Im Landkreis Ebersberg:Bio-Bauer wird wegen Tierquälerei zu Geldstrafe verurteilt

Lesezeit: 2 min

Im Landkreis Ebersberg: Eine Zeugin hatte die sterbende Kuh fotografiert. Zwar ist die Aufnahme unscharf, doch es ist zu sehen, wie bereits Krähen auf dem Tier sitzen.

Eine Zeugin hatte die sterbende Kuh fotografiert. Zwar ist die Aufnahme unscharf, doch es ist zu sehen, wie bereits Krähen auf dem Tier sitzen.

(Foto: Peta/oh)

Der Landwirt hatte sich nicht um eine sterbende Mutterkuh gekümmert. Das hat nun Konsequenzen.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

Ein Landwirt aus dem südlichen Landkreis Ebersberg ist rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen verurteilt worden. Darauf weist jetzt die Tierrechtsorganisation Peta hin. Eine Augenzeugin hatte vergangenes Jahr dokumentiert, wie eine geschwächte Mutterkuh mit ihrem Kalb auf der Weide des Bio-Betriebs des Verantwortlichen dem Sterben überlassen wurde. Der Landwirt kümmerte sich laut der Zeugin trotz ihrer Hinweise über Tage kaum um die Tiere. Aufnahmen der Zeugin von Ende Mai 2021 zeigten, dass bereits Krähen auf der geschwächten Kuh saßen. Dass die Tiere zu dem Zeitpunkt noch lebten, war laut Peta durch gelegentliches Schwanzwedeln eindeutig zu erkennen. Die Kuh lag laut Angaben der Zeugin, die zwischenzeitlich die Polizei informiert hatte, mindestens zwei Tage lang auf der Weide, bis sie schließlich starb

Gegen den Mann hatte Peta daher Anfang Juni 2021 wegen Verdacht auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz bei der Staatsanwaltschaft München II Strafanzeige erstattet und ein Tierhalteverbot gefordert. Das Verfahren wurde nun durch einen Strafbefehl beendet, den der Landwirt akzeptierte. Zum Gerichtsprozess kam es deshalb nicht.

Ein Tierhalteverbot wurde nicht verhängt

"Wir sind froh, dass nun Konsequenzen für den Landwirt folgen, denn Tierquälerei ist keine Lappalie, sondern eine Straftat. Um zu verhindern, dass noch einmal Tiere unter der Obhut des Verantwortlichen leiden, hätten wir uns zusätzlich ein Tierhalteverbot gewünscht", so Bettina Eick, Fachreferentin für Tiere in der Nahrungsmittelindustrie bei Peta. "Dieser Fall zeigt erneut, dass auch Kühe in Bio-Betrieben mit Weidehaltung leiden und nicht wie fühlende Lebewesen behandelt werden."

Das Ebersberger Veterinäramt ist nach Angaben einer Landratsamts-Sprecherin seit längerem mit dem Fall befasst. Auch die Behörde hatte Peta auf die Missstände auf dem Hof aufmerksam gemacht. Nach einem erfolglosen Kontrollversuch am 31. Mai 2021 sei der Betrieb am 16. Juni 2021 mit Hilfe der Polizei zwangsweise kontrolliert worden, teilt das Landratsamt mit. Dabei habe man weitere Mängel festgestellt. Diese seien vor allem baulicher Art gewesen, aber es sei auch ein unversorgtes Kalb mit Durchfall aufgefallen.

Seitdem hätten fünf Kontrollen stattgefunden, eine weitere Nachkontrolle stehe an, so die Sprecherin des Landratsamts. Bei den weiteren Kontrollen sei es vor allem darum gegangen, die baulichen Mängel kontinuierlich abzustellen und abschnittsweise Verbesserungen herbeizuführen. Dem Betrieb seien detaillierte Vorgaben zur Vorstellung von erkrankten Tieren bei einem Tierarzt gemacht worden. Gegebenenfalls verendete Tiere müssten umgehend mitgeteilt werden.

Die Versorgung der Tiere - auch in tierärztlicher Hinsicht - habe danach nicht mehr beanstandet werden müssen. "Das Veterinäramt überwacht den Betrieb also seitdem kontinuierlich, um eventuell erneut aufkeimende Probleme frühzeitig zu erkennen und steht mit dem Betriebsleiter und seinem Berater auch per Mail in Kontakt", so die Sprecherin des Landratsamts.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB