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Schwabing:München soll ein neues Naturbad bekommen

Das Bad Georgenschwaige ist eines der ältesten Freibäder Münchens. Manche Quellen sprechen vom Bau um 1780, andere verweisen auf einen ersten Freibadbetrieb im Jahr 1826.

Das Bad Georgenschwaige ist eines der ältesten Freibäder Münchens. Manche Quellen sprechen vom Bau um 1780, andere verweisen auf einen ersten Freibadbetrieb im Jahr 1826.

(Foto: SWM/oh)

Bis zum Jahr 2022 soll das Georgenschwaigbad generalsaniert und nach dem Vorbild von Maria Einsiedel in ein chlorfreies Schwimmbad umgewandelt werden. So sehen die Umbaupläne aus.

Von Ellen Draxel, Schwabing

Eine Event-Oase war das Georgenschwaigbad nie. Statt spektakulärer Rutschen, Whirlpools oder künstlich generierter Wellen wartet das Schwabinger Sommerbad mit einer Liegeplatz-Idylle unter alten Bäumen auf. Und mit einem 50-Meter-Becken, in dem vor allem Nachbarn nach Feierabend ihre Bahnen ziehen. Diesen Trend zur Naturnähe wollen die Stadtwerke künftig noch verstärken: Geplant ist, das Freibad an der Ecke Belgradstraße und Petuelring kommendes Jahr im Zuge einer Generalsanierung in ein CO₂-freies Naturbad zu verwandeln, nach dem Modell des bislang in München einzigen Naturbades Maria Einsiedel in Thalkirchen. Westschwabings Lokalpolitiker, denen Bäder-Chefin Christine Kugler das Konzept vor Ort vorstellte, sind sehr beeindruckt von dem Vorhaben.

In Naturbädern wird das Wasser biologisch aufbereitet, statt chemischer Zusätze beseitigen Mikroorganismen die Bakterien und Nährstoffe, die der Badebetrieb so mit sich bringt. Aus diesem Grund können Naturbäder nur bis maximal 22 Grad beheizt werden, im Gegensatz zu konventionell ausgestatteten Freibädern, die in München auf bis zu 24 Grad erwärmt werden. Im neuen Georgenschwaigbad soll eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe für die richtige Temperatur sorgen, Kernstück der Wasseraufbereitung wird ein 1000 Quadratmeter großer Schilfbereich im Süden des Geländes sein: Den Bodenfilter dieses Regenerationsareals durchläuft das gesamte Badewasser bis zu fünf Mal täglich.

Auch ansonsten ändert sich vermutlich so manches in dem neuen Bad. Das Schwimmerbecken bleibt, vorgesehen ist aber eine Rampe, mit deren Hilfe ein sanftes Hineingleiten ins Wasser ermöglicht werden soll. Das benachbarte Nichtschwimmerbecken erhält einen geneigten Abgang und einen zentralen Holzsteg zum Sitzen in der Mitte. In der Nähe des Schwabinger Freibads befinden sich mehrere Häuser der Stiftung Pfennigparade, deren mobilitätseingeschränkte Bewohner sollen ebenfalls in den Genuss der sanierten Anlage kommen.

Neu gebaut werden soll außerdem ein mit Sonnensegel beschattetes Planschbecken in unmittelbarer Nähe der Beckenlandschaft, gepaart mit einem östlich angrenzenden Sandstrand als optionalen Aufenthaltsbereich. Auch eine so genannte Breitwellenrutsche samt Landebecken ist angedacht.

Beliebtes Nass: Maria Einsiedel entlang der Isar in Thalkirchen ist Münchens einziges Naturbad.

(Foto: Catherina Hess)

Die Umkleiden, die sich derzeit noch im Osten des Sommerbads befinden, wollen die Stadtwerke abreißen und nördlich der Becken samt hölzerner Liegeflächen neu aufbauen - um die Wege zum Wasser zu verkürzen. Modernisiert werden soll außerdem der Eingangsbereich mit der Gastronomie: Anstelle des jetzigen Kiosks ist eine größere Versorgungsstation vorgesehen, eine, die sich nicht nur um die Badegäste kümmert, sondern sich auch Besuchern von außen öffnet. "Die Idee ist, die Gastronomie für den Betreiber attraktiver zu machen - gerade auch zu Zeiten, in denen das Bad geschlossen ist", weiß Lokalpolitiker Markus Meiler (CSU), der den Unterausschuss Bauen/Wohnen/Wirtschaft im Bezirksausschuss leitet.

Die Tatsache, dass der Generalsanierung rund 30 Bäume zum Opfer fallen werden, nehmen die bei Baumfällungen ansonsten sehr empfindlich reagierenden Bürgervertreter gelassen. Denn die meisten Bäume müssen für den mit Schilf bepflanzten Regenerationsbereich weichen, der Sonne braucht. Der schützenswerte alte Bestand aber soll erhalten bleiben. "Man hat versucht, die Bebauung im Sinne des Baumschutzes möglichst ideal zu integrieren", lobt Meiler. Das Stadtteilgremium hat den Antrag auf Vorbescheid einstimmig befürwortet.

Dass das Georgenschwaigbad grundlegend saniert werden soll, steht bei den Stadtwerken schon seit Längerem fest. Das Bad am Nordrand des Luitpoldparks ist eines der ältesten Freibäder Münchens, einige Quellen sprechen vom Bau um 1780, andere verweisen auf einen ersten Freibadbetrieb in der damaligen Siedlung Riesenfeld im Jahr 1826. Noch allerdings ist das Großprojekt nicht in trockenen Tüchern, Änderungen sind nach wie vor denkbar, und auch die Finanzierung gilt es noch zu klären. Anvisiert ist der Umbau im kommenden Sommer, in dieser Phase bliebe das Freibad geschlossen. Als Naturbad wiedereröffnen würde es dann 2022.

© SZ vom 12.08.2020/wean

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