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Verkehr in München:Grün-Rot will Engstellen beim Radlring nicht hinnehmen

Parkverbot für Fahrräder zur Zeit der Corona-Krise in München, 2020

Wie willkommen sind Radfahrer in München?

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Eigentlich sollten die Beschlüsse zum Altstadt-Radlring und zum Radentscheid dafür sorgen, dass Münchnerinnen und Münchner sicher durch die Stadt kommen. Doch die aktuellen Pläne unterschreiten die Vorgaben.

Von Andreas Schubert

Sicher durch die Stadt radeln: Das ist die Vorgabe der Beschlüsse zum Altstadt-Radlring und zum Radentscheid. Diese sehen Radwege mit einer Mindestbreite von 2,30 Meter und einer Regelbreite von 2,80 Meter vor. Die aktuellen Planungen der Verwaltung zum Altstadt-Radlring und zum Radschnellweg Nord stoßen deshalb bei der grün-roten Stadtratsmehrheit sowie beim Fahrradklub ADFC auf entschiedene Ablehnung. Denn an einigen Stellen sollen die beschlossenen Radwegbreiten deutlich unterschritten werden.

Am meisten kritisieren Grüne, SPD und Radlclub die Planungen im Kreuzungsbereich der Von-der-Tann-Straße und Ludwigstraße. Hier gibt es für den Autoverkehr zur Ludwigstraße hin eine gemeinsame Spur für Linksabbieger und Geradeausfahrer sowie zwei Rechtsabbiegespuren Richtung Norden. In der Gegenrichtung gibt es auch drei Spuren für Autos. Laut Verwaltung ist hier auf einer Länge von 60 Metern nur ein 1,60 Meter breiter Radweg möglich, da die Fahrspuren für den motorisierten Verkehr erhalten bleiben müssten, um Staus zu vermeiden. Auch der Linienverkehr käme in Verzug, zudem würde die Verkehrssicherheit leiden, da Radler und Rechtsabbieger gleichzeitig Ampelgrün hätten. Darüber hinaus befürchten die Verkehrsplaner Ausweichverkehre in der südlichen Maxvorstadt.

Dies wollen die Kritiker so nicht hinnehmen. Gudrun Lux (Grüne) erklärt, dieser Vorlage, die derzeit in den Bezirksausschüssen vorgestellt wird, werde man im Mobilitätsausschuss am 15. Juni nicht zustimmen können. Der Radentscheid mit den breiten Radwegen sei nun mal beschlossen, "das wollen wir dann auch umgesetzt haben". Lux spricht sich für eine Variante aus, bei der, wenn nötig, Fahrspuren für Autos gestrichen werden. Ziel der städtischen Verkehrspolitik sei es schließlich, den Autoverkehr zu reduzieren und den Radverkehr zu fördern. Da die Stadt aber nur wenig Platz biete, "müssen wir Anreize setzen, dass die Menschen platzsparender unterwegs sind. Wo man Radwege baut, fahren auch mehr Leute Rad".

Auch Andreas Schuster (SPD) hält die aktuelle Planung für misslungen. Es gebe durchaus Möglichkeiten, mit weniger Spuren für Autos die Regelbreite für die Radwege zu erreichen. Dazu brauche es aber ein Verkehrskonzept, um den bisherigen Durchgangsverkehr über den Isarring umzuleiten. An der Ludwigstraße mündet zudem der Radschnellweg Nord in den Altstadt-Radlring. An diesem Knotenpunkt würden durch die aktuelle Planung Engpässe und Gefahrenstellen geschaffen, teilen die Sprecher des Radentscheids mit. Und das, obwohl mit dem Radschnellweg an dieser Kreuzung bis zu 25 000 Radler täglich zu erwarten seien.

Der Radschnellweg soll vom Stachus über Ludwig-, Leopold- und Ingolstädter Straße bis zur Stadtgrenze führen und von dort Richtung Garching und Unterschleißheim. Der Radlring verläuft um das Zentrum herum. Eine weitere Herausforderung wird der Abschnitt der Brienner Straße zwischen Odeonsplatz und Oskar-von-Miller-Ring. Hier fließt der motorisierte Individualverkehr noch Richtung Westen, die MVG plant zudem, tagsüber eine Buslinie in beiden Richtungen einzurichten. Das führt zu Konflikten mit dem Radverkehr. Die Verwaltung sieht hier noch Abstimmungsbedarf, weshalb noch keine Planung vorliegt.

© SZ vom 28.04.2021/van/infu
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