SZ-Kolumne "Bester Dinge":Unbefleckt im Affenreich

SZ-Kolumne "Bester Dinge": Gibbon

Gibbon

(Foto: Kujukushima Zoo, CNN)

In einem japanischen Zoo wird ein Gibbonweibchen schwanger - dabei hatte es stets allein in einem Käfig gelebt. Jetzt bringt ein DNA-Test endlich Klarheit.

Von Moritz Geier

Die sogenannte Parthenogenese zählt zu jenen Phänomenen, die der Mensch nur schwer begreifen kann: Eingeschlechtliche Fortpflanzung kommt ja nur bei sehr wenigen Vertretern des Tierreichs vor, und nach aktuellem Kenntnisstand zählen der Mensch und seine näheren Verwandten nicht dazu. Was es mit jener Affendame auf sich hat, die im Kujukushima-Zoo im japanischen Nagasaki vor zwei Jahren plötzlich schwanger war, darf also durchaus als wissenschaftliche Grundsatzfrage beschrieben werden. Schließlich hatte das Weißhandgibbon-Weibchen Momo stets alleine in seinem Käfig gelebt.

Solche Geschichten kennt man natürlich, der Heiligen Jungfrau Maria soll es ähnlich ergangen sein, und bei den Griechen war die eingesperrte Danaë auch in einem Verlies nicht sicher vor Zeus und seinem goldenen Regen. In den allermeisten Fällen aber ist die Lösung eines solchen Rätsels am Ende doch banaler. Als der stellvertretende Zoodirektor nun jedenfalls das Ergebnis eines kürzlich in Auftrag gegebenen DNA-Tests verkündete, musste er auf ein kleines Loch in der Stahlplatte verweisen, die Momos Käfig vom Nachbargehege trennt. Neun Millimeter groß, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Der Vater des Affenbabys? Heißt Itō und wohnte zum Zeitpunkt der Empfängnis gleich nebenan. Er sei, heißt es, schon 34 Jahre alt - aber noch immer sehr beweglich.

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