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Sport trotz Corona:Können die vier Fußball-EM-Spiele in München stattfinden?

Fahnenschwenker mit deutscher Flagge vor Spielbeginn im Stadion Allianz Arena München Bayern Deu

Dass die Nationalmannschaft bei der EM im Sommer vor vollen Rängen in der Fröttmaninger Arena spielen kann, ist wohl eher unwahrscheinlich.

(Foto: imago)

Die Stadt spielt Möglichkeiten durch, wie das Großereignis im Sommer ablaufen könnte - mit der Uefa bespreche man "vier operative Szenarien".

Von Heiner Effern

Vier Spiele der Fußball-Europameisterschaft sollen im Sommer in München stattfinden, doch die erste Entscheidung fällt bereits am 5. März. Dann wolle sich der europäische Fußballverband Uefa festlegen, "welches Szenario während des Turniers in jeder Stadt weiter verfolgt wird", sagte ein Sprecher des Referats für Bildung und Sport (RBS).

Es wird sich also vorläufig klären, ob wegen der Pandemie überhaupt gespielt werden kann, ob München weiter Spielort bleibt und was von der Stadt in diesem Fall erwartet wird. Bis dahin entwirft das derzeit vierköpfige Kernteam für die Organisation mit weiteren involvierten Mitarbeitern Optionen für ein Turnier, das unter Corona-Vorbehalt steht.

Ursprünglich hatte die Europameisterschaft im vergangenen Jahr stattfinden sollen, doch wegen der Pandemie wurde sie auf den Zeitraum zwischen 11. Juni und 11. Juli 2021 verschoben. Das Konzept ist dezentral ausgerichtet: In zwölf Ländern sollen Spiele stattfinden, drei Vorrundenspiele und ein Viertelfinale sind in München angesetzt. Mit der Uefa würden die Austragungsstädte derzeit "an vier operativen Szenarien" in den jeweiligen Stadien arbeiten, hieß es aus dem RBS. Diese sehen voll besetzte Ränge vor, eine zugelassene Zuschauer-Kapazität zwischen 50 und 100 Prozent, eine zwischen 20 und 30 Prozent und den völligen Ausschluss der Fans.

Die Uefa verschickt an Kartenbesitzer in München gerade E-Mails, in denen sie auf die Corona-Situation hinweist und bei Ausschluss von Zuschauern die Rückerstattung des Ticketpreises verspricht.

Auch das von der Stadt organisierte Rahmenprogramm steht momentan noch wie geplant

Wegen der hohen Ansteckungs- und Fallzahlen in vielen europäischen Ländern ist derzeit nur schwer vorstellbar, dass ein dezentrales Konzept, bei dem die Mannschaften quer über den Kontinent reisen müssten, auch bei angepassten Zuschauerzahlen umgesetzt werden kann. Doch bis zu einer anderen Entscheidung geht die Stadt "unverändert davon aus", dass in München gespielt wird, erklärte das RBS.

Es gebe regelmäßig Treffen mit Vertretern des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), der Sicherheitsbehörden und des Gesundheitsamts sowie der Uefa, um die aktuelle Lage zu erörtern. Auch das von der Stadt organisierte Rahmenprogramm steht momentan noch wie geplant, die weitere Entwicklung der Pandemie werde ausschlaggebend sein, was davon umgesetzt werden könne, erklärte der RBS-Sprecher.

In die Auswahl von Hotels, in denen man Nationalteams besonders gut abschotten könne, sei die Stadt nicht eingebunden. "Die Hotel-Auswahl liegt in der Zuständigkeit des DFB." Der habe bereits mit der Bewerbung Vorschläge eingereicht. "Diese gelten unverändert. Natürlich werden die Hygiene-Maßnahmen der Hotels an die aktuelle Lage angepasst", hieß es aus dem RBS. Das Münchner Budget für das Turnier liegt bei 16 Millionen Euro. Wie viel davon letztlich benötigt wird und wie gut das Geld angelegt ist, werden die nächsten Monate zeigen.

© SZ vom 20.01.2021/van, wean
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