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Sommer und Corona:Volle Badestrände, leeres Testzentrum

Am Wochenende trieb es viele Menschen an die Isar (rechts), am Hauptbahnhof konnten sich Reiserückkehrer indes auf Corona testen lassen.

(Foto: Catherina Hess; A. Warmuth/dpa)

Während die Fallzahlen in Bayern wieder steigen, schwitzen am Wochenende viele Münchner eng an eng nebeneinander - und nur wenige in Schutzanzügen am Hauptbahnhof.

Von Tom Soyer

Während die Corona-Fallzahlen wieder steigen und die Verantwortlichen zunehmend fürchten, dass es zu einer "zweiten Welle" kommt, üben sich Teile des daheimgebliebenen Ferienvolks in Sorglosigkeit. An städtischen Isarstränden oder auch am Riemer See lagen die Menschen am Samstag bei hochsommerlichen Temperaturen teilweise nah beieinander. In der alten Schalterhalle des Starnberger Flügelbahnhofs im Münchner Hauptbahnhof schwitzten zur gleichen Zeit BRK-Helfer Erol Turgut und einige ehrenamtliche Kollegen von Münchner Hilfsdiensten unter Schutzanzügen: Dort, am Ende von Gleis 32, gibt es seit Donnerstag eines der acht Corona-Testzentren in Bayern für Urlaubsheimkehrer aus dem Ausland.

Zwischen 7 und 23 Uhr wird dort getestet in einer Station, welche die Münchner Hilfsorganisationen gemeinsam betreiben: Bayerisches Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser, Arbeiter-Samariter-Bund, Technisches Hilfswerk und Medizinisches Katastrophen-Hilfswerk stellen täglich 40 Helfer dafür - bis auf eine hauptamtliche Kraft stemmen lauter Ehrenamtliche diesen Gesundheitsdienst. Wer einen freiwilligen Test möchte, hat Pass und Zugticket dabei, gibt seine Daten an, lässt einen Abstrich nehmen und erfährt das Resultat binnen 24 bis 36 Stunden. Bei Corona-Positiven meldet sich das Gesundheitsamt.

Dass es bisher nur etwa 140 Tests am Tag waren, rechnet BRK-Vertreter Erol Turgut dem Umstand zu, dass die Zentren erst bekannt werden müssten. Einige Reiserückkehrer, die sich am Samstagmittag dort einfanden, waren aber dankbar, dass es diesen unkomplizierten und kostenlosen Service gibt. Sei es, um Gewissheit vor einem Besuch bei Angehörigen zu erlangen, die zu Risikogruppen gehören, sei es, um nach einer Reise wenigstens eine Momentaufnahme zu erhalten, dass keine Infektion bestehe. Die Tests werden im Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim ausgewertet. Bis Samstagabend waren es rund 380. Am Münchner Flughafen wurden bis dahin gut 7500 Tests gesammelt. Bayernweit waren es in den acht Zentren zusammengerechnet rund 18 000.

© SZ vom 03.08.2020/imei

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