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Stichwahlen in den Landkreisen:Schwarz gewinnt

Nach nur einer Amtszeit abgewählt: die Haarer Bürgermeisterin Gabriele Müller von der SPD.

Nach nur einer Amtszeit abgewählt: die Haarer Bürgermeisterin Gabriele Müller von der SPD.

(Foto: Claus Schunk)

Die CSU siegt bei den Landrats-Stichwahlen in Starnberg, Erding und im Landkreis München. Die SPD verliert dagegen etliche Bürgermeister.

Die CSU ist der Gewinner der Stichwahlen um die noch offenen Landrats- und Bürgermeisterposten im Münchner Umland. Die Kandidatinnen und Kandidaten der Christsozialen erobern nicht nur mehrere Rathäuser neu, sie setzten sich auch bei den Entscheidungen für die Spitzenämter in drei Landkreisen durch. Landrat im Landkreis München bleibt Christoph Göbel, er gewann die Stichwahl geben Christoph Nadler (Grüne). Auch in Erding stellt die CSU weiterhin den Landrat. Martin Bayerstorfer gewann allerdings nur knapp mit 53,2 Prozent vor seinem Herausforderer Hans Schreiner (FW). Starnbergs neuer Landrat heißt Stefan Frey. Der CSU-Politiker verhinderte in Martina Neubauer die erste bayerische Grünen-Landrätin.

In Bad-Tölz Wolfratshausen und in Freising verdarben allerdings die Freien Wähler der CSU die Feierlaune. In Tölz setzte sich Amtsinhaber Josef Niedermaier mit 62,8 Prozent gegen Anton Demmel durch. Und in Freising wird Helmut Petz Nachfolger von Josef Hauner (CSU). Dessen Parteifreund Manuel Mück kam lediglich auf 40,3 Prozent der Stimmen.

Wenig Erfreuliches hat der Wahlabend für die SPD geboten. Die wohl größte Überraschung gab es in Haar. Andreas Bukowski (CSU) wird neuer Bürgermeister und löst Gabriele Müller von der SPD nach nur einer Amtszeit ab. Das Rennen war knapp, aber am Ende legte Bukowski noch einmal leicht zu. Er holte nach dem gegen 19.35 Uhr vorliegenden vorläufigen Endergebnis 51,5 Prozent der Stimmen, Müller kam auf 48,5 Prozent. Beide trennten am Ende 301 Stimmen bei 9953 abgegebenen gültigen Stimmen. Für Haar ist es eine Zäsur, nach Jahrzehnten mit einem roten Bürgermeister und langen Jahren mit einer absoluten Mehrheit der SPD im Gemeinderat. Jetzt stellt die CSU den Chef und mit 13 Gemeinderäten die größte Fraktion.

Verluste hat die SPD auch andernorts zu beklagen. So wird die Gemeinde Poing im Landkreis Ebersberg künftig von einem CSU-Politiker geführt. Thomas Stark, langjähriger Referent des SPD-Bürgermeisters Albert Hingerl, der nach 20 Jahren nicht mehr antrat, machte das Rennen. Ebenfalls ein Rücktritt beschert der Gemeinde Markt Schwaben, auch Landkreis Ebersberg, eine neue Parteifarbe im Rathaus. Weil Georg Hohmann (SPD) aus Altersgründen nicht mehr antreten durfte, sitzt dort künftig Michael Stolze (FW) im Rathaus-Chefsessel.

In Feldkirchen stellt die SPD ebenfalls nicht mehr den Bürgermeister. Hier siegte in der Stichwahl Andreas Janson von der UWV. Paukenschlag auch in Penzberg. Dort wird die SPD-Bürgermeisterin Elke Zehetner abgewählt. Gegen ihren CSU-Herausforderer Stefan Korpan kam sie auf lediglich 33,89 Prozent. In Baierbrunn wird Patrick Ott von der ÜWG mit 61,2 Prozent der Stimmen neuer Bürgermeister. Sein Kontrahent Uwe Harfich von der SPD erhielt 38,8 Prozent.

Einen sozialdemokratischen Lichtblick gab es wenigstens in Ebersberg. Nach 26 Jahren CSU-Regentschaft von Walter Brilmayer gewann Ulrich Proske das Rathaus. Er setzte sich gegen den 24-jährigen Alexander Gressierer (CSU) deutlich durch. Aufatmen kann die SPD auch in Puchheim im Landkreis Fürstenfeldbruck. Amtsinhaber Norbert Seidl gewann mit 64,62 Prozent klar gegen seine Herausfordererin Karin Kamleitner (CSU) . Ebenfalls sein Amt verteidigen konnte der Olchinger SPD-Bürgermeister Andreas Magg. Er setzte sich gegen Maximilian Gigl (CSU) durch. Mindy Konwitschny wird neue Bürgermeisterin in Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Die SPD-Kandidatin gewann gegen ihren Kontrahenten Roland Spingler von der CSU.

Nicht besonders rund lief es auch für die Grünen. In Grafing im Landkreis Ebersberg unterlag die amtierende Bürgermeisterin Angelika Obermayr ihrem CSU-Herausforderer Christian Bauer. In Schäftlarn bezwang CSU-Kandidat Christian Fürst knapp den Grünen Marcel Tonnar. Der neue Bürgermeister von Moosburg kommt ebenfalls nicht von den Grünen: Josef Dollinger von den Freien Wählern hat sich gegen Grünen-Konkurrent Michael Stanglmaier durchgesetzt.

Erfolge gab es für unterschiedliche Wählergruppierungen. Klaus Heilinglechner bleibt für die Bürgervereinigung Bürgermeister von Wolfratshausen. Bei der Stichwahl konnte er 55,8 Prozent der Stimmen erzielen. Sein Herausforderer Günther Eibl (CSU) kam auf 44,2 Prozent. Marcel Fath (FW) bleibt Bürgermeister in Petershausen. In der Stichwahl gewinnt er deutlich mit 61,2 Prozent gegen seinen Herausforderer Günter Fuchs (CSU). Wolfgang Hörl (Bürgerblock Arnbach) ist der neue Rathauschef in Schwabhausen. In der Stichwahl setzt er sich mit 57,3 Prozent gegen seinen Konkurrenten Florian Scherf (CSU) durch.

Die CSU feiert dafür in Aying, wo Peter Wagner mit 51,4 Prozent der Stimmen gegen Hermann Oswald (PWG) gewann. In Oberschleißheim verliert Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) gegen Markus Böck (CSU), in Gräfelfing muss Uta Wüst (IGG) ihr Amt an Peter Köstler von der CSU abtreten. Und in Erding bleibt Max Gotz (CSU) Oberbürgermeister. Er gewann gegen Petra Bauernfeind von den Freien Wählern.

© SZ vom 30.03.2020
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