Atomkatastrophe in Japan:Greenpeace: IAEA hat Explosion vertuscht

Für neue Ängste sorgt insbesondere Reaktor 1. In seinem Kern war die Temperatur auf 380 bis 390 Grad angestiegen. Normal seien nur 300 Grad, sagte ein Tepco-Manager. Um den Reaktorkern mit Wasser herunterzukühlen, brauche man mehr Zeit. Auf die Frage, ob sich die Lage verschlechtert habe, antwortete Tepco-Vizepräsident Sakae Muto ausweichend: "Noch ist es zu früh, von hinreichender Stabilität zu sprechen."

Der Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA) reichen die Informationen aus Japan nicht aus: Sie ist besorgt, dass der genaue Status von Reaktors 1 unbekannt ist. IAEA-Vertreter Graham Andrew sagte, es lägen auch keine Informationen über die Temperaturen in den Abklingbecken der Blöcke 1, 3 und 4 vor. Allgemein sei die Situation weiter "sehr ernst".

Die Umweltorganisation Greenpeace übt derweil heftige Kritik an der Internationalen Atombehörde. Die IAEA verharmlose die Katastrophe in Fukushima-1, heißt es auf der Website der Organisation. Sie habe eine Wasserstoffexplosion im Abklingbecken von Reaktor 4 verheimlicht. Das japanische Atomenergieforum JAIF habe die Explosion am 18. März der IAEA als "sehr ernst" gemeldet - die Atombehörde habe diese Information nicht veröffentlich. Ihre Informationspolitik bezeichnet Greenpeace als "skandalös".

Im Nordosten Japans bleibt die Erde derweil unruhig: Die Behörden haben vor weiteren schweren Nachbeben in der Krisenregion gewarnt. Die Erdstöße könnten die Stärke 7 oder mehr haben, berichtete die japanische Wetterbehörde nach Angaben des Senders NHK. Die Beben könnten bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen oder einen weiteren Tsunami auslösen. Das Beben am 11. März hatte eine Stärke von 9,0 und war der schwerste jemals in Japan gemessene Erdstoß. Bis Montag hatten die Seismologen der Wetteragentur mehr als 60 stärkere Nachbeben gemessen.

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