Desaster um Münchner S-Bahn-Stammstrecke:"Kein Gewinnerthema im Wahlkampf"

Lesezeit: 4 min

Desaster um Münchner S-Bahn-Stammstrecke: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (Mitte) informierte sich bei einer S-Bahn-Fahrt im Februar 2019 über die zweite Stammstrecke in München. Im Jahr darauf wurden - nur intern - Verzögerungen und eine Kostenexplosion bekannt.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (Mitte) informierte sich bei einer S-Bahn-Fahrt im Februar 2019 über die zweite Stammstrecke in München. Im Jahr darauf wurden - nur intern - Verzögerungen und eine Kostenexplosion bekannt.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Verheimlichte die bayerische Staatsregierung das Milliarden-Desaster beim Tunnelbau vor der Bundestagswahl, um dem ehrgeizigen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Markus Söder die Kanzlerkandidatur offen zu halten? Das legt ein bislang unbekannter Aktenvermerk nahe.

Von Klaus Ott

Was Markus Söders Staatskanzlei Ende 2020 zur Münchner S-Bahn notierte, just einen Tag vor Weihnachten, klang ziemlich düster. Es ging um die zweite Stammstrecke der S-Bahn, um ein Milliardenprojekt, bei dem damals schon jahrelange Verzögerungen und enorme Kostensteigerungen drohten. Das sei "kein Gewinnerthema im Wahlkampf", schrieb das Referat A I 3 in einem acht Seiten langen Vermerk. Die Worte "kein Gewinnerthema im Wahlkampf" waren fettgedruckt. Damit auch jeder wusste, wie wichtig dieser Hinweis war.

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