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Störung auf S7-Strecke:Sturmschaden legt S-Bahn lahm

Wegen Bäumen in der Oberleitung fahren die Züge der S7 am Donnerstagvormittag nur bis Höllriegelskreuth. Passagiere müssen auf Schienenersatzverkehr umsteigen.

Der heftige Sturm am frühen Donnerstagmorgen hat zahlreiche Schäden angerichtet und auch auf dem S-Bahn-Netz Störungen verursacht, die für die Fahrgäste erhebliche Verzögerungen zur Folge hatten. Betroffen war auch die Linie der S 7 nach Wolfratshausen, die ohnehin an Störungen nicht gerade arm ist. Wegen eines Sturmschadens konnten die Züge von kurz vor 8 Uhr morgens an nicht mehr zwischen den Haltestellen Höllriegelskreuth und Großhesselohe verkehren. Die Passagiere konnten von Wolfratshausen aus nur bis Höllriegelskreuth fahren, von dort musste sie der Schienenersatzverkehr nach Großhesselohe bringen, wo sie wieder in die S-Bahn Richtung München steigen konnten - und umgekehrt.

Um 11.30 Uhr war davon auf dem Wolfratshauser Bahnhof allerdings nichts zu erkennen. Die Anzeigetafeln zeigten die Endstationen Aying und Höhenkirchen-Siegertsbrunn an, die Durchsage, die regelmäßig über die Lautsprecher lief, sprach allgemein von Unwetterschäden, die im S-Bahn-Verkehr zu Verspätungen von bis zu 30 Minuten führen könnten. "Sobald wir nähere Informationen haben, werden wir diese weiterleiten." Der S-Bahn-Fahrer aber wusste mehr. "Höllriegelskreuth, zurückbleiben", sprach er ins Mikrofon, bevor er die Türen schloss und losfuhr.

Informiert war auch Robert Mörwald, der kurz darauf auf den Bahnsteig kam. Er wollte nach München fahren, um einen Freund zu besuchen. "Ich schaue immer im Handy nach", sagte er und klickte auf die MVV-App mit den aktuellen Störungsmeldungen. "Die S 7 ist eigentlich immer dabei." Der Geretsrieder, der eine Monatskarte hat und häufig mit der S-Bahn fährt, ist auch in Sachen Schienenersatzverkehr leidgeprüft. Vor etwa zwei Wochen habe der in Baierbrunn aus gerade einmal zwei Taxis bestanden - "für den ganzen Zug", sagte Mörwald. "Die Leute sind gestanden und gestanden. Das hat mir gestunken." Für den Sturmschaden habe er ja Verständnis. Nicht aber für die zahlreichen technischen Störungen auf der Strecke. "Einen Termin darfst du da nicht haben."

Die S-Bahn sollte eigentlich um 11.44 Uhr losfahren, kam aber gute zehn Minuten später. Aus dem Zug stieg auch ein 25-jähriger Ascholdinger, der für einen Arztbesuch in München war. Am Morgen habe er in Höllriegelskreuth 20 Minuten gebraucht, bis er im Ersatzbus gesessen sei, erzählte er. Insgesamt habe er sich etwa eineinhalb Stunden verspätet. "Ich bin froh, wenn ich um eins in der Arbeit bin." Bevor die S-Bahn dann um 12.04 Uhr losfuhr, lief ein S-Bahn-Fahrer in MVV-Jacke am Zug vorbei - und gab Entwarnung: Die Sperrung sei soeben aufgehoben worden, die Züge führen wieder bis zur Endstation.

Stromausfall

Im Süden des Landkreises hat der Sturm am Donnerstag zu einem Stromausfall geführt. Wie das Bayernwerk mitteilt, waren in Teilen von Bad Tölz, in Reichersbeuern, Sachsenkam und Greiling sowie in einigen Orten des Landkreises Miesbach etwa 1700 Haushalte und Betriebe von 8.26 Uhr an gut eine halbe Stunde lang ohne Strom. Der Grund sei ein durch das Unwetter ausgelöster Defekt am Überspannungs-Ableiter gewesen. Im gesamten Bayernwerk-Netzgebiet waren etwa 20 000 Haushalte betroffen.