Kommunalwahl 2020 Bereit zum Dreikampf

Volle Rückendeckung: Die Ottobrunner SPD-Bürgermeisterkandidatin Sabine Athen (rechts) mit der Landesvorsitzenden Natascha Kohnen.

(Foto: Claus Schunk)

Der SPD-Ortsverein nominiert Sabine Athen einstimmig als Herausforderin von Thomas Loderer für die Bürgermeisterwahl 2020 in Ottobrunn. Erwartet wird noch ein Kandidat von den Grünen

Von Daniela Bode und Stefan Galler, Ottobrunn

Lockige dunkle Haare, Brille, frohes Lachen - einige Ottobrunner dürften Sabine Athen bereits kennen. Alle anderen haben sicher bald an einem Wahlinfostand die Möglichkeit, sie kennenzulernen. Denn die 49-jährige Sozialdemokratin wird bei der Bürgermeisterwahl im März 2020 den Amtsinhaber Thomas Loderer (CSU) herausfordern. Die Mitglieder des SPD-Ortsvereins haben sie am Donnerstagabend auf Vorschlag des Vorstands einstimmig als Bürgermeisterkandidatin nominiert.

Zur Aufstellungsversammlung war viel SPD-Prominenz gekommen. Die Vorsitzende der Bayern-SPD, Natascha Kohnen, lobte die Kandidatin: "Sabine Athen ist unglaublich kommunikativ und hat eine sehr gewinnende Art. Sie steht für Kommunalpolitik mit sozialdemokratischer Handschrift." Und auch die stellvertretende Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche fand lobende Worte für Athen: "Sie ist eine Macherin. Sie weiß, was sie will und sie setzt es auch um."

Und Sabine Athen hat Erfahrung in der Kommunalpolitik. Seit der vergangenen Wahlperiode sitzt sie im Gemeinderat, außerdem im Bau- und im Planungsausschuss. Dort schaut sie darauf, "wie Ottobrunn gestaltet" und dass das "Geld sinnvoll eingesetzt wird", wie sie sagt. Seit 2016 steht sie an der Spitze des Ortsvereins. "Durch ihre berufliche Tätigkeit hat sie Erfahrung mit den Abläufen in einer Verwaltung." Deshalb sei sie prädestiniert als Rathauschefin, sagt Ariane Wissmeier-Unverricht, die bei der Bürgermeisterwahl 2012 selbst als SPD-Kandidatin antrat. Athen arbeitet im Bayerischen Sozialministerium und ist dort für Grundsicherung für Arbeitsuchende zuständig.

Dass sie Standpunkte vertreten kann, zeigte sie zuletzt im Gemeinderat. In der Debatte um einen zweiten Kunstrasenplatz für die Ottobrunner Fußballer, stellte sie sich dem CSU-Bürgermeister, der für die schnelle Errichtung des Platzes eintrat, vehement entgegen. Später twitterte sie, der Amtsinhaber sei schon im Wahlkampf, nicht bei der Sachpolitik. Doch auch die Herausforderin schaltete gleich nach ihrer Nominierung in den entsprechenden Modus: "Herr Loderer redet am liebsten selbst und lässt niemanden zu Wort kommen. Gute Ideen und Vorschläge - etwa von der Jugendversammlung oder von der Agenda 21 - lässt er einfach liegen", sagte sie. Ihr sei es dagegen wichtig, direkt mit den Menschen "auf Augenhöhe" zu reden. Im Wahlkampf werde sie dafür eigens einen Bürgerdialog starten.

In der Gemeinde ist die 49-Jährige fest verwurzelt. Sie ist hier aufgewachsen, wohnte als Kind eine Weile in Ansbach und studierte in Kempten, lebt aber seit 2001 mit ihrer Familie - sie ist Mutter von zwei Kindern - wieder in der Gemeinde. Sollten die Ottobrunner die 49-Jährige zur Bürgermeisterin wählen, hat sie recht klare Vorstellungen, wofür sie sich engagieren will. Sie will sich etwa für den Ganztagsbetrieb an der ältesten Grundschule der Gemeinde, der Schule I in der Friedenstraße einsetzen. Ihr weiteres großes Anliegen ist der Verkehr. "Es geht mir um den Mix", sagt sie. So will sie einerseits eine Stärkung des Öffentlichen Nahverkehrs, aber auch, dass man mit dem Fahrrad sicher durch die Gemeinde kommt und der Autoverkehr entlastet wird.

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Athen rechnet sich "zumindest eine reelle Chance aus", Bürgermeisterin zu werden. Sie hat jedenfalls ihre Kollegen schon informiert, dass sie möglicherweise erst einmal nur noch ein Jahr im Ministerium arbeitet. Nun ist sie glücklich über ihre Nominierung: "Ich freue mich darauf, Ideen gemeinsam umzusetzen und wenn aus dem Bürgerdialog etwas entsteht, das in Gemeindepolitik mündet", sagt sie.

Derzeit sieht es so aus, als ob sich insgesamt drei Kandidaten zur Wahl stellen: Es gibt keine Anzeichen, dass Amtsinhaber Loderer nicht noch einmal antritt. Auch die Grünen dürften - im Gegensatz zur FDP - jemanden ins Rennen schicken.