicht aufgerufen wird", so Klingbeil.

Zuvor hatte die Bild-Zeitung bereits über ähnliche Probleme bei einigen Android-Geräten berichtet. Demnach hatte die App auf vielen Android-Smartphones wochenlang nur schlecht oder gar nicht funktioniert. Nutzer seien im Zweifel nicht oder zu spät gewarnt worden, hieß es, da sich die Anwendung im Hintergrund nicht immer automatisch aktualisiert habe.

RKI: Anstieg der Fallzahlen "sehr beunruhigend"

Das Robert-Koch-Institut (RKI) zeigt sich besorgt über den Anstieg der neu gemeldeten Coronavirus-Fälle in den vergangenen Tagen. "Diese Entwicklung ist sehr beunruhigend und wird vom RKI weiter sehr genau beobachtet", schrieb das RKI am Freitag auf seiner Webseite. Eine weitere Verschärfung der Situation müsse unbedingt vermieden werden.

815 neue Fälle wurden am Freitag an das RKI übermittelt, deutlich mehr als noch in den Vorwochen. Zuvor wurden täglich um die 500 neue Fälle pro Tag verzeichnet, teilweise sogar deutlich weniger. Wie das RKI erklärte, ist der Zuwachs in vielen Bundesländern zu beobachten. Mehr als 60 Prozent der neuen Fälle seien jedoch auf Anstiege in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zurückzuführen. Bundesweit gebe es viele kleinere Ausbrüche in verschiedenen Landkreisen: So hätten sich Menschen bei größeren Feiern im Familien- und im Freundeskreis, bei Freizeitaktivitäten, an Arbeitsplätzen, aber auch in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen angesteckt. Hinzu kämen zunehmende Fälle unter Reiserückkehrern, hieß es.

Eine Verschärfung der Lage könne nur verhindert werden, wenn sich die gesamte Bevölkerung weiterhin engagiere. Das RKI appellierte, zum Beispiel die Abstands- und Hygieneregeln konsequent einzuhalten - auch im Freien. Innenräume sollten gelüftet werden und wo es geboten sei, solle man eine Mund-Nasen-Bedeckung korrekt tragen.

Gesundheitsminister: Freiwillige Corona-Tests an Flughäfen

Rückkehrende Urlauber aus Risikogebieten sollen sich künftig bei ihrer Ankunft an deutschen Flughäfen auf eigenen Wunsch hin kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können. Das geht aus dem Beschluss hervor, auf den sich die Gesundheitsminister der Länder am Freitag geeinigt haben. Eine Testpflicht, wie sie etwa CSU-Chef Markus Söder gefordert hatte, wird es damit vorerst nicht geben.

Ein negatives Testergebnis kann dem Beschluss zufolge die ansonsten vorgesehene 14-tägige Quarantäne für Rückkehrer aus Risikogebieten beenden. So soll das Risiko begrenzt werden, dass Urlauber das Virus wieder in Deutschland verbreiten. Die Zahl an Neuinfektion ist in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnte, rückkehrende Urlauber sollen auch nach einem negativen Corona-Test auf den Infektionsschutz achten. "Ein Test ist kein Freifahrschein, sondern immer nur eine Momentaufnahme", sagte Spahn am Freitag in Berlin. "Vernünftiges Verhalten und Wachsamkeit bleiben unverzichtbar."

Um die Tests durchzuführen, sollen an den Flughäfen Teststellen eingerichtet werden. Die Berliner Gesundheitsministerin Dilek Kalayci (SPD) begründete die freiwilligen Tests nach den Beratungen der Gesundheitsminister und -senatoren dem Evangelischen Pressedienst gegenüber damit, dass es weltweit ein dynamisches Infektionsgeschehen gebe. Die Situation berge die Gefahr, dass Infektionen und Infektionsketten nach Deutschland eingeschleppt würden.

Wie Kalayci weiter sagte, sollen sich auch Rückreisende aus Nicht-Risikoländern kostenlos testen lassen können. Das geschehe dann aber nicht im Flughafen, sondern über andere Stellen von den Kassenärztlichen Vereinigungen oder an anderen Teststellen außerhalb der Flughäfen. Für alle Rückreisenden würden die Kosten übernommen, sagte Kalayci. Nach fünf bis sieben Tagen sollen die Tests wiederholt werden.

Nach den Worten der Berliner Gesundheitssenatorin werden auch die sogenannten Aussteigerkarten für Rückkehrer aus Risikogebieten wieder eingeführt. Angestrebt werde, dies künftig digital umzusetzen. "Zur Zeit ist es viel Papier", sagte Kalayci. Die Aussteigerkarten sollen stichprobenartig kontrolliert werden. Auch bei Wiedereinreisen über die Straße solle es an grenznahen Einreisepunkten stichprobenartige Kontrollen geben.

© SZ/dpa/Reuters/epd/gal/saul/bix/odg/smh/hij
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