Meldungen zum Coronavirus:Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 1080

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Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Montagmorgen 30 789 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 10 340 Fälle weniger als am Montag vor einer Woche, als 41 129 positive Tests gemeldet wurden. Insgesamt liegt damit in Deutschland die Zahl der bestätigten Infektionen bei mehr als 22,67 Millionen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 1080,0 von 1097,9 am Vortag. 13 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 131 728.

Die Infektionszahlen haben derzeit nur begrenzt Aussagekraft. Experten gehen von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind vielerorts am Limit, Kontakte werden nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Deshalb bilden wir im SZ-Corona-Dashboard einen Mittelwert aus den Meldungen der vergangenen sieben Tage ab, der Schwankungen von Tag zu Tag ausgleichen soll. Mehr Informationen dazu finden Sie im Transparenz-Blog, weitere Daten und Grafiken zur Pandemie hier. (11.04.2022)

Scharfer Lockdown stoppt das Virus in Shanghai nicht

Auch der scharfe Lockdown verhindert nicht, dass sich das Coronavirus in der chinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai immer weiter ausbreitet. Mit knapp 25 000 lokal übertragenen Infektionen sind die jüngsten Zahlen im Vergleich zu amerikanischen oder europäischen Großstädten zwar noch gering. Seit China jedoch seine "Null-Covid-Strategie" fährt, ist es der größte Ausbruch seit Wuhan 2019, von wo aus die Pandemie ihren Lauf nahm. Am Sonntag meldeten die Behörden 1000 Fälle mit Symptomen und etwa 24 000 ohne.

Die Straßen in der Metropole, in der 26 Millionen Menschen wohnen, sind gegenwärtig wie leergefegt. Einwohner dürfen nur mit Sondergenehmigung die Wohnungen verlassen, viele Supermärkte sind geschlossen, Tausende Kuriere können nicht arbeiten. Immer mehr Bürger äußern deswegen Sorgen zur Lebensmittelversorgung, teilweise auch zum Zugang zu medizinischen Gütern. In Videos, die im Internet kursieren, sind Anwohner zu sehen, die lautstark mit Sicherheitsleuten streiten, weil sie Lebensmittel brauchen.

Wie aus Chatgruppen in sozialen Medien hervorgeht, wird auch in anderen Städten der Volksrepublik befürchtet, dass es zu rigiden Lockdowns kommen könnte. In der 18-Millionen-Einwohner-Stadt Guangzhou planen die Behörden Massentests, nachdem dort einige Fälle gemeldet wurden. (10.04.2022)

SZ-Korrespondentin Lea Sahay hat ausführlich über die Lage in Shanghai berichtet:

Hälfte der Restaurants und Hotels verpflichtet Mitarbeiter zur Maske

Fast jeder zweite Hotel- und Gaststättenbetrieb hält offenbar auch nach dem Ende der staatlichen Vorgabe freiwillig an der Maskenpflicht für Mitarbeiter fest - von Kundinnen und Kunden verlangt dagegen nur noch eine Minderheit der Betriebe entsprechende Corona-Schutzmaßnahmen. "Laut unserer aktuellen Dehoga-Umfrage halten 16,2 Prozent der Betriebe an der Maskenpflicht für Gäste fest. Die 3-G-Regelung wenden noch 12,1 Prozent der Betriebe an", sagt die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland einem Vorabbericht zufolge.

Ob auf das Tragen von Masken verzichtet werden kann, entscheide der Gastronom nach seinem betrieblichen Hygienekonzept und den jeweiligen Ansteckungsrisiken der Mitarbeiter. Das Ende der Beschränkungen begrüßte die Verbandsgeschäftsführerin. Es handele sich um "Maßnahmen, die ja in vielen anderen europäischen Ländern bereits seit Wochen nicht mehr gelten", so Hartges. "Viele Mitarbeiter sind zudem sehr froh darüber, nicht mehr kontrollieren zu müssen." (09.04.2022)

Lauterbach: Werden ein drittes Mal nicht optimal auf neue Welle vorbereitet sein

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bewertet das Scheitern der Impfpflicht als Rückschlag zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Das erklärt er in einer gemeinsamen Konferenz mit RKI-Präsident Lothar Wieler. Insbesondere für vulnerable Personengruppen und für diejenigen, die sich seit Ausbruch der Pandemie für Infizierte und Kranke einsetzen, sei dies eine schlechte Nachricht.

Mit dem Aus der vorsorgenden Corona-Impfpflicht sieht Lauterbach die Notwendigkeit wieder stärkerer Schutzmaßnahmen für den Herbst. "Es ist möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich, dass im Herbst keine erneute Corona-Welle auf uns zusteuert", erklärt der SPD-Politiker. Vermutlich werde man nach dem Sommer aber ein drittes Mal nicht optimal vorbereitet in eine neue Welle gehen. Der Gesundheitsminister geht davon aus, dass das Infektionsschutzgesetz dann noch einmal angepasst werden muss. Angesichts der nun weiter bestehenden Impflücke könne man etwa nicht ohne eine Maskenpflicht in die kalte Jahreszeit hineingehen. Das Gesetz müsse allerdings ohnehin angegangen werden, da es zum 23. September auslaufe, so Lauterbach weiter.

Das gestrige Verfahren sei zwar "eine klare und bittere Niederlage", es habe aber ein Ergebnis gezeigt, mit dem die Gesellschaft nun leben müsse. Es sei nicht die Zeit für Schuldzuweisungen. Lauterbach möchte mit einer "neuen und kreativen" Impfkampagne Ungeimpfte ansprechen, die die Immunisierung nicht grundsätzlich ablehnen - konkrete Details nennt er nicht.

Für weitere Lockerungen sieht der Gesundheitsminister mittelfristig keinen Spielraum. Schließlich gäbe es noch immer hohe Fallzahlen und Tote. Auch deshalb habe man sich dazu entschieden, die zuletzt angekündigte Isolationsverordnung zurückzuziehen. Diese hätte ein falsches Signal gesendet. Lauterbach appelliert außerdem an alle Menschen, sich vor Reisen über die Osterferien testen zu lassen. Urlaubspläne dürften nicht zu einer Unterbrechung der derzeit günstigen Entwicklung bei den Fallzahlen führen. (08.04.2022)

Scholz verzichtet auf zweiten Anlauf für Impfpflicht

Bundeskanzler Olaf Scholz will nicht noch einmal über eine Impfpflicht abstimmen lassen. "Ich finde die Entscheidung des Bundestages sehr eindeutig", sagt der SPD-Politiker. "Es gibt im Bundestag keine Gesetzgebungsmehrheit für eine Impfpflicht. Das ist die Realität, die wir jetzt als Ausgangspunkt für unser Handeln nehmen müssen."

Er bedauert ebenso wie NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), dass das Parlament eine Impfpflicht abgelehnt hat. Auch Wüst sieht keine Chance für einen zweiten Versuch einer Verabschiedung. Man müsse nun andere Wege finden, die Zahl der Geimpften zu erhöhen. Als einzige der drei Parteien der Ampelkoalition hat die FDP nahezu geschlossen gegen eine allgemeine Impfpflicht gestimmt. Laut dem Abstimmungsprotokoll des Bundestages kamen aus der FDP-Fraktion 79 Nein- und fünf Jastimmen. Bei den Koalitionspartnern SPD und Grüne war das Verhältnis umgekehrt.

Kritik am Scheitern der Impfpflicht äußerten unter anderem die Gesundheitsminister von Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Hessen, der evangelische Wohlfahrtsverband Diakonie - und die Wirtschaft: "Das ist kein guter Tag für die Pandemiebekämpfung", erklärt der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeber, Rainer Dulger. "Impfen bleibt ein zentraler Baustein im Kampf gegen die Pandemie." Er fügt hinzu: "Impfungen helfen - auch mit Blick auf Spätherbst und Winter - einschneidende Beschränkungen von wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Leben zu vermeiden."(07.04.2022)

WHO: Viel mehr Infektionen in Afrika als berichtet

In Afrika mit seinen 1,3 Milliarden Menschen liegt die Dunkelziffer bei der Zahl der Corona-Infektionen nach jüngsten WHO-Erkenntnissen weitaus höher als bisher berichtet. "Neue WHO-Analysen zeigen, dass mehr als zwei Drittel der Bevölkerung nach einem Kontakt mit dem Coronavirus bereits einen gewissen Grad an Immunität erworben haben könnten", sagte die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Afrika, Matshidiso Moeti. Unter Hinweis auf eine noch unveröffentlichte WHO-Studie sagte sie, die offiziellen Zahlen kratzten nur an der Oberfläche: Die wahren Infektionszahlen könnten 97-mal höher liegen als die Zahl der registrierten Fälle.

Offiziell hat Afrika bisher gut 11,5 Millionen Infektionen registriert, davon verliefen 250 000 tödlich. Viele Infektionen wurden wohl allein schon wegen der im Mittel sehr jungen Bevölkerungen nicht erfasst: Gerade Jüngere haben oft keine oder kaum Symptome. Zudem mangelt es vielfach an Test- und Erfassungsmöglichkeiten. (07.04.2022)

Krankenhäuser: Einrichtungsbezogene Impfpflicht überprüfen

Nach dem Scheitern einer allgemeinen Impfpflicht ist aus Sicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) auch die seit Mitte März geltende Impfpflicht für Personal in Einrichtungen im Gesundheitswesen und in der Pflege kaum mehr haltbar. "Dass die Gesundheitsämter jetzt noch Arbeitsverbote für ungeimpfte Personen im Gesundheitswesen aussprechen, halte ich für nicht vorstellbar", sagt DKG-Vorstandschef Gerald Gaß der Rheinischen Post. "Für uns war die allgemeine Impfpflicht immer eine nachfolgende Notwendigkeit, um die einrichtungsbezogene Impfpflicht aufrechtzuerhalten." Er bedauerte das Scheitern der Impfpflicht. Bund und Länder müssten sich jetzt auf den Herbst vorbereiten. Dann sei wieder mit steigenden Infektionszahlen zu rechnen. (07.04.2022)

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