A Little Lost:Kokos-Cappuccino im Klassenzimmer

A Little Lost: Nicht nur die grüne Wand, auch die in großen Lettern geschriebenen Heißgetränke sind im A Little Lost ein Blickfang.

Nicht nur die grüne Wand, auch die in großen Lettern geschriebenen Heißgetränke sind im A Little Lost ein Blickfang.

(Foto: Robert Haas)

Am Hauptbahnhof hat das A Little Lost eröffnet, die kleine Schwester des Lost Weekend an der Schellingstraße. Auch hier ist das gesamte Angebot vegan.

Von Laura Kaufmann

Beinahe fühlt es sich an, als würde man ein Filmset betreten. Liebevoll und sehr besonders ist das A Little Lost am Hauptbahnhof gestaltet. An alten Schulbänken sitzen die Gäste in den Nischen der Fensterfronten, die von beiden Seiten Licht in das Eckcafé lassen. Stühlchen in Kindergröße sind an die Schulbänke geschoben. Pflanzen darauf, daneben, von der Decke hängend, auf die die Strahlen der klaren Morgensonne fallen.

Eine Säule ist rosafarben gestrichen, an ihr hängt ein schwarzes Telefon mit Wählscheibe. Die Wände sind ein paar Töne heller als Tafelgrün, auf einer Bank stapeln sich Bücher wie eine Aufforderung, sich in einen Roman zu vertiefen, statt wie so oft das Smartphone aus der Tasche zu ziehen.

A Little Lost: Die Gäste sitzen an alten Schulbänken.

Die Gäste sitzen an alten Schulbänken.

(Foto: Robert Haas)
A Little Lost: Bücher laden zum Schmökern ein.

Bücher laden zum Schmökern ein.

(Foto: Robert Haas)

Die Gestaltung macht nahezu sentimental. Sie bringt die Gäste zurück in ihre eigene Kindheit oder in eine, die sie aus Filmen oder Büchern kennen, und schafft ein heimeliges Geborgenheitsgefühl.

A little lost, ein bisschen verloren, muss sich also niemand fühlen, der in das Café beim Hauptbahnhof kommt. Ein Rucksack und ein Koffer vor einem der Tische lassen eher darauf schließen, dass der ein oder andere München-Besucher das nette Lokal als Gelegenheit wahrnimmt, erst einmal anzukommen in der Stadt.

Was gibt es da und was kostet es?

Neben der grünen Wand selbst, aus der der nackte Beton hier und da hervorblitzt und ein paar gerahmte Pflanzenzeichnungen in Szene setzt, sind hinter dem Tresen die in großen Lettern geschriebenen Heißgetränke ein Blickfang. Espresso 1,80 Euro, Cappuccino 3,60 Euro, Latte 4,50, Flat White 4,50, Chai 4,80 Euro, Orangensaft 4,50 Euro, Kakao 4 Euro.

Wie in der großen Schwester des A Little Lost, dem Lost Weekend an der Schellingstraße, sind alle Getränke und Speisen vegan. Die Tierfreundlichkeit des Lokals zeigt sich zum Beispiel auch an den kostenlosen Leckerlis, die für Hunde angeboten werden.

Klassisch werden die Kaffeespezialitäten an der Marzocco hier mit Sojamilch zubereitet. Wer Hafermilch oder Kokosmilch wünscht, zahlt 30 Cent extra. So ein Cappuccino mit Kokosmilch ist dank der leicht süßlichen Note durchaus eine schöne Abwechslung zum Gewohnten.

Die Speisekarte steht in Gold gerahmt auf den Schulbänken: Die sehr guten und auch gut sättigenden "Coconut Berry Overnight Oats" (5,90 Euro) sind mit Sojajoghurt zubereitet und werden hübsch angerichtet in einem Schraubglas auf einem leuchtend blauen Teller serviert, ein paar Blaubeeren kuscheln sich oben auf den Oats zusammen, mehr Beeren sind in den Flocken verteilt.

A Little Lost: Wie im Lost Weekend sind auch im A Little Lost alle Speisen und Getränke vegan.

Wie im Lost Weekend sind auch im A Little Lost alle Speisen und Getränke vegan.

(Foto: Robert Haas)
A Little Lost: Neben Frühstücksgerichten gibt es auch Kuchen oder Cookies.

Neben Frühstücksgerichten gibt es auch Kuchen oder Cookies.

(Foto: Robert Haas)

Mal etwas anderes und auch sehr gut ist der Breakfast Burrito (8,50 Euro) mit Tofu-Scramble, Bohnen, Avocado, Tomate und karamellisierten Zwiebeln, schön für einen deftigeren Start in den Tag. Das würde auch mit dem "Cheesy Avo Panini" klappen, das mit veganem Mozzarella und hausgemachter Avocado-Mayonnaise zubereitet wird (6,90 Euro), oder mit dem Hummus-Bagel (5,90 Euro).

Natürlich darf aber auch allerlei Gebäck nicht fehlen, das sich appetitlich vorne am Tresen in der Vitrine präsentiert und darauf wartet, gesehen, gekauft und gegessen zu werden: Die Chocolate Chip Cookies, Kuchen, zum Beispiel einer mit Banane und gesalzenem Karamell für 3,80 Euro das Stück, Bananenbrot (3,80 Euro), Croissants mit Aprikosenfüllung (3,20 Euro) und ohne (2,80 Euro). Das Angebot in der Vitrine wechselt täglich.

A Little Lost: Das Café liegt etwas versteckt an der Lämmerstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs.

Das Café liegt etwas versteckt an der Lämmerstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs.

(Foto: Robert Haas)

Wer geht da hin und wie lange bleibt man?

Das A Little Lost liegt etwas versteckt beim Hauptbahnhof an der Lämmerstraße. Gefunden wird es trotzdem. Das Publikum ist studentisch oder schon mitten im Berufsleben, Freundinnen fallen sich um den Hals beim Wiedersehen, ein Rucksackreisender gönnt sich einen Willkommenskaffee. Leise Musik und das Surren der Kaffeemaschine geben den Sound vor, die Atmosphäre ist entspannt. Vielleicht ist doch noch genug Zeit, einen zweiten Cappuccino zu bestellen und in dem Bücherstapel zu stöbern. Und dabei nostalgisch in Erinnerungen an die Grundschulzeit zu schwelgen.

A Little Lost, Lämmerstraße 6, 80335 München, Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 8 bis 14 Uhr.

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