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Brasserie L'Atelier:Münchens Top-Köche verlieren ihren Geheimtipp

Für manche Starköche schließt "ein Ort des Wohlfühlens".

(Foto: Stephan Rumpf)

Die kleine französische Brasserie L'Atelier, bekannt für ihre authentische Bistro-Küche, schließt Ende März. Sie hätte demnächst einen neuen Mietvertrag mit höherer Pacht bekommen.

Ende März verlieren viele Münchner Top-Gastronomen ihren Geheimtipp: Die Brasserie L'Atelier in der Westenriederstraße 43, zwischen Viktualienmarkt und Isartor gelegen, schließt zum 1. April. Das kleine französische Restaurant, bekannt für seine authentische Bistro-Küche, hätte demnächst einen neuen Mietvertrag mit höherer Pacht bekommen. Für den Betreiber Maxime Leoncelli war das neben familiären Gründen ausschlaggebend, das Handtuch zu werfen: "Wir nehmen jetzt erst mal eine Auszeit."

Das Lokal hatte vor zwölf Jahren sein Vater Thierry Leoncelli gegründet. Der gebürtige Bretone stammte aus einer Gastronomenfamilie, die ein Gourmetrestaurant in Dinard betrieben hatte. Ihn hatte es nach München verschlagen, unter anderem ins Rue des Halles und in den Blauen Bock. Sein Traum war immer eine eigene französische Brasserie in München. Mit dem L'Atelier du Art et Vin, wie die Brasserie früher hieß, wurde er wahr. Hier gab es Crémant und Austern, Fisch vom Mittelmeer und Foie Gras, Boudin Noir und Quiche.

Leoncelli war immer schon gut vernetzt in der Münchner Gastronomie. Der Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann steuerte die Barhocker bei, die von seinem legendären Restaurant Aubergine übrig geblieben waren. Viele andere Küchengrößen kamen gern als Gäste vorbei. Hans Haas vom Tantris etwa, Hans-Jörg Bachmeier vom Blauen Bock oder die Sterneköche Marc Haeberlin und Franz Keller, wenn sie in München waren. Die Schauspielerin Michaela May kehrte ebenso ein wie die Designerin Lola Paltinger und Ex-Fußballweltmeister Andi Brehme. Das blieb auch so, nachdem Leoncelli vor einem Dreivierteljahr überraschend starb und Sohn Maxime mit seiner Mutter Sylvia das Lokal ganz übernahm.

Eckart Witzigmann wusste von ihm schon seit einiger Zeit, dass es nicht weitergehen würde: "Was mit dem Atelier passiert, finde ich sehr, sehr traurig", sagt er, "für mich war es ein Ort des Wohlfühlens, der Entspannung und ein Treffpunkt von Freunden und langjährigen Bekannten." Die nun angekündigte Schließung sei für ihn "leider auch ein Beweis dafür, dass trotz allem Fleiß ein Betrieb, der mit guten und ehrlichen Produkten arbeitet, wirtschaftlich nicht überlebensfähig ist." Maxime Leoncelli sieht trotz aller Wehmut aber auch etwas Positives: "Wir gehen mit tollen Erinnerungen an fantastische Gäste", meint er, "das wollen wir auch im letzten Monat zelebrieren."

© SZ vom 25.02.2020

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